Jörg Schröder ist tot

Eine trau­ri­ge Nach­richt aus dem Ver­bre­cher Ver­lag. Von Jörg Sun­dermei­er und Kris­ti­ne Listau.
Jörg Schröder und Barbara Kalender 1986

Jörg Schrö­der und Bar­ba­ra Kalen­der 1986

Kris­ti­ne Listau und Jörg Sun­dermei­er, Verlegerin/Verleger des Ver­bre­cher Ver­lags:
„Wir haben eine trau­ri­ge Nach­richt – ges­tern früh ist, im Alter von 81 Jah­ren, der Ver­le­ger, Autor und Gestal­ter Jörg Schrö­der gestor­ben.

Jörg Schrö­der, gebo­ren 1938 in Ber­lin, grün­de­te 1969 den März Ver­lag und ent­warf des­sen prä­gnan­tes gelb-rot-schwar­zes Erschei­nungs­bild.

Als Autor ver­öf­fent­lich­te er die Bücher Sieg­fried (1972, mit Ernst Her­haus), Cos­mic (1982, mit Uwe Net­tel­beck) und Immer radi­kal, nie­mals kon­se­quent. Der März Ver­lag – erwei­ter­tes Ver­le­ger­tum, post­mo­der­ne Lite­ra­tur und Busi­ness Art (zusam­men mit Bar­ba­ra Kalen­der und Jan Fre­de­rik Ban­del), als Her­aus­ge­ber Bern­ward Ves­pers Die Rei­se (1977), Peter Kupers Ham­let (1980) und MÄRZ-Mam­mut (1984). Legen­där ist die von ihm ver­ant­wor­te­te Gestal­tung des Ban­des ACID. Neue ame­ri­ka­ni­sche Sze­ne (1969), den Ralf-Rai­ner Rygul­la und Rolf Die­ter Brink­mann her­aus­ge­ge­ben haben. Für das Fern­se­hen ent­wi­ckel­te er meh­re­re For­ma­te, das wohl bekann­tes­te ist Die-März-Akte (ent­wi­ckelt mit Bar­ba­ra Kalen­der und Horst Tomay­er, Regie: Peter Geh­rig, Grim­me-Preis 1986).

1988 erfolg­te die Ein­lie­fe­rung des März-Archivs sowie des lite­ra­ri­schen Vor­las­ses ins Deut­sche Lite­ra­tur­ar­chiv Mar­bach.

Seit 1990 erschie­nen die Fol­gen von Schrö­der erzählt, die Bar­ba­ra Kalen­der und Jörg Schrö­der zunächst aufs Ton­band spra­chen, dann gemein­sam redi­gier­ten und schließ­lich im Desk­top-Ver­fah­ren her­stell­ten und an Sub­skri­ben­ten ver­trie­ben. Die­se Men­ta­li­täts­ge­schich­te der Bun­des­re­pu­blik steht der­zeit in mehr als 30 Biblio­the­ken, dar­un­ter ist die Libra­ry of Con­gress und die der Har­vard Uni­ver­si­ty.

2013 grün­de­te sich die März-Gesell­schaft, die regel­mä­ßig Freun­din­nen und Freun­den des erwei­ter­ten Ver­le­ger­tums, das poli­ti­sches Han­deln und groß­ar­ti­ge Aktio­nen mit der Ver­lags­tä­tig­keit ver­band, zu groß­ar­ti­gen Ver­an­stal­tun­gen ver­sam­mel­te.

Es war ein gro­ßes Ver­gnü­gen, eini­ge sei­ner mit Bar­ba­ra Kalen­der ver­fass­ten hei­te­ren und toll­dreis­ten Geschich­ten in dem Band Kriem­hilds Lache. Neue Erzäh­lun­gen aus dem Leben in unse­rem Ver­lag ver­öf­fent­li­chen zu dür­fen. Wich­tig und lehr­reich war und ist es, der März-Gesell­schaft anzu­ge­hö­ren.

Am 13. Juni 2020 ist Jörg Schrö­der gestor­ben. Wir ver­dan­ken ihm sehr vie­le Anre­gun­gen, lern­ten das „erwei­ter­te Ver­le­ger­tum“ lie­ben und ver­lie­ren mit ihm ein Vor­bild und einen Freund.

Unse­re Gedan­ken sind bei Bar­ba­ra Kalen­der, die seit 40 Jah­ren mit Jörg Schrö­der leb­te und arbei­te­te.“

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Online seit: 14. Juni 2020

Zuletzt geän­dert: 14. Juni 2020