Presseschau – 29. Juli 2026
NZZ
Das Glück des Untüchtigen und das Unglück der Tüchtigen
Dave Eggers’ „Contrapposto“ ist eine rasante Geschichte über unerfüllte Liebe und zugleich ein überlanger, wenig ergiebiger Roman über den Kunstbetrieb.
NZZ
Kaufen, scannen, vernichten: KI-Firmen füttern ihre Sprachmodelle mit gebrauchten Büchern
Anthropic muss 1,5 Milliarden Dollar zahlen – wegen illegaler Buchdownloads. Doch das KI-Unternehmen hat bereits eine neue Strategie, um kostengünstig an Text zu gelangen: Antiquariate leer kaufen. Nun meldet auch die Schweiz auffällige Bestellvolumen.
NZZ
Ausgerechnet Berlin als Exil: Wieso viele grosse Schriftsteller des Ostens ihre Archive in den Westen schaffen
Ob Imre Kertész, Péter Nádas oder nun Norman Manea: Weltliterarisch bedeutsame Bestände kommen in den deutschsprachigen Raum. Der Grund ist politisch.
Die Welt
Wer ihn liest, muss die Ehe als Hölle empfinden
Weil seine Frau den Sex verweigert, stopft sich der Ehemann heimlich mit Süßigkeiten voll. Heinz Strunk erzählt in seinem neuen Roman von den Seelennöten des Menschen. Warum er sich – auch ganz ohne Ehe – so oft unwohl fühlt.
Die Welt
„Es gab Kollegen, die bis zu 50.000 Euro Mehr-Umsatz binnen weniger Wochen hatten“
Seit Monaten erleben deutsche Antiquariate einen Bestellboom. Dahinter stecken Bots für KI-Firmen. Im Interview erklärt der Antiquar Markus Brandis, wie Anthropic & Co das Weltwissen scannen – ohne Rücksicht auf geistiges Eigentum.
Die Welt
Mehr Scham als Ruhm – Der woken Übersetzerin ist Nolans „Odyssee“ zu woke
Christopher Nolans „Die Odyssee“ zieht massenhaft Besucher an. Doch viele Kritiker sehen darin eine verfälschende Modernisierung des uralten Mythos. Kritik kommt jetzt von unerwarteter Seite. Eine besondere Rolle spielt dabei der Hund des Helden.
FAZ
Gesprengte Ketten?
Alex Haleys historisches Epos „Roots“ (1976) und dessen Verfilmung haben die Geschichte der Sklaverei mit großer Wirkung popularisiert – Folge 41 der F.A.Z.-Serie „Amerika, wie es im Buche steht“.
FAZ
Höhere Langeweile im Grenzgebiet
Ein Gasthof, Schmuggel und Entführung durch NS-Schergen: In „Querfeldein“ verarbeitet Alex Capus historische Begebenheiten. Das Ergebnis überzeugt allerdings nur bedingt.
FAZ
„Die Menschen hier kommen sich zunehmend verarscht vor“
Die Bestsellerautorin Juli Zeh lebt in einem Dorf in Brandenburg, in dem die AfD die absolute Mehrheit holt. Warum sie den Zorn der Provinz verteidigt und manchmal einen Bürgerkrieg befürchtet: Ein Besuch.
FAZ
Böser Blick vom Leinensofa
Zoe Dubno rechnet in ihrer Satire „Nur das Allerbeste“ mit den Insidern der New Yorker Kunst- und Kulturszene ab. Dabei nimmt sie sich Thomas Bernhards „Holzfällen“ zum Vorbild.
FAZ
Was der Kroatienkrieg in den Menschen angerichtet hat
Ena Katerina Haler hat mit „Die Schuldlosen“ einen Roman geschrieben, der über seine Sprachschichtung ebenso politisch ist wie mit seiner Geschichte. Aber trotzdem stimmt etwas damit nicht.
Frankfurter Rundschau
Der fliegende Norweger
Mit Karl Ove Knausgård zu einem Saufbold und Liebenden nach „Arendal“.
Berliner Zeitung
„Weltzeituhr“: Dieser Roman macht die 1970er- und 80er-Jahre lebendig
Sehr genau erzählt die Berliner Psychotherapeutin und Autorin Helga Kurzchalia von einer Zeit, die sie selbst erlebt hat. Ihr beobachtender Stil besticht.
Die Zeit
„Sucht ist ja auch eine Sehnsucht“
Die letzte Ehe der großen Schriftstellerin Brigitte Reimann mit einem Arzt verlief extrem ungesund. Dessen Tochter hat nun ein Buch darüber geschrieben, das Frauen ermutigen soll, sich zu befreien.
Die Zeit
Dieses Fell riecht nach Freiheit
Was für eine Geschichtenmagierin: Die polnische Schriftstellerin Joanna Bator leuchtet in ihren Erzählungen unseren dunklen Kern aus.
Der Standard
Johanna Sebauers „Popóm“: Lebensrat von Stefanie Werger und dem Doppelgänger
Die österreichische Autorin erzählt in ihrem Roman von einem Endzwanziger, der lernen muss, sich selbst zu finden. Österreichischer Charme in Norddeutschland!
Süddeutsche Zeitung
Sie will ihm verzeihen: Sonya Walgers sensationeller Vater-Roman „Löwe“
In „Löwe“ schreibt sich die englische Schauspielerin Sonya Walger ihren Vater von der Seele: einen Flaneur und Spieler, der nur da war, wenn es in sein chaotisches Leben passte – der dann aber liebte wie kein Zweiter.
Süddeutsche Zeitung
Endlich wieder gelacht
Eine gute Nachricht aus dem englischsprachigen Raum: Es gibt einen neuen Essayband von David Sedaris – für viele der lustigste Autor, den es gibt.
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Online seit: 29. Juli 2026
Zuletzt geändert: 29. Juli 2026
