Presseschau – 9. Oktober 2025

Nobel­preis für László Kraszn­ahor­kai / E.T.A. Hoff­mann / Geor­ge Sand / Édouard Lou­is / Jeho­na Kicaj / Ales­san­dro Baric­co …

NZZ
Lite­ra­tur­no­bel­preis 2025: mit László Kraszn­ahor­kai wird ein dekla­rier­ter Aus­sen­sei­ter gewür­digt
Die unga­ri­sche Lite­ra­tur bringt seit Jahr­zehn­ten Exor­bi­tan­tes her­vor. Nach dem Tod von Péter Ester­há­zy und Györ­gy Kon­rád stand für den Nobel­preis Péter Nádas im Fokus. Mit László Kraszn­ahor­kai gibt die Jury dem Mys­tisch-Phan­tas­ti­schen den Vor­zug vor dem His­to­ri­schen.

NZZ
„Wir alle frag­ten uns nur noch: Kannst du mir gefähr­lich wer­den? Damals merk­te ich, dass Angst einen ganz eigen­ar­ti­gen Geruch hat“
Die israe­li­sche Autorin und Psy­cho­lo­gin Aye­let Gun­dar-Gos­hen seziert in ihrem neus­ten Roman „Unge­be­te­ne Gäs­te“ die Angst, aus der Ras­sis­mus und Anti­se­mi­tis­mus ent­ste­hen. Sie selbst kennt die­ses Gefühl seit ihrer Kind­heit – es zieht sich wie ein roter Faden durch ihre jüdi­sche Fami­li­en­ge­schich­te.

Die Welt
Der neue Nobel­preis­trä­ger schreibt in schwarz-weiß die längs­ten Sät­ze der Welt­li­te­ra­tur
Ein Nobel­preis für Ungarn – und ein biss­chen auch für Ber­lin: László Kraszn­ahor­kai hat in der deut­schen Haupt­stadt gewohnt und einen Roman geschrie­ben, der in Thü­rin­gen spielt. Sei­ne ver­rück­tes­ten Wer­ke: ein 450 Minu­ten lan­ger Film und ein Buch aus einem ein­zi­gen Satz.

Die Welt
Wie der bes­te Lite­ra­tur­jour­na­list der Wei­ma­rer Repu­blik zu Axel Sprin­ger kam
1933 trie­ben die Nazis den genia­len Blatt­ma­cher Wil­ly Haas ins Exil. Nach dem Krieg band ihn sein Bewun­de­rer Axel Sprin­ger an die WELT. Doch was war mit Haas‘ legen­dä­rer „Lite­ra­ri­schen Welt“? Die Geschich­te einer Wie­der­be­le­bung.

FAZ
Eine Stim­me für all die wehr­haf­ten Frau­en
Sie liebt Män­ner und Frau­en, nimmt sich jeden, den sie in die Fin­ger krie­gen kann: Die Hel­din in Zyta Rudzkas Roman „Lachen kann, wer Zäh­ne hat“ wider­spricht allen Kli­schees – und erfüllt alle lite­ra­ri­schen Erwar­tun­gen.

FAZ
Der Diri­gent des Wort-Orches­ters
Sei­nem Werk ist die Melan­cho­lie genau­so ein­ge­schrie­ben wie das Stau­nen über den Zustand der Welt: Der unga­ri­sche Autor László Kraszn­ahor­kai wird mit dem Nobel­preis für Lite­ra­tur aus­ge­zeich­net.

FAZ
Die ers­ten, die ihn ver­rie­ten, waren sei­ne Eltern
Sein ver­letz­tes Gerech­tig­keits­emp­fin­den war der Antrieb sei­nes Schrei­bens – und der Geheim­dienst der idea­le Rah­men für sein Den­ken: Die Bod­lei­an Libra­ry in Oxford gewährt ers­te Ein­bli­cke ins Archiv von John le Car­ré.

Die Zeit
Lite­ra­tur­no­bel­preis geht an László Kraszn­ahor­kai aus Ungarn
Der unga­ri­sche Autor László Kraszn­ahor­kai bekommt den Lite­ra­tur­no­bel­preis. Der 71-Jäh­ri­ge wer­de für sein „über­wäl­ti­gen­des und visio­nä­res Werk“ geehrt.

Die Zeit
Wo der Hass ent­steht
Édouard Lou­is schrieb scho­nungs­lo­se Bücher über sich, über sei­ne Mut­ter und sei­nen Vater. Jetzt ver­sucht er dem Unglück sei­nes Bru­ders näher­zu­kom­men.

