„Erträglich geschrieben, wenig geschrieben, gar nicht geschrieben“

Über die Ent­ste­hung, Über­lie­fe­rung und Wir­kung von Franz Kaf­kas Roman Der Pro­zess. Von Rei­ner Stach
franz-kafka

Franz Kaf­ka 1917: Dop­pel­le­ben als Schrift­stel­ler und Ver­si­che­rungs­ju­rist.

Neben der Erzäh­lung Die Ver­wand­lung ist Der Pro­cess das welt­weit am meis­ten beach­te­te, gele­se­ne, zitier­te und inter­pre­tier­te Werk Franz Kaf­kas. Die Wir­kung des Romans reicht weit über die Lite­ra­tur hin­aus, auch Bil­den­de Kunst, Musik, Thea­ter und Film haben sich viel­fach damit aus­ein­an­der­ge­setzt. Die­se mul­ti­me­dia­le Rezep­ti­on hat sich zu Beginn des 21. Jahr­hun­derts noch inten­si­viert und wei­ter auf­ge­fä­chert, so dass man mitt­ler­wei­le von einem kano­ni­schen Werk der Welt­li­te­ra­tur mit pop­kul­tu­rel­lem Sta­tus spre­chen kann. Belieb­te jour­na­lis­ti­sche Flos­keln wie „kaf­ka­es­ke Situa­ti­on“ oder „Zustän­de wie bei Kaf­ka“ bezie­hen sich fast stets auf die büro­kra­ti­schen Para­do­xien, die im Pro­cess geschil­dert wer­den. Und auch