Neulich

Andre­as Mai­er und die deut­sche Ganz­volk­the­ra­pie.

Neu­lich lief ich durch die Stadt. Also Frank­furt am Main. Das liegt in Hes­sen und hat als Zen­trum den soge­nann­ten „Römer“, einen uralten, his­to­ri­schen Platz inmit­ten der Stadt, wo vie­le Berühmt­hei­ten vom Bal­kon her­un­ter­ge­winkt haben, ich glau­be sogar auch der frü­he­re Reichs­kanz­ler Adolf Hit­ler. Sehr gern ver­sam­meln sich dort Fans von Ein­tracht Frank­furt, denn dann haben sie vor­her einen Titel gewon­nen und sind sehr aus­ge­las­sen und haben leuch­ten­de Augen.

Ich spa­zier­te vom Born­wie­sen­weg den Oeder Weg hin­un­ter und kam zunächst zur Haupt­wa­che, wo ich unge­wöhn­lich vie­le Fami­li­en sah, die alle sehr deutsch aus­sa­hen. Nor­ma­ler­wei­se ist das Publi­kum dort gemisch­ter, in Frank­furt gibt es ja sonst zahl­rei­che Men­schen, die aus ande­ren Län­dern kom­men und das Stadt­bild weni­ger ger­ma­nisch ein­heit­lich erschei­nen las­sen. Der Deut­sche kommt sonst nicht so zahl­reich auf die Stra­ße.

Eine Regie­rung muss sich wohl und unan­ge­grif­fen füh­len. Sonst kann sie sich nicht kon­zen­trie­ren. Wir müs­sen sie unter­stüt­zen. Wir dür­fen nicht so
böse sein.

Wann haben denn die Deut­schen zum letz­ten Mal in gro­ßem Maß­stab demons­triert? Zuletzt ging das ja ein paar Jah­re lang sowie­so nicht, da wur­de gleich auf­ge­löst und von der Poli­zei ins Publi­kum geprü­gelt, wenn man „gegen“ die Ent­schei­dun­gen der Regie­rung „oppo­niert“ hat. Frü­her war das ganz üblich: gegen die Regie­rung oppo­nie­ren, das habe ich in den Acht­zi­gern stän­dig gemacht. Heut­zu­ta­ge kann das zwar noch statt­fin­den, aber der nor­ma­le Bür­ger erfährt dann, um nicht beun­ru­higt zu wer­den, nichts mehr davon im deut­schen Gebüh­ren­fern­se­hen, und die Zei­tun­gen ver­schwei­gen es zumeist eben­so höf­lich und berich­ten von Wich­ti­ge­rem, also etwa Regie­rungs­ver­laut­ba­run­gen.

Die etwas grö­ße­ren Demons­tra­tio­nen in den letz­ten Jah­ren, die von der Poli­zei freund­lich und sogar teil­nahms­voll beglei­tet wur­den, wid­me­ten sich aus­nahms­los ganz heh­ren The­men, über die auch im Fern­se­hen dann stets viel zu sehen war. Es gibt da über­haupt in letz­ter Zeit die­ses erst ein­mal neu zu begrei­fen­de Zusam­men­spiel zwi­schen fern­seh­schau­en­der Bevöl­ke­rung, dem Fern­se­hen selbst und der Regie­rung. Die sind inzwi­schen sehr gut ein­ge­spielt auf­ein­an­der und