Presseschau – 10. Februar 2025

Jakob Was­ser­mann / „The Ero­tic Review“ / Pas­cal Bruck­ner / Sta­nis­law Lem / Niviaq Kor­ne­li­us­sen / Sara Gmuer / Micha­el Krü­ger / Ismail Kada­re / Johann König gegen Chris­toph Peters / Zach Wil­liams / Karl-Mar­kus Gauß / Patri­cia Brooks …

NZZ
Auf Dänisch leben geht in Grön­land nicht – Niviaq Kor­ne­li­us­sen ent­ta­bui­siert das The­ma Sui­zid in ihrem Roman
Die 56 000 See­len zäh­len­de Bevöl­ke­rung von Grön­land hat ein Selbst­mord­pro­blem. Die Sui­zid­ra­te war 2019 acht­mal so hoch wie jene in Däne­mark. Um die Regie­rung wach­zu­rüt­teln, ver­fass­te Niviaq Kor­ne­li­us­sen auf Dänisch den Roman „Das Tal der Blu­men“.

NZZ
Jane Bir­kin im Plat­ten­bau: Sara Gmuers Suche nach dem ech­ten Glück
Die Hel­din im Roman „Acht­zehn­ter Stock“ möch­te zum Film, endet aber in einer Plat­te. Nun unter­nimmt sie alles, um wie­der weg­zu­kom­men.

Die Welt
„Die Juden, die Deut­schen, die­se Tren­nung der Begrif­fe woll­te mir nicht in den Sinn“
Sei­ne Bewun­de­rer glaub­ten, dass er allein neben Tho­mas Mann bestand: Doch bei allem Erfolg litt Jakob Was­ser­mann an Deutsch­land. „Die Juden, die Deut­schen, die­se Tren­nung der Begrif­fe woll­te mir nicht in den Sinn“, schrieb er in sei­nen Erin­ne­run­gen. Sie sind bestür­zend aktu­ell.

Die Welt
„Man­che Män­ner haben sich zurück­ge­zo­gen“
Die Zeit­schrift „The Ero­tic Review“ leis­te­te einst ero­ti­sche Pio­nier­ar­beit, sogar Boris John­son schrieb hier. Jetzt ist das Maga­zin zurück. Nach zuneh­mend ver­här­te­ten Geschlech­ter­de­bat­ten will die neue Che­fin Lucy Roe­ber, dass auch Män­ner wie­der ler­nen, ihre Wün­sche aus­zu­drü­cken.

Die Welt
„Ein Alter! Den müs­sen wir töten!“
Pas­cal Bruck­ner warnt schon lan­ge vor fran­zö­si­schen Ver­hält­nis­sen. Hier erklärt er, wel­che Bücher er als mün­di­ger Mensch mag. Dazu zählt auch ein Autor, dem man den Nobel­preis aus poli­ti­schen Grün­den ver­wei­gert habe.

Die Welt
Als Sta­nis­law Lem dem Tod ins lee­re Auge sah
Der pol­ni­sche Uto­pist Sta­nis­law Lem wuss­te schon früh, was künst­li­che Intel­li­genz, Gen­tech­nik und Robo­tik mit den Men­schen macht. Er selbst hat­te durch ein all­zu mensch­li­ches Las­ter eine erhel­len­de Nah­tod­erfah­rung – wegen eines uner­kann­ten Lei­dens.

FAZ
Noni­no-Preis 2025: Nobel­preis­ora­kel und Grap­pa
Die Fami­lie Noni­no hat den Grap­pa revo­lu­tio­niert und einen Kul­tur­preis erfun­den, der schon oft die Ent­schei­dung der Aka­de­mie in Stock­holm vor­weg­ge­nom­men hat. Jetzt hat ihn der Dich­ter und ehe­ma­li­ge Han­ser-Ver­le­ger Micha­el Krü­ger bekom­men. Und in Ita­li­en ein klei­nes Wun­der erlebt.

Frank­fur­ter Rund­schau
Ismail Kada­re: „Der Anruf“ – Die Höl­le der Dik­ta­tur in drei Minu­ten
Post­hum auch auf Deutsch: Ismail Kada­res schma­les Buch über das berühm­te Tele­fo­nat zwi­schen Sta­lin und Boris Pas­ter­nak.

Tages­spie­gel
Gale­rist gegen Autor: Johann König will Roman ver­bie­ten las­sen
Der Ber­li­ner Gale­rist Johann König und sei­ne Frau füh­len sich durch Chris­toph Peters’ Roman „Inner­städ­ti­scher Tod“ erheb­lich in ihren Per­sön­lich­keits­rech­ten ver­letzt und kla­gen dage­gen.

Die Zeit
Die Hirsch­kuh im Mond­licht
Zach Wil­liams schreibt unheim­lich male­ri­sche Short Sto­ries.

Die Zeit
„Für Babys sind Sire­nen so all­täg­lich wie ein Tür­klin­geln“
Das ukrai­ni­sche Gra­fi­ker­paar Roma­na Roma­ny­schyn und Andrij Les­siw steht für aus­ge­zeich­ne­te Kin­der­bü­cher. The­ma ihres neu­en, mit­ten im Krieg ent­stan­de­nen Werks: Ver­stän­di­gung

Der Stan­dard
Gale­rist Johann König geht gegen MeToo-Roman vor, in dem er sich erkennt
Das Land­ge­richt Ham­burg muss ent­schei­den, ob Luch­ter­hand Chris­toph Peters‘ Roman „Inner­städ­ti­scher Tod“ wei­ter­hin ver­trei­ben darf

Der Stan­dard
Karl-Mar­kus Gauß: „Dem Unter­gang der ÖVP wird das nur etwas Wür­de­lo­ses ver­lei­hen“
Der Essay­ist legt in „Schuld­haf­te Unwis­sen­heit“ Essays über den Anti­se­mi­tis­mus vor. Kri­tisch beob­ach­tet er auch die hei­mi­schen Par­tei­en

Die Fur­che
Semier Insayif über gewich­ti­ge Leich­tig­keit & Poe­sie des All­tags
Patri­cia Brooks kre­iert mit poe­ti­scher Ima­gi­na­ti­on, Wort­lust, Alli­te­ra­tio­nen und ver­spiel­ter Viel­spra­chig­keit einen eige­nen Sound, der rhyth­mi­siert und über­zeugt. Han­nes Vyoral lässt mit­tels einer prä­zi­sen und sich bewusst zurück­hal­ten­den Spra­che die gro­ßen The­men hin­ter den „klei­nen Din­gen“ durch­schim­mern und auf­tau­chen.

 

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Online seit: 10. Febru­ar 2025

Zuletzt geän­dert: 11. Feb. 2025