Andreas Maier: Neulich

Andre­as Mai­er zieht nach Frank­furt und liest Win­ne­tou 3.

Neu­lich zog ich um. Jetzt woh­ne ich wie­der in Frank­furt am Main. Am Tag vor dem Umzug war ich frus­triert und lief vor­mit­tags in den Holz­hau­sen­park. In sei­ner Nähe hat­te frü­her mein Ver­le­ger gewohnt. Jetzt woh­ne ich da, wie immer zu spät für alles.

Ich wuss­te nicht, ob die­ser Umzug Sinn hat­te oder nicht. Viel­leicht soll man ja ein­fach am Ort blei­ben. Die­se Regel habe ich seit fünf­und­drei­ßig Jah­ren miss­ach­tet. Eigent­lich gehö­re ich nach Fried­berg in die Wet­ter­au.

Ich war also frus­triert, ja depri­miert. Mir war die Stadt Frank­furt schon an die­sem Vor­mit­tag vor dem Umzug zu viel. Über­all Men­schen. Über­all die­se grau­en­haf­ten Men­schen, die noch glau­ben an das, was sie tun und was sie hören und in ihren Han­dys sehen.

Wenn die Bau­tä­tig­kei­ten abge­schlos­sen sind, wird die­ser Ort, zehn Kilo­me­ter süd­lich von Frank­furt, wie der Ring­gra­ben am Todes­stern aus­se­hen.

Vor­mals hat­te ich drei Jah­re in einer länd­li­chen Ein­öde gewohnt, die in die­sen drei Jah­ren jeden Tag mehr zube­to­niert wur­de. Heu­te sieht der Ort aus wie ein Armee­la­ger oder Schlim­me­res, zumin­dest an sei­nem inzwi­schen rie­sig gewor­de­nen Stadt­rand. Selt­sa­me Kamin­schlo­te