Presseschau – 7. April 2025

Bil­ler disst Goetz / Patrick Modia­no / Urs­zu­la Honek / KI ille­gal mit Buch­in­hal­ten trai­niert / John Gris­ham / Lena Schät­te / Fried­rich Nietz­sche / Joël Dicker / Emma­nu­el Car­rè­re / Geor­gi Demi­dow …

NZZ
„Man muss neh­men, was kommt“, sagt eine pol­ni­sche Dorf­be­woh­ne­rin. In Urs­zu­la Hon­eks Roman ist das sel­ten etwas Gutes
„Die weis­sen Näch­te“ umfasst drei­zehn ein­zel­ne Erzäh­lun­gen aus dem länd­li­chen Polen. Die Hel­den sind gequäl­te Krea­tu­ren, Ein­sa­me, Abge­häng­te und Hoff­nungs­lo­se. Ein Blick auf die Schat­ten­sei­te eines Lan­des.

FAZ
Rele­van­te Lyrik muss nicht unbe­dingt vom Krieg han­deln
Sie eint die Ableh­nung des Über­falls auf die Ukrai­ne: Exil­ver­la­ge und Autoren aus aller Welt ver­sam­meln sich bei der rus­si­schen Buch­mes­se in Ber­lin.

FAZ
Die bösen Geis­ter Ame­ri­kas
Der Best­sel­ler­au­tor John Gris­ham legt mit sieb­zig sein fünf­zigs­tes Buch vor: „Die Legen­de“ ist ein Meta-Kri­mi über das Erbe der Skla­ve­rei, den Raub­bau an der Natur – und viel­leicht auch eine Sati­re über Best­sel­ler-Lite­ra­tur.

FAZ
Wenn die Sät­ze im Buch wie Blau­licht blin­ken
Lena Schät­te hat den Sau­er­land-Roman der deut­schen Gegen­wart geschrie­ben, den man jetzt lesen muss. Über ein Milieu, auf das meist nur genau­er geschaut wird, wenn es sich an Wahl­aben­den komisch ent­schei­det.

Die Welt
Kei­ne Angst, Ihre Toch­ter darf das lesen
Das New-Adult-Gen­re boomt – doch Lite­ra­tur­kri­ti­ker wol­len von dunk­lem Zau­ber und ver­lieb­ten Kadet­ten nichts wis­sen. Ein Blick auf die „Flammenngeküsst“-Serie von Rebec­ca Yar­ros – und die Ant­wort auf die Gret­chen­fra­ge: Ist das toxisch?

Die Welt
Wie man mit Büchern Zau­bern und Kochen ler­nen kann
Sie ist eme­ri­tier­te Anglis­tin, aber auch aus­ge­bil­de­te Opern­sän­ge­rin. Eli­sa­beth Bron­fen nimmt Seri­en genau­so in den Blick wie Shake­speare. Hier stellt sie ihre Lieb­lings­bü­cher vor, unter ande­rem den Vor­läu­fer von „Har­ry Pot­ter“.

Die Welt
Als Fried­rich Nietz­sche ein Pferd umarm­te
Der Phi­lo­soph Fried­rich Nietz­sche wohnt seit 1888 in Turin, er ist ein­sam und erfolg­los. Manch­mal fühlt er sich wie ein altes Pferd, das von Ort zu Ort zieht. Am 3. Janu­ar 1889 sieht er, wie ein Drosch­ken­gaul gequält wird – und greift ein.

Tages­spie­gel
Macht Meta ille­gal Kas­se mit Büchern?
Metas Sprach­mo­dell Llama wur­de mit ille­gal ver­brei­te­ten Büchern und Fach­ar­ti­keln trai­niert. In den USA haben Schrift­stel­ler geklagt. Deut­sche Autoren haben bis­lang kaum Mög­lich­kei­ten, sich zu weh­ren.

Die Zeit
Eine lebens­lan­ge Amour fou
Rast­los und neu­gie­rig: Die jetzt ver­öf­fent­lich­ten Tage­bü­cher der fast ver­ges­se­nen Schrift­stel­le­rin Friedl Bene­dikt erzäh­len vom Exil in Eng­land und von der kom­pli­zier­ten Bezie­hung zu Eli­as Canet­ti.

Die Zeit
Die­ser Mann ist ein Ärger­nis (für vie­le)
Der Phi­lo­soph Omri Boehm darf nicht zum Geden­ken an die Befrei­ung des KZ Buchen­wald spre­chen. Aber was macht sein Den­ken gera­de für die israe­li­sche Regie­rung so anstö­ßig?

