Kleine Liebeserklärung an das Gedicht

Von Jochen Jung
Jochen Jung (c) Fotowerk Aichner

Jochen Jung. Foto: Foto­werk Aich­ner

Gedich­te sind selt­sam unbe­liebt. Sie sind ja kei­ne Roma­ne. Gedich­te sind klein. Aber oho. Das fin­den frei­lich nicht vie­le, fra­gen Sie sich mal selbst. Die meis­ten fin­den Gedich­te offen­bar igitt; als säßen sie immer noch in der Schu­le und müss­ten bis über­mor­gen die gan­ze Lat­te aus­wen­dig ler­nen. Dabei sind Gedich­te klei­ne Über­ra­schungs­ei­er. Sie sind aha. Zwar sieht man ihnen schon von Wei­tem das Lecke­re an, weiß aber ja nicht wirk­lich, was drin ist und ob das für einen das Rich­ti­ge ist. Sie sind nicht jeder­manns und jeder­frau Sache. Wäre ja wirk­lich auch noch schö­ner. Aber viel­leicht auch nicht, wür­de man ja eh nicht glau­ben.

Gedich­te sehen harm­los aus. Sind sie aber nicht. Und das nicht, weil