Presseschau – 30. Mai 2025

Colm Tói­bín / Ser­hij Zha­dan / Mile­na Mar­ko­vić / Paul Maar / Mar­tin Mose­bach / Deut­sche Klas­si­ker / Sebas­ti­an Haff­ner …

NZZ
Je pathe­ti­scher die Zei­ten, umso nüch­ter­ner ihr Chro­nist: Der iri­sche Schrift­stel­ler Colm Tói­bín wird 70
In sei­nem Gedicht­band „Vin­egar Hill“, der jetzt auf Deutsch erscheint, wird der Lyri­ker und Essay­ist zum Archäo­lo­gen schein­ba­rer Nich­tig­kei­ten. Auf der Rück­sei­te des Glücks lau­ert bei Colm Tói­bín immer die Trau­er.

NZZ
Not­ge­drun­gen im Para­dies: Hin­ter den deut­schen Exi­lan­ten im Zwei­ten Welt­krieg steck­ten Frau­en, die das Leben in der Frem­de orga­ni­sier­ten
Sie alle waren in Kali­for­ni­en im Exil: Franz Wer­fel, Ber­tolt Brecht, Hein­rich und Tho­mas Mann und Bert­hold Vier­tel. Mit­samt ihren Ehe­frau­en, von denen meist weni­ger die Rede ist.

FAZ
Iri­sche Lite­ra­tur: Meis­ter der Ein­füh­lung
Er kann von ein­fachs­ten Schick­sa­len erzäh­len, aber auch die Selbst­zwei­fel eines Hen­ry James durch­leuch­ten: Der iri­sche Schrift­stel­ler Colm Tói­bín wird sieb­zig.

Frank­fur­ter Rund­schau
Am Puls von Char­kiw
Klei­ne Ukrai­ne-Biblio­thek (67): „Kei­ner wird um etwas bit­ten“, neue Geschich­ten von Ser­hij Zha­dan.

Frank­fur­ter Rund­schau
Über­le­gen. Sich fin­den. Sich ret­ten
„Auf­lö­sun­gen“: Mit Mar­le­ne Stre­eru­witz mit­ten hin­ein in die Unru­hen der Gegen­wart. Von Judith von Stern­burg

Die Pres­se
Das Para­dies wird ein Spei­se­wa­gen sein
In „Kin­der“ ent­wi­ckelt Mile­na Mar­ko­vić eine vir­tuo­se Form zwi­schen Pro­sa und Lyrik.

Die Pres­se
Mar­le­ne Stre­eru­witz schreibt über Frau­en, die zu Boden fal­len
Nina, Mit­te 50, will ihr Leben neu ord­nen, wird aber von der Rea­li­tät ein­ge­holt: Sie wird Opfer einer Gewalt­tat und muss sich ihren Ängs­ten und Neu­ro­sen stel­len. Im Roman „Auf­lö­sun­gen“ the­ma­ti­siert Mar­le­ne Stre­eru­witz die neue alte gesell­schaft­li­che Bedro­hung der Femin­in­i­tät.

Die Pres­se
„Smi­ley“: Sohn von John le Car­ré führt Werk des Vaters fort
Wie der Vater, so schreibt auch der Sohn schon lan­ge unter Pseud­onym. Nun wid­met er sich dem Meis­ter­spi­on Smi­ley. Er setzt die Hand­lung kurz nach den Ereig­nis­sen von „Der Spi­on, der aus der Käl­te kam“.

Tages­spie­gel
„Sams“-Autor Paul Maar im Inter­view: „Die gül­ti­ge Wäh­rung in der Psych­ia­trie sind Ziga­ret­ten“
Paul Maar wur­de berühmt als Erfin­der des „Sams“. Jetzt erscheint mit „Lor­na“ ein neu­es Buch für Erwach­se­ne. Fällt es einem erfolg­rei­chen Kin­der­buch­au­tor schwer, über Sex zu schrei­ben?

Stutt­gar­ter Zei­tung
Der Maler und sein Modell
Mar­tin Mose­bach erzählt in sei­nem Roman „Die Rich­ti­ge“ vom Zer­stö­rungs­werk der Kunst – ein Meis­ter­werk, was immer das bedeu­tet.

Süd­deut­sche Zei­tung
Poli­tik und Lite­ra­tur: Hört auf die AfD, lest deut­sche Klas­si­ker!
Goe­the, Schil­ler, Hei­ne – die Namen ste­hen für außer­or­dent­li­che Tex­te. Aber wer glaubt, dort gibt’s Nach­hil­fe in Natio­nal­stolz, der irrt. Die gro­ßen Dich­ter und Den­ker woll­ten von einem Reich der Deut­schen nichts wis­sen. Eine Lek­tü­re-Emp­feh­lung.

Süd­deut­sche Zei­tung
Wie­der­ent­de­ckung einer gro­ßen Lie­be
Der Jugend­ro­man „Abschied“ von Sebas­ti­an Haff­ner kommt erst jetzt her­aus, ein Vier­tel­jahr­hun­dert nach dem Tod die­ses wich­ti­gen poli­ti­schen Schrift­stel­lers. Rück­bli­ckend wis­sen wir: Es geht um letz­te Momen­te des Glücks vor der Kata­stro­phe.

Süd­deut­sche Zei­tung
„Die Welt wird wil­der“
Ein Gespräch mit Sebas­ti­an Haff­ners Sohn Oli­ver Pret­zel über sei­nen Vater, den gro­ßen Chro­nis­ten der Nazi­ver­bre­chen, aus des­sen Nach­lass nun ein erschüt­ternd klar­sich­ti­ger Roman über eine Jahr­hun­dert­lie­be erscheint: „Abschied“.

 

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Online seit: 30. Mai 2025

Zuletzt geän­dert: 30. Mai 2025