Die Zeit
Ab in die Ver­nunft­ehe
Der Herbst ist da und mit ihm eini­ge Kuschel­ro­ma­ne über tap­fe­re Frau­en. War­um ist der His­to­ri­en­ro­man so popu­lär?

Die Zeit
Meis­te­rin der Cliff­han­ger
In einer glän­zen­den Neu­über­set­zung kön­nen wir einen der ers­ten Bil­dungs­ro­ma­ne einer Frau ent­de­cken: „Nanon“ von Geor­ge Sand. Sie ent­führt uns in die Zeit der Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on.

Die Pres­se
Der Lite­ra­tur­no­bel­preis geht an László Kraszn­ahor­kai
Die pres­ti­ge­träch­tigs­te Aus­zeich­nung der Lite­ra­tur­welt bekommt der unga­ri­sche Schrift­stel­ler László Kraszn­ahor­kai für sein „fes­seln­des und visio­nä­res Werk“.

Frank­fur­ter Rund­schau
Alle Gewalt und Schön­heit auf Erden
László Kraszn­ahor­kai bekommt den Lite­ra­tur­no­bel­preis, eine knall­har­te Ent­schei­dung für noch knall­här­te­re Lite­ra­tur.

Süd­deut­sche Zei­tung
„Ich muss­te über die­sen Wahn­sinn schrei­ben“
Ihre Mut­ter hat Essen aus dem Fens­ter gewor­fen und den Hund erschos­sen, sich aber auch für Frau­en­rech­te bis an den Obers­ten Gerichts­hof gewagt. Jetzt hat Schrift­stel­le­rin Arund­ha­ti Roy ein Buch über ihre kom­pli­zier­te Fami­li­en­ge­schich­te geschrie­ben – und erklärt, war­um sie Indi­en trotz Anfein­dun­gen nicht ver­las­sen will.

Süd­deut­sche Zei­tung
Hat er uns noch etwas zu sagen?
Eine „Gro­ße Edi­ti­on“ mit elf Hör­spiel-Ver­sio­nen von E. T. A. Hoff­manns Tex­ten bringt ein hal­bes Jahr­hun­dert Radio-Geschich­te zusam­men: eine gigan­ti­sche Fei­er des klas­si­schen Geschich­ten­er­zäh­lens.

Süd­deut­sche Zei­tung
Ja, nichts ist okay
Er redet nicht viel, die Frau­en flie­gen auf ihn, und es heißt, dies sei der Held, der lese­fau­le Män­ner wie­der für Bücher gewin­nen kön­ne: Wie plau­si­bel ist die mas­ku­li­ne Iden­ti­fi­ka­ti­ons­fi­gur in David Sza­lays Roman „Was nicht gesagt wer­den kann“ wirk­lich?

Süd­deut­sche Zei­tung
Dein Kör­per ist dein letz­ter Geg­ner
Kin­der krie­gen kann man bis in die Mit­te des Lebens, ver­spricht die Repro­duk­ti­ons­me­di­zin Frau­en heu­te. Was dar­aus für Ängs­te, Lügen und Schick­sa­le ent­ste­hen, erzäh­len zwei Roma­ne über die Gegen­wart und einer über eine sex­lo­se Zukunft.

Süd­deut­sche Zei­tung
Die Para­bel auf den auto­ri­tä­ren Zeit­geist
Ein erfolg­lo­ser Jour­na­list, der sich zum rech­ten Influen­cer wan­delt: Mit sei­nem Roman „Cha­mä­le­on“ schreibt der israe­li­sche Anwalt und Schrift­stel­ler Yis­hai Sarid das beklem­mend plau­si­ble Psychogramm/Porträt eines Oppor­tu­nis­ten.

Süd­deut­sche Zei­tung
Die Zeu­gin, die kei­ner hör­te
Lan­ge kann­te die Lite­ra­tur­ge­schich­te sie nur als Gelieb­te von Gott­fried Benn, jetzt ist Mop­sa Stern­heims eige­ner, ein­zi­ger Roman „Das Jahr der Spin­ne“ end­lich zu lesen: ein Buch von his­to­ri­schem Gewicht.

Süd­deut­sche Zei­tung
Nach der Par­ty, vor dem Tod
In Jen­ny Valen­ti­nes Jugend­ro­man „Zwei Sei­ten eines Augen­blicks“ droht ein kata­stro­pha­ler Unfall zwei unzer­trenn­li­che Freun­din­nen aus­ein­an­der­zu­rei­ßen. Ist damit alles zu Ende?

