Presseschau – 5. Januar 2026

Tol­ki­en, Paso­li­ni und die Neue Rech­te / Nor­bert Wehr / Abdul­razak Gur­nah / László Kraszn­ahor­kai / Pas­cal Gar­nier / Richard A. Ber­mann …

NZZ
Requi­em für das gedruck­te Wort – der Islän­der Rag­nar Hel­gi Olaf­s­son muss eine Biblio­thek ent­sor­gen und macht einen Feh­ler
Tau­sen­de von Büchern müss­te der Sohn eines Ver­le­gers nach des­sen Tod los­wer­den. Kein klei­nes Unter­fan­gen, doch kommt er ins Sto­cken, als er anfängt, in den Bän­den zu lesen. Eine para­do­xe lite­ra­ri­sche Hom­mage an ein Medi­um, das dem Unter­gang geweiht zu sein scheint.

NZZ
Als die Zen­sur sei­ne Gedich­te ver­bie­tet, geht Fer­di­nand Frei­li­grath ins Exil in die Schweiz
Wäh­rend der Revo­lu­ti­on von 1848 gin­gen zahl­rei­che deut­sche Intel­lek­tu­el­le, Poli­ti­ker und Schrift­stel­ler in die Emi­gra­ti­on. Vie­le kamen nach Zürich, wo sie eine frei­heit­li­che­re Gesell­schaft antra­fen.

NZZ
Richard A. Ber­mann hat ein famo­ses Buch geschrie­ben über Robert Lou­is Ste­ven­son, den Autor der «Schatz­in­sel»
In die Süd­see zog es den Wie­ner Jour­na­lis­ten Richard A. Ber­mann. Dort begab er sich auf die Spu­ren des schot­ti­schen Schrift­stel­lers.

Die Welt
„Was heu­te brau­ne Hem­den trägt, läuft mor­gen viel­leicht in blau­en oder vio­let­ten her­um“
Carl von Ossietz­kys Tex­te aus der Wei­ma­rer Repu­blik öff­nen einem die Augen für das, was heu­te wie­der schief­läuft. Er warn­te ins­be­son­de­re vor den „Rou­ti­niers demo­kra­ti­scher Nie­der­la­gen“ und ihrer wohl­fei­len Bequem­lich­keit.

Die Welt
Wie es sich anfühlt, als „Lea­sing-Kind“ auf­zu­wach­sen
Wie in ihrer Schicht in Frank­reich üblich, ver­brach­te Colom­be Schneck als Kind sämt­li­che Feri­en ohne die Eltern. Zum Ski­fah­ren ging es immer ins Lager in die Schweiz. Erst jetzt hat Schneck her­aus­ge­fun­den, was den dor­ti­gen Gast­el­tern vor­ge­wor­fen wur­de.

Frank­fur­ter Rund­schau
Ist doch bes­ser als ein Senio­ren­heim
Pas­cal Gar­niers raben­schwar­zer Roman „Die Eski­mo-Lösung“.

FAZ
In den Fang­ar­men der rus­si­schen Inva­si­on
Mit dem Mut, sich auf ein The­ma ein­zu­las­sen, das seit vier Jah­ren die Nach­rich­ten domi­niert: Mar­tin von Arndts über­zeu­gen­der Roman „Der Wort­schatz des Todes“ zeigt, wie weit Putins lan­ger Arm nach Deutsch­land reicht.

FAZ
Gibt es ein bes­se­res Erkennt­nis­mit­tel?
Das „Schreib­heft“ ist eine der küh­nen, lang­le­bi­gen Lite­ra­tur­zeit­schrif­ten Euro­pas. Jetzt wird Nor­bert Wehr, der Her­aus­ge­ber von Anfang an, sieb­zig Jah­re alt.

