Presseschau – 29. Oktober 2025

Ril­ke und der Faschis­mus / Ret­ten New-Romance-Roma­ne die Buch­bran­che? / Bet­ti­na Flit­ner / Jens Har­der / Ste­ven Uhly / Ruth Ach­la­ma / Per­ci­val Ever­ett …

NZZ
Am Ende sei­nes Lebens ent­pupp­te sich Ril­ke als Bewun­de­rer Mus­so­li­nis und der Dik­ta­to­ren
In Brie­fen aus den 1920er Jah­ren plä­dier­te der Dich­ter für den Gehor­sam gegen­über einem auto­ri­tä­ren Dik­tat, wie er es in Ita­li­en unter dem Duce her­auf­zie­hen sah.

NZZ
Die unglück­li­che Mut­ter und das dröh­nen­de Schwei­gen ihrer Fami­lie
Bet­ti­na Flit­ner erkun­det nach dem Schick­sal ihrer Schwes­ter nun auch die Tra­gö­die ihrer früh aus dem Leben geschie­de­nen Mut­ter.

FAZ
Hun­dert Mil­li­ar­den Jah­re auf zwei­hun­dert Sei­ten
Vor mehr als zwan­zig Jah­ren hat er begon­nen, die Evo­lu­ti­ons­ge­schich­te als Comic zu erzäh­len. Nun schließt Jens Har­der mit „Gam­ma …visi­ons“ das Pro­jekt ab. Die­ser vier­te Teil aber blickt in die Zukunft, bis zum Ende all des­sen, was wir uns vor­stel­len kön­nen.

FAZ
Den Spieß umdre­hen
Glän­zend: In ihrem ers­ten Roman „Dai­ly Soap“ macht sich die Schwei­ze­rin Nora Osagio­ba­re über den all­täg­li­chen Ras­sis­mus in ihrem Land lus­tig.

FAZ
Eine Lie­bes­ge­schich­te mit der hebräi­schen Spra­che
Gebo­ren 1945, kon­ver­tier­te sie spä­ter zum Juden­tum und ging nach Isra­el. Dort wur­de Ruth Ach­la­ma zur wich­tigs­ten Über­set­ze­rin aus dem Hebräi­schen ins Deut­sche. Nun wird sie acht­zig Jah­re alt.

FAZ
Betre­ten ver­bo­ten
In Ste­ven Uhlys neu­em Roman reist ein gewis­ser Ste­ven Uhly nach einem Todes­fall in die USA. Der trau­ri­ge Anlass führt zu einem absur­den Wett­streit um ein Erbe, bei dem er das Trump-Land mal so rich­tig ken­nen­lernt.

FAZ
All­tags­ge­sche­hen kann wie im Flug ver­ge­hen
Schwarz­brot-Roman­tik gibt es hier nicht: Fran­çois Bégau­de­aus Roman „Die Lie­be“ ist trotz sei­nes seich­ten Titels, und obwohl er von einer schein­bar unspek­ta­ku­lä­ren Begeg­nung erzählt, ein klei­nes lite­ra­ri­sches Meis­ter­werk.

Die Welt
War­um ChatGPT gegen Nabo­kov kei­ne Chan­ce hat
Micha­el Maar ist der Sohn des Sams-Erfin­ders – und selbst einer der bril­lan­tes­ten Sti­lis­ten des Lan­des. In sei­nem Buch „Das vio­let­te Hünd­chen“ zeigt er, war­um Algo­rith­men Lite­ra­tur so schnell nicht erset­zen wer­den. Ein Haus­be­such.

Die Welt
Wor­an der „Stiller“-Film schei­tert
Der Roman „Stil­ler“ von Max Frisch erzählt von der boh­ren­den Sehn­sucht des moder­nen Men­schen, sich allen Fest­le­gun­gen zu ent­zie­hen. In der Ver­fil­mung bril­liert Pau­la Beer als Ehe­frau. In einem ent­schei­den­den Punkt aber ver­fehlt der Film das The­ma der berühm­ten Vor­la­ge.

Frank­fur­ter Rund­schau
Fremd an der Küs­te eines fer­nen Mee­res
Lavie Tid­har ver­webt Holo­caust-Über­le­ben­de und Kib­buz-Leben zu einem Pan­ora­ma von Gewalt, Ver­lust und Iden­ti­täts­su­che in Isra­el.

Tages­spie­gel
„Habe kei­ne Angst, du bist auf der rus­si­schen Sei­te“
Der Schau­spie­ler, Musi­ker und Mode­ra­tor Dani­el Dons­koy hat mit „Bren­nen“ sei­nen ers­ten Roman geschrie­ben – immer schön ent­lang der eige­nen Bio­gra­fie.

Süd­deut­sche Zei­tung
So redet man anein­an­der vor­bei
Per­ci­val Ever­ett hat mit „Dr. No“ eine iro­ni­sche Etü­de über das Nichts geschrie­ben. Kann der Roman sei­nem Meis­ter­werk „James“ das Was­ser rei­chen?

Süd­deut­sche Zei­tung
„Die­se Gen­res haben Men­schen von Net­flix zurück­ge­holt zum Lesen“
Ret­ten New-Romance-Roma­ne die Buch­bran­che? Hat anspruchs­vol­le Lite­ra­tur noch eine Chan­ce? Fra­gen an Karin Schmidt-Fri­de­richs, schei­den­de Vor­ste­he­rin des Bör­sen­ver­eins des Deut­schen Buch­han­dels, und ihren Nach­fol­ger Sebas­ti­an Gug­golz.

 

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Online seit: 29. Okto­ber 2025

Zuletzt geän­dert: 30. Okt. 2025