Presseschau – 15. Juni 2026

Micha­el Köhl­mei­er / Micha­el Sta­va­rič / Gabri­el­la Zalapì / Micha­el Strun­ge / Tade­usz Borow­ski / Made­line Cash / Anna Feln­ho­fer …

NZZ
Ein Licht­blick im Oze­an all­ge­mei­ner Ver­dum­mung
Mil­lio­nen von Men­schen haben sich vom Bücher­le­sen ver­ab­schie­det. Und der Anteil Jugend­li­cher mit Lese­schwä­che wächst besorg­nis­er­re­gend. Doch noch ist nicht alles ver­lo­ren.

NZZ
Pathe­tisch, glü­hend, frei – end­lich auf Deutsch: die bahn­bre­chen­den Gedich­te des däni­schen Kult­au­tors Micha­el Strun­ge
Die Ent­de­ckung des wil­den und zor­ni­gen däni­schen Lyri­kers Micha­el Strun­ge (1958–1986) ist über­fäl­lig. Mit ihren erfin­dungs­rei­chen Bil­dern eröff­nen sei­ne Gedich­te schock­ar­tig eine nicht bekann­te Wirk­lich­keit. Ziel ist die epi­pha­ni­sche Wie­der­kehr des Ver­dräng­ten.

NZZ
Das krän­keln­de Euro­pa vor hun­dert Jah­ren – Zofia Nal­kows­kas sub­ti­les Kar­dio­gramm vom «Zau­ber­berg»
Die pol­ni­sche Schrift­stel­le­rin Zofia Nal­kows­ka konn­te Tho­mas Manns «Zau­ber­berg» nicht ken­nen, als sie 1927 den Roman «Berg­vö­gel» ver­fass­te. Mit natio­na­len Rei­be­rei­en und ero­ti­schem Wir­bel im Sana­to­ri­um ent­fal­tet er einen iro­nisch mor­bi­den Rei­gen des Unglücks.

FAZ
Am Grund der Höl­le in Ausch­witz
Tade­usz Borow­ski über­leb­te das Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger und schrieb abgrund­tief beklem­men­de Gedich­te dar­über. Die­se hat Kai Grehn nun über­set­zen las­sen und mit­hil­fe zahl­rei­cher Stim­men ver­tont. Ein Hör­buch-Ereig­nis.

FAZ
Als die DDR unter­ging, löf­fel­ten sie fünf Kilo Belu­ga-Kavi­ar
Das Frank­fur­ter Lite­ra­tur­fes­ti­val „Lite­ra­turm“ wid­me­te sich der Span­nung zwi­schen Ost und West: im Gespräch über kauf­süch­ti­ge Müt­ter, das Erbe der Dik­ta­tur und die Fra­ge, was den Roman­cier vom His­to­ri­ker unter­schei­det.

FAZ
Hier haben selbst die Gut­ge­klei­de­ten nicht immer schö­ne Woh­nun­gen
Drei Roma­ne in einem Buch: Rachel Khongs „Real Ame­ri­cans“ han­delt von Erfolgs­stre­ben, Anpas­sungs­druck und umstrit­te­nen Repro­duk­ti­ons­me­tho­den im Land der Träu­me.

FAZ
Soll das Sati­re sein?
Wie man das Wort „ver­rückt“ nicht abwer­tend ver­wen­det: Made­line Cashs Roman „Ver­lo­re­ne Schäf­chen“ erzählt mumor­voll von dys­funk­tio­na­lem Klein­stadt­le­ben – und treibt Ver­schwö­rungs­theo­rien auf die Spit­ze.

FAZ
War­um sich Men­schen frei­wil­lig Tyran­nen unter­wer­fen
Die Lite­ra­tur weiß es bes­ser: War­um stimmt der Mensch frei­wil­lig sei­ner Unter­drü­ckung zu und bie­dert sich dabei als Gehil­fe an? Eine Spu­ren­su­che bei Frisch, Dos­to­jew­ski und de La Boë­tie.

FAZ
Den Wahn­sinn habt ihr aus der Alten Welt mit­ge­bracht
In sei­nem unheim­li­chen Roman „Wie­land“ erzählt Charles B. Brown gekonnt von der Last des euro­päi­schen Erbes für das jun­ge Ame­ri­ka – der fünf­te Teil der F.A.Z.-Serie „Ame­ri­ka, wie es im Buche steht“.