FAZ
Her­aus­ka­ta­pul­tiert aus dem eige­nen Kopf 
Alle wol­len hier weg: Der iri­sche Autor Colin Bar­rett schaut in sei­nem Debüt­ro­man „Wil­de Häu­ser“ auf das Milieu dro­gen­dea­len­der Klein­kri­mi­nel­ler in der Pro­vinz.

FAZ
In eisi­ger Wild­nis
Unse­re monat­li­che Kri­mi­ko­lum­ne stellt neue Roma­ne von Liann Zhang, Andre­as Gru­ber, Michel Jean vor.

FAZ
Adam Zaga­jew­ski: „Moran­di“
Was aus sei­nen Gemäl­den spricht, liegt dies­seits und jen­seits der Spra­che: Ein Gedicht über Gior­gio Moran­di, den Maler der Stil­le.

FAZ
Ein Gefan­ge­ner der Lin­ken?
In Ita­li­en wird ver­sucht, Paso­li­nis Werk und Bio­gra­phie Ana­lo­gien mit rech­tem Gedan­ken­gut zu unter­stel­len. Jetzt mel­det sich die 89-jäh­ri­ge Gran­de Dame der ita­lie­ni­schen Lite­ra­tur mit einer Klar­stel­lung.

FAZ
Anglist mit extrem wei­tem Hori­zont
Er war rekord­ver­däch­tig lang auf sei­nem Lehr­stuhl und ein treu­er Autor für die F.A.Z.: Jetzt ist Theo Stemm­ler mit 89 Jah­ren gestor­ben.

FAZ
Fas­zi­na­ti­on für Fan­ta­sy als Fana­tis­mus
Kul­tu­rel­le Hege­mo­nie braucht boden­stän­di­ge Hel­den: Wie Tol­ki­ens „Herr der Rin­ge“ zum Ide­al­buch neu­rech­ter Deu­tung gewor­den ist.

Ber­li­ner Zei­tung
„Zsöm­le ist weg“: László Kraszn­ahor­kai erzählt von einem Ungarn mit Ver­schwö­rern
Der neue Roman besteht immer­hin aus zwölf Sät­zen. Sog­haft schreibt der Nobel­preis­trä­ger hier eine poli­ti­sche Sati­re mit irrer Komik. Die Kri­tik.

Ber­li­ner Zei­tung
„Ame­ri­can Psycho“ heu­te: „Wenn euch das gefällt“ von Jose­fi­ne Rieks
Alles muss so funk­tio­nie­ren, dass es sich auf Social Media gut ver­kau­fen lässt. In die­sem Buch wer­den Influen­cer erschre­ckend ernst genom­men. Die Kri­tik.

Die Pres­se
Krebs und Schei­dung? Katie Yee bringt Kri­se und Humor zusam­men
Der Roman „Mag­gie oder: Ein Mann und eine Frau kom­men in eine Bar“ ist bit­ter­süß, mit lei­sem Witz.

Die Pres­se
„Acht Jah­res­zei­ten“: Das Pro­blem mit den Sámi
Kath­ri­ne Nedre­jord rech­net in ihrem Roman „Acht Jah­res­zei­ten“ mit der Min­der­hei­ten­po­li­tik Nor­we­gens ab: eine wüten­de Rei­se zu sich selbst.

Die Zeit
Sucht und Lüge
Wie erfin­det man eine dro­gen­ab­hän­gi­ge Roman­hel­din, der ein­fach nicht über den Weg zu trau­en ist? Wie hält man sie auf Distanz? Die Schrift­stel­le­rin Rapha­e­la Edel­bau­er über die Kunst des unzu­ver­läs­si­gen Erzäh­lens

Die Zeit
Das Leben ertra­gen ler­nen
Abdul­razak Gur­nah, Trä­ger des Lite­ra­tur­no­bel­prei­ses, fei­ert in sei­nem gerad­li­ni­gen Roman die Ent­schlos­sen­heit sei­ner tan­sa­ni­schen Hel­den.

 

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Online seit: 5. Janu­ar 2026

Zuletzt geän­dert: 6. Jan. 2026