Presseschau – 16. Oktober 2026

Gerold Späth / Dmit­ry Gluk­hovs­ky / Botho Strauß / Sal­ly Roo­ney / Jochen Schim­mang / Lin­nea Kuulu­vai­nen / Ste­ven Uhly / Sabri­na Janesch / Uwe Timm / Richard David Precht / Isa­bel Allen­de …

NZZ
Ein Rea­list mit aus­ufern­der Phan­ta­sie: zum Tod des Schwei­zer Schrift­stel­lers Gerold Späth
In sei­ner hei­mat­kri­ti­schen Lite­ra­tur hat er das Spiess­bür­ger­tum zur Kennt­lich­keit ent­stellt. Nun ist der gros­se Schwei­zer Autor des Gro­tes­ken 86-jäh­rig ver­stor­ben.

Die Welt
Nicht der Staat schal­tet die Rus­sen gleich – sie tun es selbst
Als der Ukrai­ne-Krieg aus­brach, floh er aus Mos­kau in den Wes­ten. Ein rus­si­sches Gericht ver­ur­teil­te Dmit­ry Gluk­hovs­ky als „Aus­lands­agent“ zu acht Jah­ren Haft. Jetzt erklärt er sei­nen Lands­leu­ten in sei­nem neu­en Roman ihr Leben in der Dik­ta­tur.

Die Welt
Unglück­lich­sein – eines der letz­ten Tabus
Wann ist man alt? Wenn Den­ken nur noch Geden­ken ist und Auf­klä­rung nur noch Ver­klä­rung? Der Schrift­stel­ler Botho Strauß macht nun Lust auf die aller­letz­ten Din­ge des Lebens.

FAZ
Ver­lag zieht rus­sisch-ukrai­ni­sche Lie­bes­ge­schich­te zurück
Ein rus­si­scher Sol­dat und eine ukrai­ni­sche Zivi­lis­tin ver­lie­ben sich in der Geschich­te einer jun­gen Autorin. Noch bevor der Ver­lag ihr Buch ver­öf­fent­licht, hagelt es hef­ti­ge Kri­tik an der Dar­stel­lung.

FAZ
Bann mit Ansa­ge
Sie ist eine der welt­weit erfolg­reichs­ten Schrift­stel­le­rin­nen ihrer Gene­ra­ti­on, doch Sal­ly Roo­neys Bücher wer­den nun in Groß­bri­tan­ni­en nicht mehr ver­kauft. War­um der Ver­lag die Aus­lie­fe­rung gestoppt hat.

FAZ
Man steigt nicht zwei­mal in den­sel­ben Bus
Die sechs „Erzäh­lun­gen“, die Jochen Schim­mangs neu­es Buch ver­sam­melt, ent­spre­chen nicht dem Gat­tungs­be­griff. Es sind auto­bio­gra­phi­sche Ver­su­che, die den Leser zu Erkun­dun­gen in eige­ner Sache ver­füh­ren.

FAZ
Was ist wirk­lich steh­lens­wert?
Ein letz­tes Mal erzählt Col­son Whit­ehead von den Raub­zü­gen sei­ner New Yor­ker Gano­ven um den Möbel­händ­ler Ray Car­ney: Mit „Cool Machi­ne“ been­det er sei­ne Har­lem-Tri­lo­gie.

FAZ
Wie Sze­nen aus unge­schrie­be­nen Stü­cken
Wenn Botho Strauß in sei­nem neu­en Buch sagt, es gehe ihm nicht um Auf­klä­rung, son­dern um Ver­klä­rung, tut er dem Begriff unrecht. Und er ver­kennt, wie viel Auf­klä­rung in sei­nen Selbst­be­ob­ach­tun­gen steckt.

FAZ
Als der Wald Men­schen ver­schlang
Ein tota­li­tä­rer Staat und hin­ter den Stadt­mau­ern eine feind­se­lig gewor­de­ne Natur: In Lin­nea Kuulu­vai­nens Debüt­ro­man „Dickicht“ geht es so bedrü­ckend zu wie bei Geor­ge Orwell. Bis sich eine jun­ge Frau in den Wald wagt.

FAZ
Wie wär’s mal mit einem Roman übers Roman­schrei­ben?
Ste­ven Uhly nimmt uns in sei­nem Roman „Nichts als Freu­de“ mit in die eige­ne Schreib­werk­statt. Und auf Ent­de­ckungs­fahrt ins Unter­be­wuss­te.

FAZ
Auch die Schat­ten haben ihre Schat­ten
„Yumi­kos Para­vent“, der zwei­te Roman von Hanns Zisch­ler, erin­nert mit sei­ner flä­chi­gen Ruhe an einen japa­ni­schen Holz­schnitt. Es geht um die gehei­me Brief­lie­be zwei­er Men­schen über Jahr­zehn­te und Kon­ti­nen­te hin­weg.

FAZ
Ger­tru­de beschließt zu kämp­fen
Dass Hawai’i heu­te der fünf­zigs­te Bun­des­staat der USA ist, ver­dankt sich einem Putsch im Jahr 1893 gegen die dor­ti­ge Köni­gin. Sabri­na Janesch erzählt davon in ihrem Roman „Ter­ri­to­ri­um“, der aktu­el­ler kaum sein könn­te.

Frank­fur­ter Rund­schau
Uwe Timms „Am Bei­spiel mei­nes Bru­ders“: Wis­sen wol­len
Uwe Timms „Am Bei­spiel mei­nes Bru­ders“.

Süd­deut­sche Zei­tung
Er weiß nicht, dass er nichts weiß
Richard David Prechts neu­es Essay „Aus­er­zählt? Wie künst­li­che Intel­li­genz die Kul­tur abschafft“ ist apo­ka­lyp­ti­sche Bil­dungs­hu­be­rei ohne Erkennt­nis­ge­winn.

Der Stan­dard
Best­sel­ler­au­torin Isa­bel Allen­de erhält Pla­ne­ta-Preis
Für ihren neu­en Roman „La hora antes del alba“ wird sie mit einer Mil­li­on Euro belohnt. Über­reicht wur­de der Preis vom spa­ni­schen Königs­paar

Die Fur­che
Maria Pourchet: Lie­bes­er­satz in der Ein-Hund-Fami­lie
Maria Pourchet erzählt in ihrem Roman „Feu­er“ von Apa­thie und Empa­thie­lo­sig­keit, die aus der kapi­ta­lis­ti­schen Über­sät­ti­gung ent­stan­den sind. Selbst das Aus­le­ben von Lust ist kei­ne Befrei­ung, son­dern im Gegen­teil die wür­de­lo­ses­te Art von Gefan­gen­schaft.

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Online seit: 16. Okto­ber 2026

Zuletzt geän­dert: 17. Okt. 2026