Die Zeit
Krieg und Lite­ra­tur
War­um habe ich so lan­ge gebraucht, um den Autor Rai­nald Goetz zu durch­schau­en? Von Maxim Bil­ler

Die Pres­se
Joël Dicker: Wer sitzt da in den Büschen?
Joël Dickers obses­si­ver Thril­ler „Ein unge­zähm­tes Tier“ ist ein Page­tur­ner der Meis­ter­klas­se.

Die Pres­se
Camil­la Bar­nes: Kote­letts aus den Acht­zi­gern
In „Kei­ne Klei­nig­keit“ ist die Mut­ter mit Ein­frie­ren und Nör­geln beschäf­tigt, der Vater mit Lamas und Kat­zen. Und die Toch­ter? Genervt von dem Schau­spiel.

Der Stan­dard
Hei­mi­sche Buch­bran­che for­dert Ver­gü­tung für KI-Trai­ning
Gesetz­ge­ber müs­se „rasch reagie­ren“, eine Pau­schal­ver­gü­tung ana­log zur Pri­vat­ko­pie sei denk­bar

Der Stan­dard
Dem kal­ten Ent­zug folgt der Blick fürs Wesent­li­che
Wie befrei­end Ver­zicht sein kann, zeigt Katha­ri­na Köl­lers neu­er Roman „Wild wuchern“. Die Flucht aus der Stadt in die Ber­ge ist eine Geschich­te über weib­li­che Selbst­be­stim­mung.

Der Stan­dard
Vor­apo­ka­lyp­ti­sche Lie­bes­räu­sche
Lie­be, Kli­ma, Lachen, Wei­nen: Frank Schulz beweist in sei­nem Roman „Amor gegen Goli­ath“ ein­mal mehr sei­ne Klas­se. Es wäre ein Feh­ler, die­sen Roman nicht zu lesen.

Der Stan­dard
Über das Leben des Man­nes, der den Bla­de Run­ner schrieb
„Ich lebe und ihr seid tot“: Emma­nu­el Car­rè­res Buch über das Leben des legen­dä­ren Sci­ence-Fic­tion-Autors Phil­ip K. Dick liegt nun end­lich auf Deutsch vor und kommt zur rich­ti­gen Zeit.

Der Stan­dard
Ein war­mes Gefühl im Kor­pus
Gute Mischung zwi­schen Poin­ten­reich­tum und Tief­gang: Der Twit­ter­le­gen­de Kurt Prö­del gelingt mit der trau­rig-schö­nen Coming-of-Age-Geschich­te „Klap­per“ ein ent­zü­cken­des Roman­de­büt.

Süd­deut­sche Zei­tung
Jen­seits von Kör­per und See­le
Joseph Vogl ist einer der ori­gi­nells­ten Gesell­schafts­kri­ti­ker des Lan­des. In sei­nem neu­en Buch „Mete­or“ hält er unse­rem Bedürf­nis nach Ver­läss­lich­keit das Schwe­ben ent­ge­gen – als eigent­li­chen Urzu­stand aller Din­ge.

Süd­deut­sche Zei­tung
Unser Mann in Brook­lyn
Er fei­er­te DDR-Punks als Vor­bild für Ame­ri­ka und pro­pa­gier­te deutsch­spra­chi­ge Lite­ra­tin­nen: Zum viel zu frü­hen Tod des Autors und Über­set­zers Tim Mohr.

Süd­deut­sche Zei­tung
Im Früh­ling fal­len die Küs­se
Wie nennt man es, wenn ein Bus­si über­ra­schen­der­wei­se mehr ist als das schwa­che Berüh­ren einer Wan­ge? Zum Glück ist Trash-TV gera­de in die­sem Bereich der Spra­che höchst erfin­de­risch.

Süd­deut­sche Zei­tung
Ein Brief, geschrie­ben mit Blut
Der rus­si­sche Schrift­stel­ler Geor­gi Demi­dow starb im Glau­ben, sein Werk sei ver­nich­tet. Ein zwei­ter, unver­gess­li­cher Roman erscheint nun auf Deutsch und erzählt die Geschich­te eines sowje­ti­schen Gefan­ge­nen.

Frank­fur­ter Rund­schau
Por­trät des Künst­lers als sehr jun­ger Mann
Die har­te Arbeit der Leich­tig­keit. Patrick Modia­nos schma­ler, melan­cho­li­scher und schwe­ben­der Roman „Die Tän­ze­rin“.

 

* * *

Online seit: 7. April 2025

Zuletzt geän­dert: 7. Apr. 2025