Dietmar Dath erhält den Günther Anders-Preis

Der erst­mals ver­ge­be­ne Preis ist mit 20.000 Euro dotiert.

Der 2018 erst­mals ver­ge­be­ne „Gün­ther Anders-Preis für kri­ti­sches Den­ken“ geht an den Schrift­stel­ler, Publi­zis­ten und Über­set­zer Diet­mar Dath. Der Preis wird für her­aus­ra­gen­de Leis­tun­gen im Bereich phi­lo­so­phi­scher, kul­tur­wis­sen­schaft­li­cher und poli­ti­scher Essay­is­tik ver­ge­ben. In Erin­ne­rung an den Phi­lo­so­phen und Zeit­dia­gnos­ti­ker Gün­ther Anders (1902–1992), der ab 1950 in Wien leb­te, wer­den deutsch­spra­chi­ge Autorin­nen und Autoren und deren Wer­ke aus­ge­zeich­net, die sich „in auf­klä­re­ri­scher Tra­di­ti­on mit den Lebens­be­din­gun­gen unse­rer gegen­wär­ti­gen Welt befas­sen“.

Dietmar Dath

Diet­mar Dath, 2017. © Udowei­er

In der Begrün­dung der Jury, der Mathi­as Gref­frath, Tho­mas Macho und Eli­sa­beth von Thad­den ange­hö­ren, heißt es: „Im akti­vie­ren­den Impuls, der von Daths Tex­ten aus­geht, in sei­ner sprach­schöp­fe­ri­schen Kraft, sei­ner Fähig­keit zur epi­gram­ma­ti­schen Zuspit­zung, in der Balan­ce von aggres­si­ver Herr­schafts­kri­tik und Blick für sub­ti­le Dif­fe­ren­zen, im hart­nä­cki­gen, aber auch das Schei­tern reflek­tie­ren­den Fest­hal­ten an der Mög­lich­keit einer ver­bes­ser­ten Welt, in sei­nem geis­ti­gen Kos­mo­po­li­tis­mus jen­seits hoch­kul­tu­rel­ler, euro­zen­tri­scher oder epo­cha­ler Bor­niert­hei­ten, und nicht zuletzt in der erstaun­li­chen inhalt­li­chen wie for­ma­len – vom Roman über den Essay, das Dra­ma, die Lyrik bis hin zur musi­ka­li­schen Per­for­mance rei­chen­den – Viel­falt sei­ner Aus­drucks­for­men sieht die Jury Qua­li­tä­ten, die sein Werk in beson­de­rer Wei­se der Aus­zeich­nung durch den Gün­ther Anders-Preis emp­feh­len.“

Diet­mar Dath war von 1998 bis 2000 Chef­re­dak­teur des Maga­zins SPEX und arbei­tet seit 2001 mit kur­zer Unter­bre­chung als Redak­teur im Feuil­le­ton der Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Zei­tung. Er ist Autor meh­re­rer Roma­ne, Essays, Thea­ter­stü­cke, Hör­spie­le, Songs und Gedich­te, u.a. Für immer in Honig (2005), Waf­fen­wet­ter (2007), Die Abschaf­fung der Arten (2008) und Der Schnitt durch die Son­ne (2017).

Der Gün­ther Anders-Preis wird von der Inter­na­tio­na­len Gün­ther Anders-Gesell­schaft alle zwei Jah­re abwech­selnd in Wien, Mün­chen und Ber­lin ver­lie­hen und ist mit 20.000 Euro dotiert. Finan­zi­el­ler Trä­ger des Prei­ses ist die C.H.Beck Stif­tung in Mün­chen. Die Preis­ver­lei­hung fin­det im Rah­men der Wie­ner Vor­le­sun­gen am 12. März 2018 um 19 Uhr im Gro­ßen Sen­de­saal des ORF-Radio­Kul­tur­hau­ses in Wien statt.

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Online seit: 22. Janu­ar 2018

Zuletzt geän­dert: 22. Jan. 2018