Presseschau –7. Juni 2026

Ann Cot­ten / Judith Schal­an­sky / Lara Rüter / Din­çer Güçye­ter / Flu­ri­na Badel / Jun­ko Taka­se / Gerd Gai­ser / Robert See­tha­ler / Geor­ges-Arthur Gold­schmidt / Micha­el Klee­berg / Andrea Baja­ni / Alhierd Bachare­vič …

NZZ
Der Mann, der sich vor Arbeit fürch­te­te: Gedenk­blatt für einen Schrift­stel­ler
Den Autor Fre­de­rick Haz­litt Brennan kennt heu­te nie­mand mehr. Allein sein Leben wäre einen Roman wert. Die Zuga­be von Man­fred Papst.

NZZ
Lite­ra­tur aus dem Enga­din: Wird nun das gan­ze Dorf ver­kauft?
Die Aus­wir­kun­gen des Tou­ris­mus und der Immo­bi­li­en­boom beschäf­ti­gen auch die Lite­ra­tur. Flu­ri­na Badels Debüt­ro­man «Nebel­flüch­ti­ge» ver­bin­det Poe­sie mit Zeit­dia­gno­se.

NZZ
Das Leben ist eine Fer­tig­sup­pe – Jun­ko Taka­se durch­kreuzt fies die gän­gi­gen Erwar­tun­gen an die japa­ni­sche Kuli­na­rik
In ihrem Roman über ein japa­ni­sches Büro tobt ein Klein­krieg. Zwi­schen Über­stun­den und Wochen­end­ar­beit, Restau­rant am Auto­bahn­kreuz und eisi­ger Kli­ma­an­la­ge ver­dorrt die Lust an Oni­gi­ri und Oko­no­mi­ya­ki. Der­weil lässt Jun­ko Taka­se die Intri­gen spries­sen.

NZZ
Was Men­schen­af­fen über die Ein­sam­keit des Men­schen ver­ra­ten
Im Leip­zi­ger Zoo beob­ach­te­te Lara Rüter Schim­pan­sen, Bono­bos, Goril­las und Orang-Utans. Dar­aus ent­stand ein Essay über das Miss­lin­gen mensch­li­cher Kom­mu­ni­ka­ti­on.

Die Welt
„Ver­dammt und ver­flucht sol­len die sein, die alles so haben kom­men las­sen“
Vor 50 Jah­ren starb Gerd Gai­ser: Pfar­rers­sohn, Flie­ger und angeb­lich Kan­di­dat für den ers­ten bun­des­deut­schen Lite­ra­tur­no­bel­preis. Tat­säch­lich wur­de er zum ers­ten Opfer einer poli­tisch moti­vier­ten Kam­pa­gne im nach­kriegs­deut­schen Lite­ra­tur­be­trieb.

Die Welt
Wer die­ses Buch gele­sen hat, geht anders durch die Stadt
Der Schrift­stel­ler Robert See­tha­ler ist der lite­ra­ri­sche Gott der klei­nen Leu­te. Jetzt hat er den Roman eines unschein­ba­ren Kiezes geschrie­ben. „Die Stra­ße“ schoss sofort an die Spit­ze der Best­sel­ler­lis­ten. Das hat sei­ne Berech­ti­gung.

Die Welt
„Er wird mas­sen­haft Aus­län­der abschie­ben. Die Fran­zo­sen möch­ten so eine Regie­rung“
Der Jahr­hun­dert­zeu­ge Geor­ges-Arthur Gold­schmidt will kei­nen neu­en Herz­schritt­ma­cher mehr. Doch die Zukunft beschäf­tigt ihn. Im Gespräch pro­phe­zeit er, dass in Frank­reich ein Rechts­kon­ser­va­ti­ver Macron beer­ben wird. Doch der wer­de nicht Jor­dan Bar­del­la hei­ßen.

FAZ
Auf der Flucht mit Mari­an­ne Faithfull
Wenn Frei­geis­ter die Span­nungs­ma­schi­ne am Lau­fen hal­ten: Ali Smith hat mit ihrem Roman „Gliff“ eine Anlei­tung zum Wider­stand ver­fasst.

FAZ
May Ayim: „künst­le­ri­sche Frei­heit“
Die mit den har­ten Kan­ten nann­ten sich Kon­so­nan­ten: Für die­se Dich­te­rin gehör­te es zur Frei­heit ihrer Kunst, auch Wor­te wäh­len zu kön­nen, die tref­fen und schmer­zen.

FAZ
Eine Mut­ter, ihr Sohn und das Leben in Dojcz­land
In sei­nem Pro­sa­de­büt „Vom Fäl­len eines Stamm­baums“ seziert der Frank­fur­ter Lyri­ker Mar­tin Pie­kar eine migran­ti­sche Mut­ter-Sohn-Bezie­hung. Das tut weh, ist sprach­lich anspruchs­voll und jede Sei­te wert.

