Presseschau – 15. September 2026
NZZ
Schmerzhafte Katharsis – Gabriela Adamesteanu führt ihre Geschichte Rumäniens in einem raffiniert labyrinthischen Roman fort
Die Grande Dame der rumänischen Literatur treibt in „Stimmen auf Abstand“ ihr postmodernes Spiel mit dem Publikum. Im Zentrum des Romans steht eine Heldin ohne besondere Eigenschaften, die an ihrem Lebensabend zwischen Klatsch und Melancholie schwankt.
NZZ
Nicht Wut, sondern Hoffnung befeuert die AfD, schreibt der ostdeutsche Schriftsteller Ingo Schulze
Warum wählen Menschen eine Partei, die als rechtsextremistisch eingestuft wird? Eine Fahrt mit einem Taxifahrer in Sachsen-Anhalt führt Ingo Schulze zu einer unbequemen Frage: Was setzen die anderen Parteien der AfD eigentlich entgegen?
FAZ
Was es heißt, in einer Diktatur zu leben
Mecklenburgs größter Schriftsteller ist Uwe Johnson. Was hat uns sein Roman „Jahrestage“ vor der dortigen Landtagswahl zu sagen? So einiges – über völkische Heimatvorstellungen, Schuld und Propaganda.
FAZ
Caroline Wahl und das „Winner takes it all“-Prinzip
Auch der vierte Roman von Caroline Wahl ist auf Anhieb äußerst erfolgreich. Was sagt das über den Buchmarkt aus? Und was hat das mit dem Umzug des Verlags S. Fischer von Frankfurt nach Berlin zu tun?
FAZ
Keine Rettung vor der Katastrophe
Belle Burden hat aus ihrem privaten Eheunglück eine Geschichte gemacht: „Fremde“ heißt sie. Bemerkenswert daran ist die verblüffende Ehrlichkeit bei der Beschreibung der eigenen Naivität.
FAZ
Wer reguliert die Wirtschaft und die Herzen?
Buchpreisnominiert, doch wofür? Peggy Mädler erzählt in ihrem Roman „Selbstregulierung des Herzens“ die DDR im Schnelldurchlauf.
FAZ
Sie hat ihre Sprache wiedergefunden
Drei Jahre nachdem ihr erster Roman als antisemitisch verfemt wurde, bringt die in Berlin lebende palästinensische Schriftstellerin Adania Shibli das Nachfolgebuch heraus: „Täuschung“. Es ist ein literarisches Virtuosenstück.
Die Presse
Sterben lieber mit der besten Freundin
Ann Packer verhandelt in „Ein unerhörter Wunsch“ einfühlsam Liebe, Freundschaft, Krankheit und Tod.
Die Presse
Literaturnobelpreisträgerin Han Kang im Interview
Die Literaturnobelpreisträgerin Han Kang las am Tiroler Literaturfestival „Sprachsalz“. Im Interview spricht sie über ihre Kindheit, Gewalt und wie ihre Romane den Feminismus in Südkorea prägten.
Frankfurter Rundschau
Die Kanzlerin mit der Perlenkette
In ihrem dystopischen Near-Future-Roman „Zeit der Monster“ verfolgt Şeyda Kurt Verbindungslinien zwischen Vergangenheit und Zukunft.
Frankfurter Rundschau
Rettung bietet nur das Testosteron
In der Finsternis verspricht allein der Dichterfürst Erlösung – Michel Houellebecqs Band „Der stets verlorene Kampf“ gehört zum Radikalsten, was die zeitgenössische Lyrik hergibt.
Frankfurter Rundschau
Einmal helfen können und es tun
Vigdis Hjorths anrührende, bittere Geschichte „Der gute Mensch von Sandvika“.
Tagesspiegel
Ein starkes Stück Literatur
Kugel, Kreide, Kamera: Ulrich Peltzers Roman über einen Drehbuchautor, der am Leben des mathematischen Wunderkinds und Revolutionärs Évariste Galois verzweifelt.
Tagesspiegel
Wenn Kunst kannibalisiert wird und sich selbst verdaut
Ein wuchernder Fiebertraum von einem Roman: Sophie Stein erzählt in „Der neunte Kreis“ von der Ohnmacht der Literatur gegenüber KI.
Berliner Zeitung
Monika Maron über die AfD: „Wenn man keine Opposition duldet, finde ich das nicht demokratisch“
In ihrem neuen Roman „Vier Minuten“ sieht Monika Maron die Stärke der AfD schon voraus. Ein Gespräch über den Groll im Osten und das Erbe der DDR.
Der Standard
Wie Autor Kumpfmüller in „Böse Kinder“ den Liberalen die Leviten liest
Der in Berlin lebende Romancier Michael Kumpfmüller denkt über Glück und Verhängnis von Familien nach 1945 nach. Sein Befund stimmt unbehaglich
Süddeutsche Zeitung
Die bauen ja gar keine Bomben?
Luca Kieser schickt in seinem Roman „Simsalabim, Simon Brenner“ einen verdeckten Ermittler in eine linke Unigruppe. Dem gefällt es dort ein bisschen zu gut.
Süddeutsche Zeitung
Der Geist, der ständig schwankte
Thomas Mann lobte Stalin, haderte mit dem Kapitalismus und betrachtete die USA als sein „bevorzugtes Hassobjekt“. Eine neue Biografie untersucht den deutschen Nationaldichter als politischen Menschen.
Süddeutsche Zeitung
Auch Wünsche sind erblich
Helene Bracht erzählt in „Irma tanzt“ von dem Moment, in dem sie spürt, dass sie die Pläne ihrer Mutter und Großmutter erfüllt. Wie kann jemand so präzise und offen schreiben? Ein Besuch.
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Online seit: 15. September 2026
Zuletzt geändert: 15. Sep. 2026
