Presseschau – 16. Oktober 2026
NZZ
Ein Realist mit ausufernder Phantasie: zum Tod des Schweizer Schriftstellers Gerold Späth
In seiner heimatkritischen Literatur hat er das Spiessbürgertum zur Kenntlichkeit entstellt. Nun ist der grosse Schweizer Autor des Grotesken 86-jährig verstorben.
Die Welt
Nicht der Staat schaltet die Russen gleich – sie tun es selbst
Als der Ukraine-Krieg ausbrach, floh er aus Moskau in den Westen. Ein russisches Gericht verurteilte Dmitry Glukhovsky als „Auslandsagent“ zu acht Jahren Haft. Jetzt erklärt er seinen Landsleuten in seinem neuen Roman ihr Leben in der Diktatur.
Die Welt
Unglücklichsein – eines der letzten Tabus
Wann ist man alt? Wenn Denken nur noch Gedenken ist und Aufklärung nur noch Verklärung? Der Schriftsteller Botho Strauß macht nun Lust auf die allerletzten Dinge des Lebens.
FAZ
Verlag zieht russisch-ukrainische Liebesgeschichte zurück
Ein russischer Soldat und eine ukrainische Zivilistin verlieben sich in der Geschichte einer jungen Autorin. Noch bevor der Verlag ihr Buch veröffentlicht, hagelt es heftige Kritik an der Darstellung.
FAZ
Bann mit Ansage
Sie ist eine der weltweit erfolgreichsten Schriftstellerinnen ihrer Generation, doch Sally Rooneys Bücher werden nun in Großbritannien nicht mehr verkauft. Warum der Verlag die Auslieferung gestoppt hat.
FAZ
Man steigt nicht zweimal in denselben Bus
Die sechs „Erzählungen“, die Jochen Schimmangs neues Buch versammelt, entsprechen nicht dem Gattungsbegriff. Es sind autobiographische Versuche, die den Leser zu Erkundungen in eigener Sache verführen.
FAZ
Was ist wirklich stehlenswert?
Ein letztes Mal erzählt Colson Whitehead von den Raubzügen seiner New Yorker Ganoven um den Möbelhändler Ray Carney: Mit „Cool Machine“ beendet er seine Harlem-Trilogie.
FAZ
Wie Szenen aus ungeschriebenen Stücken
Wenn Botho Strauß in seinem neuen Buch sagt, es gehe ihm nicht um Aufklärung, sondern um Verklärung, tut er dem Begriff unrecht. Und er verkennt, wie viel Aufklärung in seinen Selbstbeobachtungen steckt.
FAZ
Als der Wald Menschen verschlang
Ein totalitärer Staat und hinter den Stadtmauern eine feindselig gewordene Natur: In Linnea Kuuluvainens Debütroman „Dickicht“ geht es so bedrückend zu wie bei George Orwell. Bis sich eine junge Frau in den Wald wagt.
FAZ
Wie wär’s mal mit einem Roman übers Romanschreiben?
Steven Uhly nimmt uns in seinem Roman „Nichts als Freude“ mit in die eigene Schreibwerkstatt. Und auf Entdeckungsfahrt ins Unterbewusste.
FAZ
Auch die Schatten haben ihre Schatten
„Yumikos Paravent“, der zweite Roman von Hanns Zischler, erinnert mit seiner flächigen Ruhe an einen japanischen Holzschnitt. Es geht um die geheime Briefliebe zweier Menschen über Jahrzehnte und Kontinente hinweg.
FAZ
Gertrude beschließt zu kämpfen
Dass Hawai’i heute der fünfzigste Bundesstaat der USA ist, verdankt sich einem Putsch im Jahr 1893 gegen die dortige Königin. Sabrina Janesch erzählt davon in ihrem Roman „Territorium“, der aktueller kaum sein könnte.
Frankfurter Rundschau
Uwe Timms „Am Beispiel meines Bruders“: Wissen wollen
Uwe Timms „Am Beispiel meines Bruders“.
Süddeutsche Zeitung
Er weiß nicht, dass er nichts weiß
Richard David Prechts neues Essay „Auserzählt? Wie künstliche Intelligenz die Kultur abschafft“ ist apokalyptische Bildungshuberei ohne Erkenntnisgewinn.
Der Standard
Bestsellerautorin Isabel Allende erhält Planeta-Preis
Für ihren neuen Roman „La hora antes del alba“ wird sie mit einer Million Euro belohnt. Überreicht wurde der Preis vom spanischen Königspaar
Die Furche
Maria Pourchet: Liebesersatz in der Ein-Hund-Familie
Maria Pourchet erzählt in ihrem Roman „Feuer“ von Apathie und Empathielosigkeit, die aus der kapitalistischen Übersättigung entstanden sind. Selbst das Ausleben von Lust ist keine Befreiung, sondern im Gegenteil die würdeloseste Art von Gefangenschaft.
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Online seit: 16. Oktober 2026
Zuletzt geändert: 17. Okt. 2026
