Fashionable Novels made in Weimar

Unter dem Pseud­onym Ama­lie Berg publi­zier­te Caro­li­ne Lud­e­cus (1755–1827) viel gele­se­ne Erzäh­lun­gen und Roma­ne. Mit ihrer Unter­hal­tungs­pro­sa gewähr­te die Kam­mer­frau am Wei­ma­rer Hof span­nen­de Ein­bli­cke in die Lebens­wel­ten der pri­vi­le­gier­ten Krei­se ihrer Zeit. Von Anna Ana­nie­va

„Der Zir­kel, der sich Sonn­tags und Don­ners­tags um mich ver­sam­melt, hat wohl in Deutsch­land und nir­gends sei­nes Glei­chen; könn­te ich dich doch nur ein­mahl her­zau­bern!“ Mit unver­stell­ter Begeis­te­rung schil­der­te Johan­na Scho­pen­hau­er (1766–1838) ihren Erfolg als Salo­niè­re in Wei­mar, als sie an einem Novem­ber­tag des Jah­res 1806 das hei­te­re Bild der gesel­li­gen Unter­hal­tun­gen in einem Brief an ihren Sohn Arthur (1788–1860) aus­mal­te. Die Lis­te der illus­tren Gäs­te, die die­ser stol­zen Behaup­tung folg­te, dien­te als der sicht­ba­re Beleg für die gesell­schaft­li­che ‚Ankunft‘ der Kauf­manns­wit­we in der Resi­denz­stadt an der Ilm. In weni­gen Mona­ten nach der Über­sied­lung von Ham­burg nach Wei­mar gelang es Scho­pen­hau­er, man­che „lite­ra­ri­sche Nobi­li­tä­ten“ an ihre Tee­ge­sell­schaft zu bin­den:

„Göthe fühlt sich wohl bey mir und kommt recht oft. […] Dann ist immer Mey­er und Fern­ow da, bei­de