Neulich

Von Andre­as Mai­er

Neu­lich ent­deck­te ich mal wie­der ein Buch im öffent­li­chen Bücher­schrank. Als ich es sah, eigent­lich ein unschein­ba­res KiWi-Taschen­buch, leuch­te­te es mir den­noch ent­ge­gen, aus eige­ner Strahl­kraft, im Grun­de wie vor drei Jah­ren die Tage­bü­cher Albert Speers oder neu­lich Haff­ners Von Bis­marck zu Hit­ler. Das Buch heißt Mei­ne Sonn­ta­ge mit „Sabi­ne Chris­ti­an­sen“ und war 2004 ein Best­sel­ler, also vor 22 Jah­ren. Den Autor hat­te ich bereits Anfang der 2000er im WDR in Köln ken­nen­ge­lernt, er heißt Wal­ter van Ros­sum. Viel­leicht wird sich der eine oder ande­re Radio­hö­rer noch an ihn erin­nern, mit sei­ner knat­schig-sono­ren Stim­me mach­te er dort eine hoch­qua­li­ta­ti­ve Lite­ra­tur­sen­dung. Ja, so etwas gab es mal, und zwar in fast allen Sen­dern im deut­schen Sen­de­ge­biet: gute, aus­führ­li­che, ruhi­ge und bedach­te, unknal­len­de, nach­denk­li­che Lite­ra­tur­sen­dun­gen.

Als wir Anna­le­na Baer­bock in Sport­hosen auf dem Tram­po­lin sahen, fiel ich vor dem Fern­se­her aus dem Schnei­der­sitz tat­säch­lich nach hin­ten um und hat­te Schmer­zen vor Lachen wie seit mei­ner Jugend nicht mehr.

Das letz­te Mal sah ich Wal­ter van Ros­sum