Bereinigt vom Unnötigen

Lek­tü­re­no­ti­zen von Bir­git Birn­ba­cher zu Joshua Groß, Tess Gun­ty, Danie­la Stri­gl, Enis Maci, Kate Zam­bre­no, Marie Jaho­da und Elke Laz­nia.

Joshua Groß: Pra­na Extrem
Ich mag, was die­ser Autor macht und ver­fol­ge das meis­te, vor allem kür­ze­re Tex­te, gern. Auf die Lek­tü­re über einen unwirk­li­chen Ort (Berg­isel­schan­ze, in der Nähe der Sümp­fe, Aloe Vera in den Alpen) habe ich mich wirk­lich gefreut. Zu Anfang mag ich die Ideen, die die­ser Text hat, bald aber nervt mich die Stim­me des Erzäh­lers und ihre nicht zu ver­ber­gen­de Ver­liebt­heit ins eige­ne High­sein. Die Dau­er­be­rau­schung an der eige­nen Ent­grenzt­heit ist ein biss­chen wie nüch­tern Taxi fah­ren und Besof­fe­ne reden hören. Viel­leicht miss­ver­ste­he ich das und es ist im Grun­de kon­se­quent, dass der Autor jeder Idee hin­ter­her springt und alles direkt zu ver­ar­bei­ten scheint, was die Syn­ap­sen wei­tet und das Bewusst­sein flu­tet, mich nervt das lei­der eher, obwohl es mir selbst nicht recht ist, ich hät­te das ger­ne lie­ber gemocht.

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Birgit Birnbacher

„Dann sehe ich per Unfall auch noch das Autorin­nen­fo­to!“

Tess Gun­ty: Der Kanin­chen­stall
Bin vor­her ziem­lich skep­tisch und lese nur auf drin­gen­de Emp­feh­lung eines sehr geschätz­ten Kri­ti­kers. Dann sehe ich per Unfall auch noch das Autorin­nen­fo­to! Das ers­te Kapi­tel ist ein biss­chen gar fest ange­drückt, aber trotz­dem wirk­lich über­ra­schend gut. Ich den­ke natür­lich, dass sie das nie­mals durch­hält, aber: Sie kann es. Dem Roman merkt man an, dass sie ihr Blut hin­ein geschwitzt hat, Intel­li­genz und Lako­nie bei gleich­zei­ti­ger Hyper­ak­ti­vi­tät, das muss ihr erst jemand nach­ma­chen. Klar gefällt sie sich dar­in auch, kann das aber gut ver­ber­gen. Ich kann selbst kaum glau­ben, dass mich das alles, was sie aus die­ser kran­ken Sied­lung erzählt, nach 200 Sei­ten immer noch inter­es­siert. Sie kommt von