Süd­deut­sche Zei­tung
In den Wald
Drei Dut­zend kür­zes­te Gedich­te von Jür­gen Nend­za, musi­ka­lisch ver­tont und unter ande­rem von Bibia­na Beglau gele­sen, locken einen tief ins Unter­holz. Was huscht dort her­um?

Süd­deut­sche Zei­tung
Lite­ra­tur­no­bel­preis geht an László Kraszn­ahor­kai
Der unga­ri­sche Schrift­stel­ler bekommt den wich­tigs­ten lite­ra­ri­schen Preis der Welt für sein visio­nä­res Werk, wie die Schwe­di­sche Aka­de­mie in Stock­holm mit­teil­te.

Süd­deut­sche Zei­tung
Das Unge­sag­te sitzt in den Nie­ren
Mit sel­te­ner Prä­zi­si­on erzählt Jeho­na Kicaj am Bei­spiel einer Fami­lie, die aus Koso­vo geflo­hen ist, wie man Ver­gan­ge­nes wei­ter­trägt, auch wenn man nichts davon weiß. Mit die­sem Debüt­ro­man ist sie jetzt für den Deut­schen Buch­preis nomi­niert.

Süd­deut­sche Zei­tung
Im Punkt steckt der Tod
Sein Wider­stand gegen den Auto­ri­ta­ris­mus, nicht nur in Ungarn, ist humor­voll und kom­pro­miss­los, die Apo­ka­lyp­sen, von denen er erzählt, fin­det er im All­tag: László Kraszn­ahor­kai bekommt den Lite­ra­tur­no­bel­preis.

Süd­deut­sche Zei­tung
Schreibt schnel­ler als sein Schat­ten
Lan­ge nichts gehört von Ales­san­dro Baric­co, der mit dem Roman „Sei­de“ zum Erfolgs­au­tor wur­de. Jetzt mel­det er sich mit einem „meta­phy­si­schen Wes­tern“ zurück, und ein ehr­wür­di­ges Gen­re bekommt eine ganz luf­ti­ge Form.

Süd­deut­sche Zei­tung
Im Kopf der Ent­füh­re­rin
Kurz bevor die Ver­fil­mung ihres Welt­erfolgs „Die, My Love“ in die Kinos kommt, erscheint Aria­na Har­wicz’ Roman „Kopf­los“ über eine Frau, die ihrem Ex die Kin­der ent­zieht. Ähn­lich­kei­ten zu rea­len Fäl­len sind Zufall, das hier ist atem­lo­se Lite­ra­tur.

Tages­spie­gel
Einer der ewi­gen Kan­di­da­ten hat jetzt end­lich sei­nen ver­dien­ten Preis
Wider popu­lä­ren Annä­he­run­gen: Mit der Wahl des unga­ri­schen Schrift­stel­lers László Kraszn­ahor­kai ist die Schwe­di­sche Aka­de­mie wie­der ganz bei sich und ihrem ästhe­ti­schen Lite­ra­tur­ver­ständ­nis.

Tages­spie­gel
Ver­lernt der Mensch das Lesen?
Der Medi­en­wis­sen­schaft­ler Chris­toph Enge­mann unter­sucht, wie KI Schrift und Spra­che ver­än­dert. Er kon­sta­tiert: Im Ver­hält­nis zwi­schen Wort und Wis­sen ist ein dras­ti­scher Wan­del im Gan­ge.

Der Stan­dard
Apo­ka­lyp­ti­ker mit viel Hohn­ge­läch­ter
Der Vor­lass des Ungarn befin­det sich seit vori­gem Jahr in der Natio­nal­bi­blio­thek in Wien. Er ist der 122. Gewin­ner, die Ver­lei­hung fin­det am 10. Dezem­ber statt

Der Stan­dard
Auch ohne Nobel­preis­wür­de herrscht im Pan­the­on der Dich­tung viel Platz
Nichts kann rascher ver­wel­ken als lite­ra­ri­scher Ruhm. Dar­um gibt es seit 1901 Lite­ra­tur­no­bel­preis­trä­ger, die kaum noch jemand kennt

Stutt­gar­ter Zei­tung
Satans­tan­go mit der Wirk­lich­keit
Der unga­ri­sche Schrift­stel­ler László Kraszn­ahor­kai erhält den Nobel­preis für Lite­ra­tur. In sei­nem Werk trifft apo­ka­lyp­ti­sche Fan­tas­tik auf Sze­na­ri­en von gespens­ti­scher Aktua­li­tät.

 

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Online seit: 9. Okto­ber 2025

Zuletzt geän­dert: 9. Okt. 2025