FAZ
Was such­te Heming­way in Taor­mi­na?
In Micha­el Klee­bergs neu­em Buch begibt sich ein Lite­ra­tur­wis­sen­schaft­ler namens Klee­berg auf die Spur des Lebens von Ernest Heming­way. Und fin­det auf Sizi­li­en etwas, das bis­her noch nie­mand rich­tig ver­stan­den hat.

FAZ
Wie vie­le Kilo­me­ter muss ich weg?
Kon­takt­ab­bruch als Ret­tungs­plan für einen des­il­lu­sio­nier­ten Sohn: Andrea Baja­nis in Ita­li­en preis­ge­krön­ter Roman „Der Jah­res­tag“.

FAZ
Ein Schwei­ne­hund von sel­te­nen Gra­den
Der Meis­ter der Mon­ta­ge wird selbst zum Gegen­stand eines sol­chen Kunst­werks: Gusel Jachi­nas Roman über das Genie Ser­gej Eisen­stein.

Die Pres­se
Die Trump‘sche Welt­lo­gik und das 19. Jahr­hun­dert – der neue, gro­ße Roman der Gran­de Dame der tsche­chi­schen Gegen­warts­li­te­ra­tur
Wie bestimmt die Ver­gan­gen­heit die Geschi­cke unse­rer Welt? Das zeigt Rad­ka Dene­mar­ko­vá mit ihrem neu­en Roman „Scho­ko­la­den­blut“.

Die Pres­se
Er hat genug von der Welt und zieht sich auf eine Insel in der Lagu­ne von Gra­do zurück
Einen Rück­zugs­ro­man hat Ursu­la Wie­ge­le mit „Nur die Lau­te der Vögel“ geschrie­ben. Lässt sich der Lärm der Welt so leicht ver­ges­sen?

Die Pres­se
Ein Roman zur Fuß­ball-WM: Auf der Suche nach Kyli­an Mbap­pé
Anne Akrich spielt in „Kyli­an und das Buch mei­nes Lebens“ mit den Erwar­tun­gen des Publi­kums und der Obses­si­on mit Auto­fik­ti­on.

Die Pres­se
Dich­te­rin der Woche: Sus­an Bar­ba
Sus­an Bar­ba macht in ihren Gedich­ten Erfah­run­gen und Erin­ne­run­gen erfahr­bar. In ihrem Band „Gerech­te Son­ne“ geht es um Zwei­spra­chig­keit, den Völ­ker­mord an den Arme­ni­ern und die Nähe von Leben und Tod.

Tages­spie­gel
Die Bäu­me ste­hen in uner­hört luxu­riö­ser Blü­te
Das tie­fe Glück beim Anblick der Obst­blü­te: Über die Rol­le der Bäu­me in Mar­cel Prousts „Auf der Suche nach der ver­lo­re­nen Zeit“

Tages­spie­gel
Zuver­sicht in Zei­ten der Demü­ti­gung
Der liba­ne­si­sche Schrift­stel­ler und Maler Rabih Ala­med­di­ne erzählt „Die wirk­lich wah­re Geschich­te von Rad­scha, dem Gut­gläu­bi­gen (und sei­ner Mut­ter)“. Dafür wur­de er in den USA mit dem Natio­nal Book Award aus­ge­zeich­net.

Tages­spie­gel
Wer die Pfau­en­in­sel auch zu Lite­ra­tur gemacht hat
Flo­ri­an Illies wird mit sei­nem Buch „Träu­me aus Feu­er“ wie­der viel Erfolg haben – aber auch Patri­cia Görg hat sich 2013 mit dem Glas­ma­cher Johan­nes Kun­ckel lite­ra­risch beschäf­tigt.

Frank­fur­ter Rund­schau
Der Clown im Kel­ler
Vir­tuo­se Dich­tung aus den Müh­len des All­tags: „Affä­re mit einem Erzäh­ler“, der neue Band der Wie­ner Lyri­ke­rin Danie­la Cha­na.

Frank­fur­ter Rund­schau
„Kom­pro­mis­se mit Lukaschen­kos Regime machen den Kampf und alle Opfer sinn­los“
Der bela­rus­si­sche Schrift­stel­ler Alhierd Bachare­vič über Uto­pien, die Zukunft sei­nes Lan­des und den Wert von Büchern.

Frank­fur­ter Rund­schau
Aus der Wun­der­tü­te des Tat­säch­li­chen
Oli­via Laings Roman „Cru­do“, der von der Schrift­stel­le­rin Kathy Acker erzählt – und vie­lem ande­ren.

Frank­fur­ter Rund­schau
Alles geben, ob bei den Frei­wil­li­gen oder bei der Spra­che
Klei­ne Ukrai­ne-Biblio­thek (80): „Här­te­test“, die Zeit­schrift „Ost­eu­ro­pa“ über „Die Ukrai­ne in Zei­ten des Kriegs“.

