Presseschau – 30. Dezember 2025

Juli Zeh und die AfD / Das Ende des Lek­to­rats / Influen­cer „Bücher­schrank“ / Mar­tin Mose­bach / Emma­nu­el Car­rè­re / Marc Degens …

NZZ
Ein Wie­ner Anti­quar wird vom Ver­fas­sungs­schutz vor Gericht gezerrt, weil er wis­sen­schaft­lich rele­van­te Bücher über Hit­ler im Ange­bot führt
Der Buch­händ­ler Rai­ner Scha­den hat aus dem Nach­lass der NS-For­sche­rin Bri­git­te Hamann 14 000 Bän­de über­nom­men. Er kam des­we­gen vor Gericht und wur­de nun frei­ge­spro­chen.

Die Welt
Das Ende des Lek­to­rats
Es gibt immer mehr Text-Hil­fen, aber immer weni­ger gut lek­to­rier­te Tex­te. Zeit, sich Gedan­ken über ein mensch­li­ches Hand­werk zu machen, das in tech­ni­schen Tools zu ver­schwin­den droht. Von Karl Kraus könn­te man eines heu­te noch ler­nen.

Die Welt
Für die­sen Mann sind wir zu dumm
Er ist und bleibt einer der größ­ten deut­schen Schrift­stel­ler aller Zei­ten, aber ver­ges­sen ist Jean Paul doch. Über den Meis­ter­wer­ker aus Wun­sie­del sagt das wenig. Was es über die Men­schen und unse­re Gegen­wart ver­rät, steht – nebst eini­gem ande­ren – hier.

Die Welt
„Vie­le Ver­la­ge arbei­ten nur noch mit kon­for­men Influen­cern zusam­men“
Wie wird einer, der als Schü­ler kei­ne Bücher las, zu einem der erfolg­reichs­ten Buch-Influen­cer? Und was pas­siert, wenn man in die­ser Sze­ne nicht links ist? Ein Tref­fen mit dem Insta­gramm­er, der sich „Bücher­schrank“ nennt.

Ber­li­ner Zei­tung
Juli Zeh und die Brand­mau­er der Empör­ten: Guten Tag, Herr Nach­bar, sind Sie Nazi?
Die Schrift­stel­le­rin Juli Zeh mag ihre AfD wäh­len­den Nach­barn. Für die links­li­be­ra­le Bla­se ist das ein Skan­dal. Ein Kom­men­tar.

Ber­li­ner Zei­tung
Hei­ner Mül­ler zum 30. Todes­tag: „Län­ger als Unglück ist Zeit und län­ger als Glück“
Hei­ner Mül­ler war der ers­te gesamt­deut­sche Schrift­stel­ler nach dem Krieg und der letz­te euro­päi­sche Intel­lek­tu­el­le von Rang, der aus Deutsch­land kam. Was vor 30 Jah­ren geschah.

Ber­li­ner Zei­tung
Ein­la­dung in die Bar des Hotel Ritz: Her­mann Göring hat einen Auf­tritt im rosa Sei­den­ki­mo­no
„Der Bar­mann des Ritz“ spielt wäh­rend der Zeit der deut­schen Okku­pa­ti­on in Paris. Cock­tail­re­zep­te wer­den mit­ge­lie­fert.

Ber­li­ner Zei­tung
„The Tain­ted Cup“ von Robert Jack­son Ben­nett: Riech­fläsch­chen und Unge­heu­er
Die­ser fabel­haft die Gen­res ver­rüh­ren­de Roman spielt mit alten Mus­tern und neu­en Ideen. Es gibt einen mys­te­riö­sen Mord und ein eigen­wil­li­ges Ermitt­ler­duo. Die Kri­tik.

FAZ
Mit Gespür für das Geni­als­te
Er war als Redak­teur und Her­aus­ge­ber der Zeit­schrift „die horen“ mehr als vier­zig Jah­re lang eine der Zen­tral­fi­gu­ren des deut­schen lite­ra­ri­schen Lebens. Nun ist der Dich­ter Johann P. Tam­men im Alter von 81 gestor­ben.

FAZ
Was man sagen darf und was bes­ser nicht
Jah­re­lang sprach die Mut­ter von Emma­nu­el Car­rè­re kein Wort mit ihrem Sohn, nach­dem der Autor über ein von ihr streng gehü­te­tes Geheim­nis geschrie­ben hat­te. Nun steht sie wie­der im Mit­tel­punkt sei­nes Buches „Kolk­ho­ze“.

FAZ
Was bleibt von einem Leben, das sich auf­löst?
Der argen­ti­ni­sche Autor Jor­ge Barón Biza beging im Jahr 2001 Sui­zid. Sein Roman „Die Wüs­te und ihr Samen“ ist ein Ver­mächt­nis, des­sen leuch­ten­de Far­ben man nicht mehr ver­gisst.

