Presseschau – 23. Oktober 2023

Kehl­mann über Rush­die / Ste­phen King goes woke / John Le Car­ré / Durs Grün­bein und Eva Sichel­schmidt …

NZZ
Ein Meis­ter­werk der Nega­ti­vi­tät – Zol­tán Dany­is «Rosen­ro­man» ist von magi­scher Schön­heit, wühlt aller­dings aus­schliess­lich im Häss­li­chen
Der 50-jäh­ri­ge unga­ri­sche Erzäh­ler Zol­tán Danyi hat auch mit sei­nem zwei­ten Roman einen gros­sen Auf­tritt. Man könn­te fast von einem Anti-«Candide» spre­chen – Vol­taires Vor­stel­lung von der Pfle­ge eines Gar­tens als Ort des Frie­dens erfährt ein schar­fes Demen­ti.

NZZ
Natür­lich mei­nen Luk­ja­nen­ko und Kra­sow­ski nicht, dass alle ukrai­ni­schen Kin­der ertränkt, ver­brannt oder aus­ge­peitscht gehör­ten – nur sol­che mit patrio­ti­scher Gesin­nung
Ser­gei Gera­si­mow befin­det sich noch immer in Char­kiw und führt sein Kriegs­ta­ge­buch wei­ter.

NZZ
Durs Grün­bein sagt: «Ein Gross­teil des­sen, was ich schrei­be, ent­steht aus Gesprä­chen mit dir» – «Ohne dich wür­de ich kei­nen Satz schrei­ben», ant­wor­tet Eva Sichel­schmidt
Der gelehr­te Dich­ter und die Erzäh­le­rin, die zu ergrün­den ver­sucht, wie wir wer­den, wer wir sind: Durs Grün­bein und Eva Sichel­schmidt sind schrei­bend in ver­schie­de­nen Wel­ten unter­wegs. Und seit über zwan­zig Jah­ren ein Paar.

FAZ
Vom Him­mel fal­len und über­le­ben
Sei­ne Phan­tas­tik ist kein Eska­pis­mus, son­dern ein Ver­fah­ren, uns die Men­schen­na­tur in ihrer Grö­ße und Schwä­che, ihrer Hin­fälligkeit und Aus­ge­setzt­heit zu zei­gen: Lau­da­tio auf den Frie­dens­preis­trä­ger Sal­man Rush­die.

FAZ
Agent in eige­ner Sache
„Es ging mit einem Fun­ken Wahr­heit los und brei­te­te sich aus“: John Le Car­rés Söh­ne Simon und Ste­phen Corn­well über ihren berühm­ten Vater und Errol Mor­ris’ Doku­men­ta­ti­on „Der Tau­ben­tun­nel“, die sie mit­pro­du­ziert haben.

Die Welt
Als Fried­rich Rück­ert eine preu­ßi­sche Krie­ge­rin besang
1813. Deutsch­land erhebt sich gegen Napo­le­on. Im Lüt­zow­schen Frei­korps grei­fen Frei­wil­li­ge aus allen Stän­den zu Waf­fen. Nur Män­ner? Nein, auch eine Frau hat sich als „August Renz“ ein­ge­schmug­gelt. Sie war grö­ßer und tap­fe­rer als vie­le Kame­ra­den. Ihr Tod wird Anlass für ein Gedicht.

Die Pres­se
Dich­ten, als würz­te man einen Bra­ten
Immer ein Lie­ben­der blei­ben: Juli­an Schuttings genaue Auf­zeich­nun­gen von Wegen und Wahr­neh­mun­gen.

Der Stan­dard
Wo Adal­bert Stif­ters Natur­phi­lo­so­phie aktu­ell geblie­ben ist
Aus Anlass der Wie­der­eröff­nung des „Stif­ter­Haus“ wid­met sich die Schrift­stel­le­rin Sabi­ne Scholl dem Natur­dich­ter par excel­lence

Der Stan­dard
„Der ent­führ­te Wes­ten“: Wie Milan Kun­de­ra mit poli­ti­scher Pro­phe­tie glänz­te
Ein hell­sich­ti­ger und erstaun­lich aktu­el­ler Essay des im Juli ver­stor­be­nen Schrift­stel­lers liegt erst­mals auf Deutsch vor

Der Stan­dard
Autorin Rita Falk: „Aus der Tages­po­li­tik wür­de ich mich ger­ne raus­hal­ten“
Mit „Ste­ckerl­fisch­fi­as­ko“ liegt ein neu­er Band der höchst erfolg­rei­chen Eber­ho­fer-Kri­mis der Baye­rin vor. Poli­tisch kor­rek­te Kri­tik fin­det sie „anstren­gend“

Die Zeit
Ist woke das neue mons­trös?
Ste­phen King hat­te mit Hol­ly Gib­ney eine gro­ße Frau­en­fi­gur geschaf­fen. In sei­nem neu­en Roman opfert er sie der Ideo­lo­gie.

Süd­deut­sche Zei­tung
Angst in Hal­le 3
Kla­re Bedro­hungs­la­ge – und wel­ches Kon­zept? Auf der Frank­fur­ter Buch­mes­se waren vor allem jüdi­sche Autorin­nen und Autoren nicht aus­rei­chend geschützt.

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Online seit: 23. Okto­ber 2023

Zuletzt geän­dert: 23. Okt. 2023