Der Internationale Literaturpreis 2024 geht an Pajtim Statovci und Stefan Moster

Der Preis ist mit 35.000 Euro dotiert.

­Der Autor Paj­tim Sta­tov­ci und sein Über­set­zer Ste­fan Mos­ter erhal­ten den Inter­na­tio­na­len Lite­ra­tur­preis 2024 für den Roman Mei­ne Kat­ze Jugo­sla­wi­en. Der zum sech­zehn­ten Mal vom Haus der Kul­tu­ren der Welt und der Stif­tung Ele­men­tar­teil­chen ver­lie­he­ne Preis ist mit ins­ge­samt 35.000 Euro dotiert (20.000 Euro für den Autor, 15.000 Euro für den Über­set­zer) und zeich­net ein her­aus­ra­gen­des Werk der inter­na­tio­na­len Gegen­warts­li­te­ra­tur in deut­scher Erst­über­set­zung aus.

In der Jury-Begrün­dung heißt es:

„Mei­ne Kat­ze Jugo­sla­wi­en ist ein eigen­sin­ni­ger Roman, sprach­lich leicht zugäng­lich und doch dicht gefüllt mit all den Kom­ple­xi­tä­ten, die mensch­li­che Gefühls­wel­ten zu bie­ten haben. Im Wech­sel fol­gen wir einer Mut­ter und ihrem Sohn durch unter­schied­li­che Zei­ten und Situa­tio­nen in ihren Leben, bei­de durch das ver­bun­den, was sie trennt: die Gewalt eines Man­nes, die patri­ar­cha­le Gewalt.
Paj­tim Sta­tov­ci traut sich, sei­ne Leser*innen zu ver­un­si­chern, indem er mit den Kon­ven­tio­nen des auto­fik­tio­na­len Migra­ti­ons­ro­mans bricht. Dabei durch­streift er sprach­lich mühe­los ver­schie­de­ne Zeit­räu­me und Sujets, bringt sou­ve­rän das Gewöhn­li­che und das Sur­rea­le, das Bana­le und Exis­ten­ti­el­le zusam­men. Auf die­se Wei­se führt er uns durch das sehr kon­kre­te Erle­ben des­sen, was im Abs­trak­ten wohl als trans­ge­ne­ra­tio­na­les Trau­ma beschrie­ben wer­den kann. Zuwei­len rüh­rend, oft­mals komisch und durch­weg scho­nungs­los.
Sta­tov­cis zurück­hal­ten­de Spra­che wur­de von Ste­fan Mos­ter schlicht, aber umso wir­kungs­vol­ler ins Deut­sche über­setzt. Sei­ne Über­tra­gung ist geschmei­dig, sowohl in den poe­ti­schen Beschrei­bun­gen als auch in den lako­ni­schen und humor­vol­len Pas­sa­gen und zeugt von einer tie­fen Ver­traut­heit mit den Spra­chen, zwi­schen denen er ope­riert. Paj­tim Sta­tov­ci ist mit Mei­ne Kat­ze Jugo­sla­wi­en nichts Gerin­ge­res als ein euro­päi­scher Roman gelun­gen – ein Exil­ro­man, ein Gene­ra­tio­nen­ro­man, ein quee­rer Roman, kei­ner der Begrif­fe allein wür­de ihm gerecht. Ein lite­ra­ri­sches Werk, das dank der Über­set­zung von Ste­fan Mos­ter nun auch im Deut­schen zu lesen ist.“

Der Jury gehö­ren in die­sem Jahr Asal Dar­dan, Ibou Cou­li­ba­ly Diop, Bea­tri­ce Faß­ben­der, Khuê Phạm, Olga Radetz­ka­ja, Cia Rin­ne und Deniz Utlu an.

 

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Online seit: 6. Juli 2024

Zuletzt geän­dert: 6. Juli 2024