Zwischen „Grabschändern“ und „Linksnibelungen“

Wolf­gang Emme­rich im Gespräch mit Micha­el Braun über Paul Cel­ans Ver­hält­nis zu Deutsch­land und sei­nen deut­schen Kri­ti­kern
Paul Celan © Wolfgang Oschatz / SV

Paul Celan: „Ich neh­me nie­mals ein Gedicht zurück, lie­ber Hans May­er.“ Foto: Wolf­gang Oschatz / SV

„Das Gedicht [.. ] steht gegen Goeb­bels und Goll.“ Mit die­sem mar­kan­ten Cre­do wand­te sich Paul Celan, der jüdi­sche Dich­ter aus der Buko­wi­na, um 1960 gegen sei­ne Kri­ti­ker, die ihm einer­seits mit anti­se­mi­ti­schen Res­sen­ti­ments und ande­rer­seits mit Fäl­schungs­vor­wür­fen zusetz­ten. Frei­lich: Er hat die­ses schril­le Bekennt­nis nie ver­öf­fent­licht, es fin­det sich nur in den Noti­zen zu sei­ner berühm­ten „Meridian“-Rede anläss­lic