Presseschau – 24. August 2026
FAZ
Zweispråchige Zeichnerin
Vom Zauber der aus Deutsch und Dänisch geformten Schroffwände: Liv Thastum hält in ihrem Lyrikdebüt „åben die erda“ allen Vorstellungen von sprachlicher Reinheit Lücken, Lautspiele und Imagination entgegen.
FAZ
Wehmütig, aber nicht resigniert
Kann man Liebe und Jugend, die DDR und unsere Gegenwart erzählerisch gewitzt und neu unter einen mecklenburgischen Himmel bringen? In Ingo Schulzes neuem Roman „Das Wasser im August“ gelingt das spielend.
FAZ
Was Samuel Beckett im Deutschland des Jahres 1936 erlebte
Als Samuel Beckett 1936 nach Deutschland reiste, führte er das einzige Mal in seinem Leben Tagebuch. Jetzt kann man es vollständig lesen – und auch, dass dem Schriftsteller nicht nur das ewige „Heil Hitler“ auf die Nerven ging.
Die Presse
Nordische Bücher mit einem kräftigen Schuss Melancholie
Die Malerin Anna Boberg malte allein im Norden, ein Sohn macht einen seltsamen Ausflug mit seinem Vater, und ein Fährmann schippert ein letztes Mal durch die Fjorde. Diese drei Bücher aus Norwegen sind die Vorboten der Herbststimmung.
Frankfurter Rundschau
Die Möglichkeit, sich näherzukommen
Eine verlassene Tochter: Leh Wei Liaos für den Deutschen Buchpreis nominierter Debütroman „Glaszeit“ fragt, was Körpersein heute noch bedeutet.
Frankfurter Rundschau
„Bald fange ich wirklich an zu kotzen. Oder fahre heim“
Die Begeisterten und die Verängstigten: Samuel Becketts Tagebücher zu seinem Deutschland-Aufenthalt 1936/37 sind jetzt in einer exzellenten zweisprachigen Ausgabe zu erleben.
Tagesspiegel
Ein Mercedes, eine Liebe und ganz viel Müller-Milch
Von Bali über Berlin nach St. Moritz: Caroline Wahl hat einen unterhaltsamen Road- und Hochstaplerinnen-Roman geschrieben.
Berliner Zeitung
Offener Brief von Natascha Wodin an die FAZ: „Aus den Glutnestern ein Flächenbrand“
Die Schriftstellerin bezieht Stellung zur Aussage der „Tötung von Russen“. Wodin zeigt, dass die Russophobie nach 1945 weiter schwelte und nun neu aufbricht.
Der Standard
Literatur in Häppchen: Die Deutsche Bahn verkürzt die Wartezeit mit KI-Lektüre
Literatur-Klassiker werden mithilfe von KI in gekürzter Form auf Bahnhofswände projiziert – aber welchen Zweck erfüllt der Trend zur Kondens-Literatur?
Süddeutsche Zeitung
Wenig zu spüren
Eine Lyrikerin, die ihre Biografie erfunden hat, und eine Journalistin, die ihr auf der Spur ist: Die Plot-Idee von Özge İnans Roman „Die Dichterin“ ist fabelhaft. Doch die Figuren bleiben schematisch, die Sprache erstickt in Floskeln.
Süddeutsche Zeitung
Ist das wirklich der Größte?
Mal wieder hat ein Autor den „großen Gegenwartsroman“ hingelegt – angeblich. Diesmal Philipp Oehmke mit dem Roman „Papenburg“. Man ahnt es schon: Bei dieser Flughöhe kann man nur scheitern.
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Online seit: 24. August 2026
Zuletzt geändert: 24. Aug. 2026
