Presseschau – 31. Oktober 2025

Juri Andrucho­wytsch / Oster­mai­er über Paso­li­ni / Fabio Andi­na / Kaś­ka Bry­la / Arund­ha­ti Roy / Sorj Cha­lan­don / Vol­ker Kut­scher / Ian McE­wan …

NZZ
„Wir müs­sen den ukrai­ni­schen Staat, die­ses Mons­ter, mit unse­ren Hän­den stüt­zen. Wir haben ihn mit so viel Blut ver­tei­digt“
Der Ukrai­ner Juri Andrucho­wytsch reist als Schrift­stel­ler und Musi­ker seit zwei Jahr­zehn­ten durch Euro­pa. Im Krieg sei die Kunst erns­ter gewor­den, doch er blei­be opti­mis­tisch, sagt er im Inter­view.

NZZ
Das gefähr­lichs­te Buch der Schweiz: Es war rot, zeig­te eine Arm­brust und kos­te­te nichts. Das mach­te es ver­däch­tig
Zwei lite­ra­tur­be­geis­ter­te Zür­cher sam­mel­ten Tex­te zu einem Buch und ver­teil­ten die­ses 1971 umsonst auf der Stras­se. Die Akti­on war legen­där und alar­mier­te den Staats­schutz.

FAZ
Ein höchst unglei­ches Paar
Die Freund­schaft zwi­schen Hugo von Hof­manns­thal und Rudolf Alex­an­der Schrö­der war ­unwahr­schein­lich. Ihr Brief­wech­sel ist eine uner­schöpf­li­che Enzy­klo­pä­die, ein Erle­ben von Welt­ge­schich­te noch ohne his­to­ri­sche Distanz – und sei­ne Edi­ti­on eine gro­ße Leis­tung.

FAZ
Gefähr­li­che Lieb­schaft mit einem Toten
Ver­such einer „Anver­wand­lung“: Albert Oster­mai­er schreibt einen „Roman mit Paso­li­ni“, fünf­zig Jah­re nach des­sen Ermor­dung, und nähert er sich einer Fra­ge, die in Deutsch­land noch tabu ist.

FAZ
Schwei­gen zum Krieg
Fabio Andi­nas Roman „Sech­zehn Mona­te” erzählt von der Rück­kehr eines im Krieg ver­schlepp­ten Ita­lie­ners in sei­ne Hei­mat – dem Groß­va­ter des Autors.

FAZ
Ich mel­ke das Sys­tem, das mich in einen Käfig sperrt
Influen­cer ohne Inter­net: Mit „Die Unbuß­fer­ti­gen“ hat Eli­na Pen­ner einen Gegen­warts­ro­man über die sozia­len Medi­en geschrie­ben, der trotz sei­ner Kon­struk­ti­ons­feh­ler eine eigen­ar­ti­ge Sog­wir­kung ent­fal­tet.

Frank­fur­ter Rund­schau
Köcheln­de Kon­flik­te
Die Erzäh­le­rin Kaś­ka Bry­la reflek­tiert in Leip­zig ihre Iso­la­ti­on, kämpft mit den Fol­gen von Coro­na und ver­ar­bei­tet die Geschich­te ihres Vaters.

Frank­fur­ter Rund­schau
Der Jun­ge, den sie Krö­te nann­ten
Der Fran­zo­se Sorj Cha­lan­don erzählt in „Herz in der Faust“ von einer „Kor­rek­tur­an­stalt“ in den 30er Jah­ren – und einem ver­zwei­fel­ten Flucht­ver­such.

Die Welt
„Wer zählt die Völ­ker, nennt die Namen“ – Vor­bo­ten der kom­men­den Pan­de­mie
Eini­ge Zei­len aus den „Kra­ni­chen des Iby­kus“ von Fried­rich Schil­ler kennt noch jeder aus der Schu­le. Ange­sichts der Vogel­grip­pe lohnt es sich, den Klas­si­ker noch ein­mal neu zu lesen, zu ver­ste­hen – und zu stau­nen.

Die Pres­se
Best­sel­ler-Autorin Arund­ha­ti Roy schreibt über ihre kämp­fe­ri­sche und kom­pli­zier­te Mut­ter
Arund­ha­ti Roys ers­tes Memoir über ihre schwie­ri­ge, aber prä­gen­de Mut­ter-Toch­ter-Bezie­hung ist ein facet­ten­rei­ches Buch und gro­ße Lite­ra­tur.

Die Pres­se
Ian McE­wan möch­te wis­sen, wie spä­te­re Gene­ra­tio­nen ein­mal über uns urtei­len wer­den
Ian McE­wans neu­er Roman spielt in einem post­apo­ka­lyp­ti­schen Eng­land des 22. Jahr­hun­derts. Ein Lite­ra­tur­wis­sen­schaft­ler, der beses­sen ist von einem Sonett aus dem Jahr 2014, macht sich auf Spu­ren­su­che.

Die Pres­se
Die Nach­ba­rin ver­führ­te ihn zum Sex
Der neue Roman des inter­na­tio­na­len Best­sel­ler­au­tors und Wahl­wie­ners David Sza­lay ist ein bril­lan­tes Por­trät eines kriegs­trau­ma­ti­sier­ten schweig­sa­men Man­nes.

Die Pres­se
Der Krebs mutet an wie ein Haus­frie­dens­bruch
Peter Wawer­zi­nek hüll­te sich nach einer Krebs­dia­gno­se nicht in Schwei­gen. Mit lite­ra­ri­schen Mit­teln tri­um­phiert er in sei­nem Buch „Rom sehen und nicht ster­ben“ gegen die Erkran­kung.

Die Zeit
„Ich war­ne davor, immer Wei­ma­rer Ver­hält­nis­se her­auf­zu­be­schwö­ren“
Ein letz­tes Mal lässt Vol­ker Kut­scher sei­nen Kom­mis­sar Gere­on Rath auf­tre­ten. Ein Gespräch über sei­ne Kri­mi­se­rie und die Abgrün­de der deut­schen Geschich­te.

Süd­deut­sche Zei­tung
Über den Tod so unbe­fan­gen reden wie über Sex
In sei­nem Essay „Über die Ein­sam­keit der Ster­ben­den in unse­ren Tagen“ for­der­te Nor­bert Eli­as 1982, das aller­letz­te Tabu end­lich zu bre­chen. Der Text ist heu­te noch so lesens­wert wie damals. Min­des­tens.

Süd­deut­sche Zei­tung
Grü­ße an die Eltern
Ita­li­en dis­ku­tiert über patri­ar­cha­le Gewalt und Andrea Baja­ni bekommt den wich­tigs­ten Lite­ra­tur­preis für einen Roman über die Fami­lie als Zwangs­sys­tem: Irgend­wann erzählt er, muss man ein­fach gehen.

Süd­deut­sche Zei­tung
Auch Schil­ler brauch­te Tape­ten
Die neue Dau­er­aus­stel­lung in Mar­bach will den Dich­ter poli­ti­scher und lebens­nä­her zei­gen. Doch trotz Pathos und Aus­ru­fe­zei­chen bleibt die Form der Prä­sen­ta­ti­on wohl­tu­end klas­sisch.

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Online seit: 31. Okto­ber 2025

Zuletzt geän­dert: 1. Nov. 2025