FAZ
„Wir müs­sen prü­fen“
Wel­che Spreng­kraft mag ein Buch Hei­mi­to von Dode­rers haben? Bei der Sicher­heits­kon­trol­le am Flug­ha­fen schätzt man sie offen­bar als hoch ein.

FAZ
Ein ein­zi­ger gro­ßer Raum des Seh­nens
Als Lyri­ker inter­es­sie­ren mich die meis­ten Roma­ne nicht son­der­lich – ich las­se sie nur gel­ten, wenn sie Sprach­kunst­wer­ke sind. Was Kate­ri­na Pol­ad­jan in ihren Roma­nen schafft, ist gro­ße Dicht­kunst.

FAZ
Der ers­te ame­ri­ka­ni­sche Best­sel­ler
In Euro­pa erschien er frü­her, aber erst als Susan­na Row­son 1794 ihren Roman „Char­lot­te Temp­le“ in den USA her­aus­brach­te, wur­de er zum Best­sel­ler – der vier­te Teil der F.A.Z.-Serie „Ame­ri­ka, wie es im Buche steht“.

Die Pres­se
Das Ende einer Män­ner­freund­schaft
Der Roman „Unter Freun­den“ des New Yor­kers Hal Ebbott zeigt mit­rei­ßend, wie eine lang­jäh­ri­ge Bezie­hung plötz­lich ins Wan­ken gerät.

Die Pres­se
War­um Män­ner oft schwei­gen und gern angeln
Die Suche auf den Spu­ren des Vaters führt Anne Berest in die Bre­ta­gne, Sieg­fried Lentz fisch­te als Kind gern im See vor dem Haus und Cast­le Free­man lässt kau­zi­ge Män­ner Hil­fe leis­ten. Drei Bücher­tipps, nicht nur zum Vater­tag.

Die Pres­se
John Nivens neu­er Roman: Trifft ein Vor­zei­ge­va­ter einen Ver­sa­ger­va­ter …
Es ist die pas­sen­de Lek­tü­re zum Vater­tag: John Niven por­trä­tiert in „Zwei Väter“ zwei Män­ner, die unter­schied­li­cher nicht sein könn­ten.

Tages­spie­gel
Was tun mit kolo­nia­len Biblio­theks­be­stän­den?: Ein gut gemein­ter Leit­fa­den, der an selbst­ge­rech­ter Spra­che lei­det
Der neue Leit­fa­den zum Umgang mit kolo­nia­len Bestän­den in Biblio­the­ken vom DBV ist ein Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung. Sei­ne akti­vis­ti­sche Spra­che könn­te ihn aber Leit­kraft kos­ten, fin­det unser Autor.

Ber­li­ner Zei­tung
Feli­ci­tas Hop­pe zeigt: Die auf­re­gends­ten Rei­sen begin­nen im Kopf
In der Rei­he „Das Leben lesen“ erscheint die­ses Buch, das vom „Rei­sen“ so erzählt, dass man gleich sel­ber los will. Denn die schöns­ten Rei­sen pas­sie­ren im Kopf.

Der Stan­dard
Alo­is-Vogel-Lite­ra­tur­preis an Micha­el Sta­va­rič
Für den „unver­gleich­li­chen lite­ra­ri­schen Sound“ des 1972 in Brünn gebo­re­nen Autors

Der Stan­dard
Anna Feln­ho­fer erzeugt im Roman „Pro­so­pon“ eine ver­stö­ren­de Bil­der- und Vater­welt
Suche nach Bruch­stü­cken: Anna Feln­ho­fer schreibt in glas­kla­rer, ver­dich­te­ter Pro­sa über ein ster­ben­des Kind und einen Vater mit der Wahr­neh­mungs­stö­rung „Gesichts­blind­heit“

Der Stan­dard
Gabri­el­la Zalapìs Roman über eine vom Vater gestoh­le­ne Kind­heit
In ihrem auto­bio­gra­fisch grun­dier­ten Roman „Ila­ria“ schreibt Gabri­el­la Zalapì über Schutz­lo­sig­keit, einen Road­trip – und ein vom Vater ent­führ­tes Mäd­chen

 

 

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Online seit: 15.6.2026

Zuletzt geän­dert: 15. Juni 2026