Presseschau – 2. Juni 2026

Mir­cea Car­ta­res­cu / Bar­ba­ra Honig­mann / Tokuro Nukui / Hei­ke Geiß­ler / Allen Gins­berg / Petr Šes­ták …

NZZ
Den Schä­del nach aus­sen gestülpt, auf dass er zum Ute­rus wer­de – der rumä­ni­sche Schrift­stel­ler Mir­cea Car­ta­res­cu wird 70
Mir­cea Car­ta­res­cus lite­ra­ri­scher Ruhm wuchs lang­sam, aber gewal­tig. Sein Schaf­fen lässt sich ins­ge­samt als para­do­xer Ver­such begrei­fen, jene gigan­ti­sche inne­re Lee­re, die das Schei­tern des kom­mu­nis­ti­schen Expe­ri­ments hin­ter­liess, demi­ur­gisch mit „Sinn“ zu fül­len.

Die Welt
Das Män­ner­buch stirbt aus
Es war das sichers­te Geschenk der bür­ger­li­chen Welt: ein gewich­ti­ges Sach­buch für Papa. Doch die Zah­len zei­gen: Aus­ge­rech­net das „Dad Book“ ver­schwin­det. Der Kul­tur­ver­lust ist immens. Das Arten­ster­ben hat Grün­de.

Die Welt
„In unse­rer Fami­lie gab es kei­ne kla­re Tren­nung zwi­schen Reli­gi­on und Flie­gen­fi­schen“
Vor 50 Jah­ren debü­tier­te ein eme­ri­tier­ter Lite­ra­tur­pro­fes­sor mit einem Fami­li­en­dra­ma aus den Rocky Moun­ta­ins. Heu­te gilt „Aus der Mit­te ent­springt ein Fluss“ als ame­ri­ka­ni­scher Klas­si­ker. War­um jeder Satz dar­in eine Offen­ba­rung ist.

Die Welt
Kat­ja Hoyer weiß, wie Deutsch­lands Kul­tur­stadt Nr. 1 zum ers­ten Nazi-Ort wur­de
Wie konn­te es pas­sie­ren? Bevor man die­se Fra­ge stellt, soll­te man schau­en, wie die Men­schen damals die Zeit kon­kret erlebt haben. Die in Eng­land leben­de His­to­ri­ke­rin Kat­ja Hoyer tut dies am Bei­spiel Wei­mars.

FAZ
In der schwar­zen Sphä­re des kom­mu­nis­ti­schen Kos­mos
Bar­ba­ra Honig­mann wur­de 1949 als Kind jüdi­scher Eltern in Ost­ber­lin gebo­ren. Ihr neu­es Buch „Misch­ka“ bie­tet drei Por­träts von ihr per­sön­lich bekann­ten Über­le­ben­den und deren Nach­kom­men.

FAZ
Män­ner soll­ten nicht mit der Zun­ge schnal­zen
Tokuro Nukuis Debüt erschien 1993, jetzt liegt es unter dem Titel „Tokyo. Schwar­zer Som­mer“ auf Deutsch vor. Die Dia­gno­se des Autors, heu­te einer der bekann­tes­ten Schrift­stel­ler Japans, hat unver­än­dert Bestand.

FAZ
Sie hat den Bech­del-Test erfun­den
Ali­son Bech­del besucht zum ers­ten Mal Deutsch­land und stellt in Ber­lin ihren Comic­band „Kaputt“ vor. Wie das Buch fei­ert der Abend die poli­ti­sche Kraft wech­sel­sei­ti­ger Selbst­hil­fe nicht nur unter Frau­en.

FAZ
Fol­ge der Spur des Was­sers
Im Aqua­rien­licht der Pari­ser Pas­sa­gen: Der ame­ri­ka­ni­sche Phi­lo­so­phie­his­to­ri­ker Peter E. Gor­don legt eine knapp gehal­te­ne Bio­gra­phie Wal­ter Ben­ja­mins vor.

FAZ
Aus wei­ter Fer­ne so nahe­ge­bracht
Die­se lite­ra­ri­sche Form erzählt von den Wun­den der Erin­ne­rung: Ghar­bi M. Mus­ta­fas „Wenn Ber­ge wei­nen“ über ein kur­di­sches Schick­sal im Irak zeigt die Stär­ken der Gat­tung Memoir.

FAZ
Das Mit­ein­an­der in die Knie gezwun­gen
Ein erstaun­li­ches Erzähl­ex­pe­ri­ment: Hei­ke Geiß­ler über­trägt in ihrem Roman „Michae­la Kohl­haas“ Kleists berühm­te Erzäh­lung nicht nur auf die heu­ti­ge Zeit, son­dern macht aus dem Prot­ago­nis­ten eine Frau. Und es gelingt.

Die Pres­se
Spit­zen­kö­chin auf Selbst­su­che im Hohen Nor­den
Hil­trud Bai­ers sen­si­bler Roman „Mai Juni Juli“ hat zwei Prot­ago­nis­tin­nen: Eine davon ist die wun­der­schö­ne Natur Lapp­lands.

Die Pres­se
Sind sie noch am Leben?
Der deut­sche Autor Jens Feu­er­rie­gel erwei­tert in »Mon­key« die vie­len Ver­schwö­rungs­theo­rien um Mari­lyn Mon­roe und JFK um ein Vor­stadt­häus­chen in Ari­zo­na.

Frank­fur­ter Rund­schau
Wer hurt hin­aus durch Nacht und Wind…
… es ist Allen Gins­berg, wenn er singt. Zum 100. Geburts­tag des Beat-Poe­ten, der unse­rer Zeit viel zu sagen hat.

Frank­fur­ter Rund­schau
Immer­hin gibt’s noch ein Höh­len­ho­nig-Hühn­chen
Hele­na Fal­kes Ster­ne­kü­chen-Thril­ler „Noch fünf Tage“.

Frank­fur­ter Rund­schau
Autos und Män­ner abschaf­fen!
Der tsche­chi­sche Autor Petr Šes­ták schickt einen zor­ni­gen Fahr­rad­ku­rier auf einen lan­gen Bewusst­seins­strom durch die Stra­ßen einer anstren­gen­den Groß­stadt.

Süd­deut­sche Zei­tung
„Über das Leben schrei­ben heißt auch, über den Tod zu schrei­ben“
In „Judith und Ham­net“ erzählt Mag­gie O’Farrell vom Ver­lust eines Kin­des, die Ver­fil­mung des Romans war für acht Oscars nomi­niert. Auch in ihrem neu­en Buch „Land“ geht es um Abschie­de. Ein Gespräch über die oft bru­ta­le Geschich­te ihrer Hei­mat Irland.

Süd­deut­sche Zei­tung
Das Dra­ma der Soli­da­ri­tät mit Paläs­ti­na
Scho­nungs­lo­se Abrech­nung mit dem eige­nen Milieu: Richard Schu­berths unge­wöhn­li­ches neu­es Buch „Vom Anti­se­mi­tis­mus, der kei­ner sein will“.

 

 

 

 

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Online seit: 2. Juni 2026

Zuletzt geän­dert: 2. Juni 2026