Presseschau – 23. September 2025

Ian McE­wan / Woo­dy Allens Roman-Debüt / Eli­as Canet­ti / Max Frisch / Ulri­ke Draes­ner / Geor­ge Sand / Tho­mas Arzt / Édouard Lou­is …

NZZ
Eli­as Canet­ti hat den Men­schen in sei­nen klein­geis­ti­gen und zugleich grös­sen­wahn­sin­ni­gen Bedürf­nis­sen por­trä­tiert
Gera­de sind die ers­ten bei­den Bän­de der neu­en Zür­cher Aus­ga­be erschie­nen. Sie zei­gen den Lite­ra­tur­no­bel­preis­trä­ger Canet­ti von sei­ner inti­men und bos­haf­ten Sei­te zugleich.

Die Welt
Woo­dy Allens ers­ter Roman ist viel­leicht sein letz­ter Film
Woo­dy Allen wird 90 Jah­re alt. Jetzt hat er sei­nen ers­ten Roman geschrie­ben. Wer will, kann dar­an eine Abrech­nung mit sei­ner Ex-Frau und sei­nem Stief­sohn erken­nen. Wer das nicht will, amü­siert sich trotz­dem.

Die Welt
„Jeder Mensch erfin­det sich frü­her oder spä­ter eine Geschich­te, die er für sein Leben hält“
Ob man als Schrift­stel­ler heu­te noch mal so berühmt wer­den kann, wie Max Frisch es war? Eine neue Bio­gra­fie zeigt ihn als Schrift­stel­ler, der sich ein­misch­te, Jagu­ar fuhr und nichts dem Zufall über­ließ. Bio­gra­fie, ein Spiel? Von wegen.

FAZ
Odys­see für Pene­lo­pe
Ulri­ke Draes­ner setzt die weib­li­che Deu­tung der home­ri­schen Gesän­ge fort mit ihrem Vers­epos „pene­lo­pes sch()iff“. Die Titel­fi­gur erhält dar­in sozu­sa­gen ihre eige­ne Odys­see – Odys­seus wird Rasen­züch­ter.

FAZ
Die Männ­lich­keit ist ein Pul­ver­keks, Schwes­ter!
Wer die­ses Buch von hyper­rea­lis­ti­scher Dras­tik liest, muss hart­ge­sot­ten sein: Die Mexi­ka­ne­rin Dah­lia de la Cer­da schreibt in „Reser­voir Bit­ches“ über Gewalt gegen Frau­en in einem maro­den Staat.

FAZ
Stri­cken, stop­fen? Kämp­fen, wir­ken!
Geor­ge Sand ist eine Iko­ne der Frau­en­be­we­gung – aber wer liest ihre Bücher? Die Neu­über­set­zung ihres Romans „Nanon“, der die Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on aus der Sicht eines Bau­ern­mäd­chens beschreibt, könn­te der Beginn einer Wie­der­ent­de­ckung sein.

Die Pres­se
Didier Eri­bon: „Die Win­deln wech­selt man nur noch alle drei Tage“
Der fran­zö­si­sche Sozio­lo­ge und Phi­lo­soph tritt Sams­tag beim Huma­ni­ties Fes­ti­val in Wien auf: Ein Gespräch vor­ab – über alte Men­schen als „Pari­as“, sei­ne Unter­stüt­zung für den links­ra­di­ka­len Jean-Luc Mélen­chon und sei­ne Jugend als Trotz­kist.

Die Pres­se
Kri­mi­le­gen­de Sara Parets­ky über die Regie­rung Trump: „Sie war­ten auf ihren Reichs­tag-Moment“
Inter­view. Sara Parets­ky zählt dank ihrer Hel­din V. I. War­shaw­ski zu den meist­ge­ehr­ten Kri­mi­au­torin­nen: über die Not­wen­dig­keit von Zivil­cou­ra­ge, die Abscheu vor den der­zei­ti­gen Macht­ha­bern in den USA und die Zer­stö­rung der Ver­fas­sung.

Die Pres­se
„Asa“: Immer Jäge­rin, nie­mals Beu­te
Zoran Drven­kars Rache­thril­ler erin­nert an „Hun­ger Games“ und zeigt, wie Gewalt immer mehr Gewalt gebiert.

Frank­fur­ter Rund­schau
Die Welt im Jahr 2119
„Was wir wis­sen kön­nen“: Ian McE­wans gro­ßer neu­er Roman greift weit aus und endet als Lie­bes­ro­man.

Die Zeit
Der Loser und sein Schat­ten
Woo­dy Allen hat sei­nen Debüt­ro­man geschrie­ben, im Alter von 89 Jah­ren. „What’s with Baum?“ han­delt aus­ge­rech­net von sexu­el­ler Beläs­ti­gung. Eine gute Idee?

Der Stan­dard
Autor Tho­mas Arzt erzählt span­nend über Mid­life-Cri­sis eines Man­nes
Dem Schrift­stel­ler gelingt es im Roman „Das Unbe­ha­gen“ ein Gefühl der all­ge­mei­nen Über­for­de­rung in Spra­che zu über­set­zen

Der Stan­dard
Pro­vo­ka­ti­on? Woo­dy Allens Roman han­delt von Vor­wür­fen sexu­el­ler Beläs­ti­gung
Der Fil­me­ma­cher ver­öf­fent­licht mit 90 sei­nen ers­ten Roman – die Par­al­le­len der Haupt­fi­gur zu Allens eige­ner Per­son wer­den kon­tro­vers dis­ku­tiert. Ihn selbst lässt das kalt.

Süd­deut­sche Zei­tung
Die Idio­tie jener Tage
Wie schau­en Men­schen im Jahr 2119 zurück auf unse­re Gegen­wart? Die­ses Expe­ri­ment macht Ian McE­wan in sei­nem neu­en Roman „Was wir wis­sen kön­nen“ – und kommt aus dem Kopf­schüt­teln nicht mehr raus. Sehr scharf­sin­nig ist das nicht.

Süd­deut­sche Zei­tung
Wer hat das Recht, groß zu träu­men?
In sei­nem Buch „Der Absturz“ ver­sucht Édouard Lou­is, Class-Wri­ting-Best­sel­ler­au­tor, sei­nen am Leben geschei­ter­ten Bru­der zu ver­ste­hen. Und hat mal wie­der am meis­ten Ver­ständ­nis für sich selbst.

* * *

Online seit: 23. Sep­tem­ber 2025

Zuletzt geän­dert: 23. Sep. 2025