Schreiben im Zeichen des Geldes

Die Markt­be­din­gun­gen, unter denen freie Schrift­stel­ler arbei­ten, schla­gen sich in der Ästhe­tik nie­der – und in der sozia­len Zusam­men­set­zung des Lite­ra­tur­be­trie­bes. Von Phil­ipp Schön­tha­ler
Thomas Bernhard (c) Andrej Reiser / SV

Tho­mas Bern­hard im Rück­blick: „Gute Geschäf­te machen ist wenigs­tens so schön wie Schrei­ben.“
Foto: Andrej Rei­ser / SV

Ein Fea­ture der deut­schen Aus­ga­be des Mana­ger Maga­zins wid­me­te sich vor eini­gen Jah­ren Unter­neh­mern und Mana­gern, die lite­ra­risch schrei­ben. Eini­ge der Autoren wie Ernst-Wil­helm Händ­ler oder der ehe­ma­li­ge Rechts­an­walt und zeit­wei­se Ver­lags­lei­ter Georg M. Oswald wis­sen bei­de Sphä­ren zu ver­ei­nen, ande­re haben der Wirt­schaft ganz den Rücken zuge­kehrt. Die Moti­va­tio­nen sind unter­schied­lich, neben dem Über­druss an der „fremd­ge­steu­er­ten Exis­tenz“ eines Mana­ger­da­seins steht die Hoff­nung, mit dem Traum einer ande­ren Tätig­keit oder gar Exis­tenz ernst zu machen und statt des Berufs einer Beru­fung zu fol­gen. Über die neu­en Gehalts­ab­rech­nun­gen macht sich kei­ner der Rene­ga­ten Illu­sio­nen. Um es auf den durch­schnitt­li­chen Jah­res­ver­dienst eines „beschei­de­nen Mana­ger­ge­halts von, sagen wir, 125.000 Euro zu brin­gen“, rech­net Eva Buch­horn im Jahr 2012 vor, müs­sen Roma­ne geschrie­ben wer­den, die