Die neuen Klassiker

Sebas­ti­an Gug­golz über „Instant­klas­si­ker“ zwi­schen lite­ra­ri­scher Über­zeu­gungs­kraft und Ver­lags­mar­ke­ting.

Wer oder was ein lite­ra­ri­scher Klas­si­ker ist, muss eigent­lich gar nicht genau­er bezeich­net wer­den. Denn das ver­steht sich gewis­ser­ma­ßen von selbst. Als Klas­si­ker gel­ten die Autoren und Autorin­nen oder ihre Bücher, die all­ge­mein bekannt und aner­kannt sind und die in jedem Kanon auf­tau­chen. Die, über die man gar nicht mehr dis­ku­tie­ren muss, die man nicht ein­mal gele­sen haben muss, um sie zu ken­nen. Klas­sisch kann fast alles sein, was als typisch oder als tra­di­tio­nell ver­stan­den wird: Es gibt klas­si­sche Musik, klas­si­sche Fisch­sup­pe, klas­si­sche Abend­gar­de­ro­be, klas­si­sche Fuß­ball­du­el­le, klas­si­sche Bezie­hungs­mo­del­le und noch vie­les Klas­si­sches mehr. Klas­sisch beschreibt, was sich durch­ge­setzt hat. Was sich über sich wan­deln­den Zei­ten bewährt hat und ver­dich­te­ter Aus­druck einer bestimm­ten his­to­ri­schen Pha­se ist. Es bezeich­net das, wor­auf sich vie­le Men­schen mit ver­schie­de­nen Per­spek­ti­ven eini­gen und beru­fen kön­nen.

Klas­si­ker aus dem Nichts

Seit eini­gen Jah­ren ist zu beob­ach­ten, wie bis­her unbe­kann­te lite­ra­ri­sche Neu- und Wie­der­ent­de­ckun­gen schon bei Wie­der­ver­öf­fent­li­chung von den Ver­la­gen zu Klas­si­kern aus­ge­ru­fen wer­den. Die­se Autoren und Autorin­nen kom­men mit ihren Büchern aus dem Nichts, aus dem Ver­ges­sen und Nicht­be­wuss­ten, und wer­den als Instant­klas­si­ker plötz­lich als Refe­renz­punkt her­an­ge­zo­gen, gel­ten als exem­pla­risch für die Gegen­ge­schich­te einer gan­zen Epo­che, als her­aus­ra­gen­des Bei­spiel für