„Intertextuelle Verwirrspiele“

Der Rein­hard-Priess­nitz-Preis 2023 geht an Bas­ti­an Schnei­der

Der Autor Bas­ti­an Schnei­der erhält den mit 5.000 Euro dotier­ten Rein­hard-Priess­nitz-Preis 2023. Die Preis­ver­lei­hung fin­det im Okto­ber 2023 im Lite­ra­tur­haus Wien statt. Die Lau­da­tio wird der Autor Peter Ros­ei hal­ten.

In der Begrün­dung der bei­den Juro­ren Gus­tav Ernst und Robert Schin­del heißt es: „Mit Eigen­sinn und sprach­li­chem Fein­ge­fühl gelingt es Bas­ti­an Schnei­der, aus unschein­ba­ren all­täg­li­chen Wirk­lich­keits- und Erleb­nis­split­tern poe­tisch ein­dring­li­che Pros­ami­nia­tu­ren zu schaf­fen. In sei­nem Roman Das Loch in der Innen­ta­sche mei­nes Man­tels lockt er die Leser in ein rea­lis­ti­sches Ambi­en­te, um sie dort mit über­ra­schen­den, rät­sel­haf­ten Ereig­nis­sen zu kon­fron­tie­ren und in die Irre zu füh­ren, wie sei­ne Haupt­fi­gur selbst, die sich ver­viel­fäl­tigt, um zuletzt in einem raf­fi­nier­ten Gestrüpp aus Anspie­lun­gen, Hand­lungs­frag­men­ten und unge­lös­ten Fra­gen zu ver­schwin­den. Bas­ti­an Schnei­der ist ein Meis­ter inter­tex­tu­el­ler Ver­wirr­spie­le und ein vir­tuo­ser, erfin­dungs­rei­cher Jon­gleur lite­ra­ri­scher und nar­ra­ti­ver Über­ein­künf­te, der das ‚Nicht-Roman­haf­te ins Recht set­zen‘ möch­te und genau damit Span­nung und ein unge­wöhn­li­ches Lese­ver­gnü­gen zu erzeu­gen ver­mag.“

Der Rein­hard-Priess­nitz-Preis wird seit 1994 jähr­lich an Autorin­nen und Autoren ver­ge­ben, die in deut­scher Spra­che schrei­ben. Die Aus­zeich­nung erin­nert an einen der bedeu­tends­ten Ver­tre­ter der Neu­en Poe­sie, an den Wie­ner Autor Rein­hard Priess­nitz, der 1985 40-jäh­rig in Wien gestor­ben ist.

Bis­he­ri­ge Preis­trä­ger:
Mar­gret Kreidl (1994), Kath­rin Rög­g­la (1995), Hans­jörg Zau­ner (1996), Lot­te Pod­gor­nik (1997), Sabi­ne Gru­ber (1998), Bar­ba­ra Hundeg­ger (1999), Heinz D. Heisl (2000), Chris­toph W. Bau­er (2001), Bir­git Mül­ler-Wie­land (2002), Olga Flor (2003), Xaver Bay­er (2004), Ger­hild Stein­buch (2005), Tho­mas Ball­hau­sen (2006), Ann Cot­ten (2007), Ange­li­ka Reit­zer (2008), Micha­el Ham­mer­schmid (2009), Andrea Wink­ler (2010), Richard Ober­mayr (2011), Judith Nika Pfei­fer (2012), Anna Wei­den­hol­zer (2013), Robert Pros­ser (2014), Anna-Eli­sa­beth May­er (2015), San­dra Gugić (2016), Han­no Mil­le­si (2017), Anto­nio Fian (2018), Bar­bi Mar­ko­vić (2019), Eli­as Hirschl (2020), Simo­ne Hirth (2021), Jana Volk­mann (2022).

Bas­ti­an Schnei­der wur­de 1981 in Sie­gen (Nord­rhein-West­fa­len) gebo­ren. Er stu­dier­te deut­sche und fran­zö­si­sche Lite­ra­tur in Mar­burg und Paris und Sprach­kunst in Wien. Bas­ti­an Schnei­der publi­ziert seit 2004 in Maga­zi­nen und Antho­lo­gien, zu sei­nen Büchern gehö­ren die Bän­de Vom Win­ter­schlaf der Zug­vö­gel (Son­der­zahl Ver­lag, 2016), Irgend­wo, jemand (Gedich­te, para­si­ten­pres­se, 2017), Die Schrift, die Mit­te, der Trost. Stadt­stü­cke (Son­der­zahl
Ver­lag, 2018), Paris im Titel (Son­der­zahl Ver­lag, 2020) und der Roman Das Loch in der Innen­ta­sche mei­nes Man­tels (Son­der­zahl Ver­lag 2022). Er war unter ande­rem Sti­pen­di­at des Ate­lier Gala­ta der Stadt Köln in Istan­bul 2017, Die­ter-Wel­lers­hof-Sti­pen­di­at 2019 und wur­de mit dem Dresd­ner Lyrik­preis 2018 aus­ge­zeich­net.

 

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Online seit: 19. Juli 2023

Zuletzt geän­dert: 19. Juli 2023