Neulich – Panzer in der Tagesschau

Von Andre­as Mai­er

Neu­lich erzähl­te mir jemand, dass jetzt stän­dig Pan­zer und ande­re Waf­fen­ar­ten im Fern­se­hen zu sehen sind. Ich habe kei­nen Fern­se­her. Mein Leben geschieht Tages­schau- und Heu­te-los. Kei­ne Tages­the­men, kein Heu­te Jour­nal, ich habe alle die­se For­ma­te seit weit über zwan­zig Jah­ren nicht mehr gese­hen. Zah­le sie aber, dazu bin ich in mei­nem Land ver­pflich­tet.

Die Pan­zer wer­den, heißt es, neu­er­dings äußerst schick in Sze­ne gesetzt, wie in einem Wer­be­film. Sie ste­hen z. B. vor einem spek­ta­ku­lä­ren Abend­him­mel, so wie man sich als Ado­les­zen­ter frü­her viel­leicht sein Mäd­chen vor­ge­stellt hat. Die Sil­hou­et­te des Mäd­chens gegen den Abend­him­mel bei Abend­rot, das haben sich die Man­t­a­fah­rer bis­wei­len auf die Motor­hau­be malen las­sen, das Mäd­chen damals noch nackt­bu­sig und viel­leicht sogar mit nack­tem Po, was heu­te gar nicht mehr gin­ge, weil der betref­fen­de Man­t­a­fah­rer sofort von einem Mob gelyncht wür­de und es auch gar kei­ne Man­t­as mehr gibt.

Oder die Pan­zer fah­ren schnell über eine Wie­se oder einen Hang hin­auf, sehen dadurch sport­lich aus, man kann sie in ihrer Bewe­gungs­art bewun­dern. Auch hier­zu wie­der der Ver­gleich mit frü­her. Dein Mäd­chen damals in eng anlie­gen­der Sport­ho­se, kurz geschnit­ten, wie sie Run­den auf dem Sport­feld dreht, schlank, elas­tisch. Oder Vol­ley­ball spielt, oder Hand­ball. Der gene­ti­sche Stamm des jun­gen Man­nes kann gar nicht anders, als das Mäd­chen auf sei­ne Leis­tungs­fä­hig­keit hin zu betrach­ten, denn im Hin­ter­grund steht die Fort­pflan­zung, und mit die­sem leis­tungs­be­rei­ten Kör­per (der dann zuwei­len auch vor einem roten Man­t­a­hau­ben-Son­nen­un­ter­gang steht) ist die Fort­pflan­zung umso begeh­rens­wer­ter, auch wenn man es viel­leicht nur Ver­knallt­sein nann­te, was aber auf jeden Fall im Bett und in der Ver­ei­ni­gung mit die­ser Leis­tungs­ma­schi­ne ende­te. Daher ja auch das Wort Maschi­ne für das Mäd­chen bezie­hungs­wei­se sei­nen Kör­per. Das sag­te man ja damals noch: Was für eine Maschi­ne! Mäd­chen sag­te man damals bis etwa fünf­und­zwan­zig.

Man sieht den deut­schen Pan­zer in den Nach­rich­ten nie zer­schos­sen und als Schrott­hau­fen danie­der­lie­gen.

Oder der Pan­zer dreht ganz schnell sein Rohr oder hebt es hoch und senkt es wie­der, oder, noch put­zi­ger: Der Pan­zer unter dem Rohr dreht sich wie ein Wir­bel­wind, und das Rohr steht steif und fest an einer Stel­le. Das kann man jetzt nur schlecht mit dem Mäd­chen von frü­her ver­glei­chen, bis auf das Wir­beln, das wäre dann sozu­sa­gen rhyth­mi­sche