FAZ
Und das war alles nur geklaut?
Marc Degens blickt in einem Schlüs­sel­ro­man auf die Pla­gi­ats­af­fä­re rund um Airens Roman „Stro­bo“ zurück. Fas­zi­nie­rend wird es da, wo die Dich­tung anfängt.

FAZ
Die Kind­ge­stalt des Tex­tes muss erhal­ten blei­ben
Zwei­fel im Selbst­ge­spräch, Strah­lungs­füh­lig­keit im poe­ti­schen Wald und mär­chen­haf­te Wan­de­run­gen zwi­schen Osten und Wes­ten: Ein Band der Rei­he „Text+Kritik“ über den Schrift­stel­ler Lutz Sei­ler ermög­licht frucht­ba­re Deu­tun­gen von des­sen Werk.

FAZ
Die Ech­sen­we­sen und der Schä­del des Ent­de­ckers
Der fran­zö­si­sche Autor Charles Deren­nes begab sich 1907 auf die Spu­ren von Jules Ver­ne und schrieb den Roman „Unge­heu­er am Nord­pol“, der nun in deut­scher Erst­über­set­zung vor­liegt. Kön­nen wir dar­aus ler­nen?

FAZ
An Sil­ves­ter trieb es ihn noch­mal in die Hei­mat
Yang Lian lebt seit vie­len Jah­ren im Exil. Als Dich­ter hat er sich sei­ne eige­ne Spra­che geschaf­fen. Nun erscheint eine Samm­lung sei­ner gran­dio­sen Essays über Chi­na.

Die Pres­se
Par­ty, Par­ty, Par­ty – drei Buch­tipps aus der Spec­trum-Redak­ti­on
Mas­ken­bäl­le in Lon­don, Liai­so­nen in Frank­reich und Fes­te im Bris­tol der 1950er-Jah­re. Drei glit­zern­de Buch­emp­feh­lun­gen zum Jah­res­aus­klang.

Frank­fur­ter Rund­schau
Das Leben im frü­hen 21. Jahr­hun­dert
„Die Schwes­tern“: Dem schwe­disch-tune­si­schen Autor Jonas Has­sen Khemi­ri gelingt ein kunst­vol­ler und glas­kla­rer Gegen­warts­ro­man.

Frank­fur­ter Rund­schau
Die bei­den größ­ten Aben­teu­er
„Die spä­ten Tage“: Nata­scha Wodins nicht beschö­ni­gen­des, aber schö­nes Buch über das Alter – und die Lie­be. Von Cor­ne­lia Geiß­ler.

Frank­fur­ter Rund­schau
Unter Pro­fes­so­ren
Ein famo­ser frü­her Kri­mi­nal­ro­man, der ein Gen­re mit begrün­det: „Die Oxford-Tra­gö­die“ von J. C. Mas­ter­man.

Tages­spie­gel
Die Wirk­lich­keit hat immer etwas Unzu­läng­li­ches
Ulrich Becher erzählt in sei­nem Buch „Män­ner machen Feh­ler“ vom Ber­li­ner Nacht­le­ben der Wei­ma­rer Repu­blik. 1933 muss­te er emi­grie­ren. Nun kom­men sei­ne Geschich­ten wie­der her­aus – und sind eine Ent­de­ckung.

Tages­spie­gel
„Üben Sie Ihren Geist an etwas ande­rem“
Hel­ga Schu­bert über Mut, Zen­sur und das Schrei­ben in der DDR

Die Zeit
Wild
Mit Ange­la Car­ters „Die blu­ti­ge Kam­mer“ ist ein Klas­si­ker des femi­nis­ti­schen Hor­rors end­lich wie­der auf Deutsch zu lesen.

Die Zeit
„Die­se Zei­len sind in mei­ne Mit­te hin­ein­ge­bohrt“
Die Schau­spie­le­rin Judi Dench, 90, wur­de mit den James-Bond-Fil­men welt­be­rühmt. Bei einem Besuch in ihrem Haus in Surrey erklärt sie, war­um sie die Büh­ne dem Film immer vor­zog und Shake­speare sie nie los­las­sen wird.

Die Zeit
In der Kunst wie im Traum
Mar­tin Mose­bachs Roman „Die Rich­ti­ge“ han­delt nicht umsonst von einem Maler und sei­nem Modell. Hier spricht der Schrift­stel­ler über sein beson­de­res Ver­hält­nis zur bil­den­den Kunst und dar­über, was sie mit dem lite­ra­ri­schen Schaf­fen gemein hat.

 

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Online seit: 30. Dezem­ber 2025

Zuletzt geän­dert: 30. Dez. 2025