Presseschau – 17. Juli 2026
NZZ
„Die Islamisten kennen unsere Schwachstellen. Sie wissen genau, wie man Schuldgefühle politisiert“, sagt der algerisch-französische Schriftsteller Kamel Daoud
Europa müsse die Deutung des Islams selbstbewusst mitprägen, statt sie den Radikalen zu überlassen, sagt Kamel Daoud. Er wirft der Linken vor, aus Angst vor Rassismus über Islamismus zu schweigen.
Die Welt
Die „Odyssee“ zum Lesen – das sind die besten Fassungen auf Deutsch
Kein Film kann die ganze „Odyssee“ abbilden. Wer wissen will, worum es bei Homer wirklich geht, muss lesen. Doch schon mit der Wahl der Übersetzung trifft man eine grundlegende Entscheidung. Hier sind die besten deutschen Versionen aus 250 Jahren.
FAZ
Wollen Sie sich über Heidelberg lustig machen, Herr Strunk?
Zwischen Erhabenheitsgefühl auf dem Philosophenweg und Snacks von der Tankstelle passt noch eine kleine Katastrophe: Ein Gespräch in Heidelberg mit Heinz Strunk über seinen neuen Roman „Memories of Heidelberg“.
FAZ
„Lerne in Stille, dir selbst zuzuhören“
Ein Dreischritt aus Selbstanklage, Seelenstriptease und Selfempowerment: Benjamin Maacks Depressionstagebuch „Bewerbungen um einen Job als Mensch“ nimmt Anlauf zu einer neuen Sensibilität.
FAZ
Soll die Buchbranche sich jetzt selbst bespitzeln?
Der Schriftstellerverband protestiert gegen das Vetorecht, das der Kulturstaatsminister beim Deutschen Verlagspreis beansprucht. Das hatte Weimers Amt indes schon immer. Was bedenklich stimmt, ist die neue Rolle des Börsenvereins.
FAZ
Der Trick mit dem Stuhl
Es klingt wie ein Scherz auf eigene Kosten, aber William Faulkner meinte es ernst, als er seinen Roman „Licht im August“ als Stoff für einen Micky-Maus-Film empfahl – der 32. Teil der Serie „Amerika, wie es im Buche steht“.
FAZ
Wenn der Korrektor der Korrektoren neue Fehler produziert
Rebellion der Undankbarkeit: Hiroko Oyamadas proletarischer Roman „Die Fabrik“ gibt Einblicke in die geschlossene Gesellschaft eines japanischen Firmenalltags, in dem die Arbeiter Zombies ähneln.
FAZ
Gärung im Komposthaufen der Literaturgeschichte
Ein wild wuchernder Gedichtband über die Seele als Gurke und das Weltall als Grünkohl: Ann Cotten stellt „Poller“ in ihre sogenannten Idyllen.
FAZ
Zwischen Räubern und Zauberern
Der Journalist und Philosoph Stanisław Vincenz (1888–1971) schrieb zwischen den Weltkriegen Sagen, Legenden und Geschichten der Huzulen aus dem äußersten Südosten Polens auf. Nun lassen sie sich neu entdecken.
FAZ
Berg frei!
In „Wir gehen mal los“ werden an der Steilwand Familienverhältnisse geklärt. Doch Raffaella Romagnolo lässt das Hauptmotiv ihres Romans ungenutzt.
FAZ
Die Angst, einen Geist zu verjagen
In „Mein Jahr in Paris mit Gertrude Stein“ von Deborah Levy begibt sich die Erzählerin auf die Spuren der legendären amerikanischen Autorin durch malerische Kulissen und Reminiszenzen der Stadt. Aber wo landet sie?
Die Presse
Joni Mitchell stand Pate – der Roman, der Schubert und Paris verbindet
Klemens Renoldner, langjähriger Dramaturg, erzählt von einem Wiener Dokumentarfilmer, einer Todesankündigung und der Frage, wie viele Wahrheiten ein Freundeskreis verträgt.
Die Presse
Sie fällt ins Koma und er betrügt sie
Die Welt wird von Krisen heimgesucht und eine Familie rutscht ins Chaos. Trotzdem trägt Angelika Klüssendorfs neuer Roman den Titel „Trost“. Warum ist das so?
Die Presse
Die neuen Anti-Heimatromane sind queer, satirisch und ohne Happy End
Heimat hat in der Gegenwartsliteratur Hochkonjunktur, der Anti-Heimatroman österreichischer Prägung ist ein Exportschlager. Aber welche Veränderungen hat das Genre durchlaufen, wartet es noch mit Innovationen auf?
Frankfurter Rundschau
„Dieses Vaterland erlaubte mir, Patriot und Weltbürger zu sein“
Eine attraktive Joseph-Roth-Edition gibt Gelegenheit, dem großen Schriftsteller und seiner Habsburg-Nostalgie wiederzubegegnen.
Frankfurter Rundschau
„Stagnacja ist der Tod“
Martin Piekars Romandebüt „Vom Fällen eines Stammbaums“ erzählt mit poetischer Wucht von Migration, Armut, Alkoholkrankheit und einer erschütternden Mutter-Sohn-Liebe.
Berliner Zeitung
„Ist das noch mein Land?“: PEN Berlin bringt Literatur-Prominenz nach Sachsen-Anhalt
Ahmad Mansour, Margot Käßmann, Deniz Yücel, Monika Maron, Clemens Meyer: PEN Berlin will im August Heimat-Debatten in Sachsen-Anhalt führen.
Der Standard
Håkan Nesser berichtet über Museumsarbeit mit Fußfessel
Der schwedische Krimi-Autor war im Mai aus der 18-monatigen Haft in die gemeinnützige Arbeit entlassen worden
Süddeutsche Zeitung
Die den Deutschen einen neuen Feminismus brachte
Der Hörsaal war ihre Bühne: Die Literaturwissenschaftlerin Barbara Vinken hat nicht nur über Mode geschrieben, sondern ihren Studentinnen vor allem gezeigt, dass Theorie immer auch Leben ist. Nun hat sie sich von der Universität verabschiedet.
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Online seit: 17. Juli 2026
Zuletzt geändert: 17. Juli 2026