Frank­fur­ter Rund­schau
Der Schmerz der Frei­heit
Über­all „blüht die Blu­me des Abschieds“, schreibt schon Ril­ke. Wie wir damit in einer Epo­che vol­ler Ver­lus­te umge­hen, davon erzählt Gabrie­le von Arnim in ihrem neu­en Buch. Von Björn Hay­er

Ber­li­ner Zei­tung
Wie man in einer Schatz­kis­te ver­lo­ren geht: Judith Schal­an­skys „Mar­mor, Queck­sil­ber, Nebel“
Unstill­ba­rer Wis­sens­hun­ger, flug­fä­hi­ge Mate­ri­al­poe­sie und fröh­li­che Sprach­ar­beit – Judith Schal­an­sky hat ein Kunst­werk aus ihren Poe­tik­vor­le­sun­gen gemacht.

Ber­li­ner Zei­tung
Hei­ke Geiß­ler: Wie die Leip­zi­ger Schrift­stel­le­rin gegen die Öko­no­mien der Ver­ach­tung kämpft
Und doch fin­det sie, dass es sich lohnt, die klei­nen Schrit­te zu gehen – anders als ihre Hel­din Michae­la Kohl­haas. In Ber­lin eröff­net sie die Autoren­thea­ter­ta­ge am Deut­schen Thea­ter.

Ber­li­ner Zei­tung
Robert See­tha­lers Roman in Stim­men: „Die Stra­ße“
Die Bücher des in Ber­lin leben­den Autors lan­den zuver­läs­sig auf der Best­sel­ler­lis­te. Doch das neue unter­schei­det sich sehr von sei­nen Vor­gän­gern.

Die Zeit
Václav-Havel-Biblio­thek in Prag steht vor der Schlie­ßung
Der renom­mier­ten Václav-Havel-Biblio­thek in Prag droht das Ende. Nach schwe­ren inter­nen Kon­flik­ten been­det auch Havels Wit­we ihre Unter­stüt­zung für das Kul­tur­zen­trum.

Der Stan­dard
Mit Fake Guc­ci-Hose auf der Büh­ne: Din­çer Güçye­ters lesens­wer­te Poe­tik­vor­le­sung
Der deutsch-tür­ki­sche Schrift­stel­ler Din­çer Güçye­ter hat in Graz eine Vor­le­sung über Schrei­ben, Öko­no­mie und die „stei­fe Selbst­ge­rech­tig­keit im Lite­ra­tur­be­trieb“ gehal­ten.

Der Stan­dard
Hei­li­ges Spiel: Der Autor Kurt Leut­geb über Fuß­ball, lan­ge Haa­re und Paso­li­ni
Kurt Leut­geb ist mit dem Öster­rei­chi­schen Autoren­fuß­ball­team im Sta­dio dei Mar­mi in Rom auf­ge­lau­fen. Ein Essay über Fuß­ball­kult, Sub­kul­tu­ren, Uto­pie und Pier Pao­lo Paso­li­ni

Der Stan­dard
„Crash­test Dum­mies“: Mer­ce­des Span­nagels Roman über Geschlech­ter­krieg im Män­ner­do­mä­nen-Büro
Der neue Roman der öster­rei­chi­schen Autorin han­delt vom bana­len Arbeits­all­tag einer Frau, die sich in einer män­ner­do­mi­nier­ten Bran­che durch­set­zen will und wirft einen bösen Blick auf die Leis­tungs­ge­sell­schaft

Der Stan­dard
Wie Autorin Ann Cot­ten im Band „Pol­ler“ das Deut­sche pol­nisch gen­dert
Die in Iowa gebo­re­ne Dich­te­rin stellt in ihrer Poe­sie die Hier­ar­chie von Spra­che und deren Bedeu­tun­gen lust­voll auf den Kopf

Süd­deut­sche Zei­tung
Das größ­te Ich der Nati­on
Anto­nio Scu­ra­tis gigan­ti­scher Roman­zy­klus über Beni­to Mus­so­li­ni hat Ita­li­ens Blick auf sei­ne Ver­gan­gen­heit erschüt­tert. Nun ist der letz­te Band erschie­nen, „M“. Er ist: eine War­nung.

Süd­deut­sche Zei­tung
Das war­me Leuch­ten einer kal­ten Nacht
Gai­to Gasd­anow war einer der bes­ten Schrift­stel­ler des 20. Jahr­hun­derts. Das spricht sich aller­dings nur sehr lang­sam her­um. Jetzt ist ein Band mit herr­li­chen, eigen­wil­li­gen Erzäh­lun­gen erschie­nen.

Süd­deut­sche Zei­tung
Wur­de die Lite­ra­tur der DDR aus­ge­löscht?
Ost­deut­sche Lite­ra­tur sei nach dem Mau­er­fall sys­te­ma­tisch aus dem kol­lek­ti­ven Gedächt­nis getilgt wor­den, schreibt der Lite­ra­tur­wis­sen­schaft­ler Cars­ten Gan­sel. Aber kann das stim­men?

 

 

 

 

 

 

 

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Online seit: 7. Juni 2026

Zuletzt geän­dert: 7. Juni 2026