Presseschau – 19. Oktober 2026
NZZ
Thilo Krause erzählt wunderbar sinnlich vom Ende einer Kindheit und vom Ende der DDR
Der in Zürich lebende Autor schreibt über eine Kindheit in Dresden 1989. Sein ergreifender Roman hätte eine Nominierung für den Schweizer Buchpreis verdient.
NZZ
Ein staunenswertes litauisches Frauenschicksal – das bewegte und bewegende Leben von Zemaite
Unter dem Namen Zemaite wurde Julija Beniuseviciute-Zymantiene (1845–1921) zu einer weitum gefeierten Autorin und Frauenrechtlerin. Ihr Werk umfasst mehr als 350 Erzählungen und Novellen, ferner Theaterstücke. Jetzt liegt ihre Autobiografie vor – ein Glücksfall.
NZZ
Yale-Philosophin L. A. Paul über ihre Mutterschaft: „Ich war in den Abgrund gestürzt – und es war total cool!“
Die Philosophin erlebte im Stillraum eines Shoppingcenters eine Offenbarung. Krippen und Elternzeit seien nicht ausschlaggebend, dass Frauen schwanger werden wollten.
Die Welt
„In jedem von uns ringen Tier und Gott miteinander, bis auf den Tod“
Eine Schwester, die ihren Bruder ins Heim abschieben will, Monster in Floridas Sümpfen: Lauren Groff erzählt so abgründig wie einst Truman Capote. Und wer am Ende auf Erlösung hoffen darf, ist nie der, auf den man gesetzt hat.
FAZ
Auch die Schatten haben ihre Schatten
„Yumikos Paravent“, der zweite Roman von Hanns Zischler, erinnert mit seiner flächigen Ruhe an einen japanischen Holzschnitt. Es geht um die geheime Briefliebe zweier Menschen über Jahrzehnte und Kontinente hinweg.
FAZ
In zwei Sätzen eine Staatsdoktrin auf Abstand halten
Er hatte beide deutsche Seiten im literarischen Visier: Was mich das Schreiben und Beschreiben meines Landsmanns Uwe Johnson gelehrt hat. Von Ingo Schulze
FAZ
Was ist echt und was Fiktion?
Rachel Cusk schreibt gern bissig, manchmal fühlen sich Menschen davon bloßgestellt. In ihrem Roman „Das Leben der M“ ähnelt die Hauptfigur stark einem echten Hollywood-Star. Das führte zum Literaturskandal des Sommers.
FAZ
Wird Netflix zum Schutzengel der Literatur?
Netflix feiert in Paris sein erstes „Book Festival“. 20 Prozent aller Streams des Unternehmens seien mittlerweile literarische Verfilmungen. Man setzt auf Lesegenuss in einer von den Unruhen erschütterten Stadt.
FAZ
Die Heimatlosigkeit im Heimatland
Ilija Matusko schreibt soziologische Autofiktion über Klassenzugehörigkeit und Herkunft. In seinem ersten Roman „Jugo“ geht es um die Rückkehr seines Vaters in ein Land, das es nicht mehr gibt. Eine Begegnung.
Frankfurter Rundschau
Ein Fall von Westalgie
Komödie der Tristesse: „Frankie und Freddie“, eine Frank-Lehmann-Weihnachtsgeschichte von Sven Regener.
Tagesspiegel
Es muss nicht immer Kaviar sein
Die Bestsellerautorin Juli Zeh hat mit „Pony Show“ einen Justizthriller geschrieben über die toxische Beziehung einer älteren, erfolgreichen Frau und eines jungen Mannes.
Berliner Zeitung
Artem Tschech über kriegsmüde Deutsche: „Das macht mich melancholisch-traurig“
Der Roman „Musik für einen Soldaten“ von Artem Tschech führt 2022 direkt an die Front in der Ukraine. Ein Gespräch über Fluchten, Hass und Aussichten.
Berliner Zeitung
Viel Hochkultur, wenig Sex: Der Roman „Orion“ von Petra Morsbach
Eine Frau, die lieber liest als lebt, steht im Zentrum des Buches. Als die Schicksalswege des Lebens sich als stärker erweisen, verschiebt sich was.
Süddeutsche Zeitung
Da steht sie also, leibhaftig
Elfriede Jelinek gibt keine Interviews und lebt zurückgezogen in Wien. Aus Anlass ihres 80. Geburtstags aber hat sie eine Ausnahme gemacht und unsere Kritikerin bei sich zu Hause empfangen.
Süddeutsche Zeitung
„Glaubst du, alle Männer sind Schweine?“
Eine neue Verfilmung von Elfriede Jelineks Debüt „Die Liebhaberinnen“ übersetzt die feministische Systemkritik in die Jetztzeit. Spoiler: Viel hat sich nicht geändert.
Süddeutsche Zeitung
Wer hätte gedacht, dass Kierkegaard kochen musste
Erstaunlich, auch ein Philosoph steht mal am Herd! So hat ihn die „New York Times“ einmal gezeichnet. Sie wusste außerdem schon in den Achtzigerjahren, dass Psychopathen die Welt regieren.
Der Standard
„Ich habe sie da oben stehen sehen“: Michael Köhlmeier über sein Leben mit Monika Helfer
Sein Vater war ein Odysseus, seine Großmutter eine begnadete Erzählerin: Der Schriftsteller über seine 50 Jahre Leben mit Monika Helfer, die am 18. Oktober 79 Jahre alt geworden wäre
Der Standard
„Er hielt freundlich für mich an“: Eine neue Kurzgeschichte von Monika Helfer
„Wien Westbahnhof“ heißt der Text, den Monika Helfer vor ihrem Tod für die Anthologie „Am Bahnsteig“ geschrieben hat. Der Untertitel „Geschichten von Ankunft und Abschied“. Ein Vorabdruck
Der Standard
Autorin Sally Rooney erlebt wegen britischen Terrorgesetzes plötzlich Verkaufsboom
In Großbritannien werden die Bücher der irischen Bestsellerautorin und bekennenden Marxistin nicht mehr ausgeliefert, weil sie Palestine Action unterstützt
Der Standard
Ursula Poznanski stellt im Technologie-Thriller „Das Signal“ die Vertrauensfrage
Ursula Poznanskis Thriller um ein altes Haus, eine Frau mit Handicap und ein digitales Katz-und-Maus-Spiel steht auf der Shortlist des Wiener Krimipreises
Der Standard
Martina Hefter schickt im Roman „Nach der Sonne schauen“ eine Frau auf die Suche nach einer neuen Zukunft
In Martina Hefters neuem Buch versucht eine Installationskünstlerin in einer ehemaligen Tagbaulandschaft im Osten Deutschlands, sich selbst und ein neues Leben zu finden
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Online seit: 19. Oktober 2026
Zuletzt geändert: 19. Okt. 2026
