Der Internationale Literaturpreis 2023 geht an Mohamed Mbougar Sarr, Holger Fock und Sabine Müller

Der Preis ist mit ins­ge­samt 35.000 Euro dotiert und soll ein her­aus­ra­gen­des Werk der inter­na­tio­na­len Gegen­warts­li­te­ra­tur in deut­scher Erst­über­set­zung aus­zeich­nen.

Für den Roman Die geheims­te Erin­ne­rung der Men­schen (Han­ser, 2022) erhal­ten der Autor Moha­med Mbou­gar Sarr und die Über­set­zer Hol­ger Fock und Sabi­ne Mül­ler den vom Haus der Kul­tu­ren der Welt und der Stif­tung Ele­men­tar­teil­chen ver­lie­he­nen Inter­na­tio­na­len Lite­ra­tur­preis 2023. Der Preis ist mit ins­ge­samt 35.000 Euro dotiert (20.000 Euro für den Autor, 15.000 Euro für die Über­set­zer) und soll ein her­aus­ra­gen­des Werk der inter­na­tio­na­len Gegen­warts­li­te­ra­tur in deut­scher Erst­über­set­zung aus­zeich­nen.

In der Begrün­dung der Jury heißt es: „Moha­med Mbou­gar Sarrs Roman ver­or­tet ora­le Erzähl­kunst in der Welt des Lite­ra­ri­schen. Und dies vol­ler Witz, Ero­tik und intel­lek­tu­el­ler Tie­fe, in ele­gan­ter und atem­be­rau­bend kennt­nis­rei­cher Bei­läu­fig­keit. Sarrs Meis­ter­werk ist eine umwer­fen­de Refle­xi­on über Lite­ra­tur, die Frei­heit des Schrift­stel­lers, auch sei­ne Frei­heit zu Schwei­gen. Letzt­lich geht es hier so sehr um die Rei­se hin zu den Wor­ten, zur Lie­be, zur Trau­er und zu sich selbst – wie auch um das Schei­tern die­ser Suche nach dem Geheims­ten eines Men­schen, der Uner­gründ­lich­keit des Mensch­li­chen an sich. Die Über­set­zung von Sabi­ne Mül­ler und Hol­ger Fock lässt die Wag­hal­sig­keit von Sarrs Fan­ta­sie und die Ele­ganz sei­ner Sät­ze durch­schei­nen, ohne bei­dem hin­ter­her zu het­zen. Viel­mehr ist es den Übersetzer*innen gelun­gen, die deut­sche Spra­che um eine Erzäh­lung, die bis zur Gewalt­ge­schich­te Deutsch­lands führt, auf blei­ben­de Wei­se zu berei­chern, mit einer gera­de­zu bewun­derns­wer­ten, welt­läu­fi­gen Leich­tig­keit. Sarrs Tem­po und Witz kom­men in der Spra­che von Mül­ler und Fock eben­so zur Gel­tung wie die Zart­heit und intel­lek­tu­el­le Kraft sei­nes Romans.“

Der Jury gehö­ren in die­sem Jahr Ibou Cou­li­ba­ly Diop, Asal Dar­dan, Ricar­do Domeneck, Julia­ne Lie­bert, Ronya Oth­mann, Khuê Phạm und Deniz Utlu an.

 

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Online seit: 9. Sep­tem­ber 2023

Zuletzt geän­dert: 10. Sep. 2023