Laienherrschaft – in Klagenfurt und anderswo

Zum aktu­el­len Sta­tus von Lite­ra­tur und Lite­ra­tur­kri­tik. Von Felix Phil­ipp Ingold

Wer sich wäh­rend der dies­jäh­ri­gen Kla­gen­fur­ter Tage der deutsch­spra­chi­gen Lite­ra­tur hin und wie­der bei TV 3sat in die lau­fen­de Ver­an­stal­tung ein­schal­te­te, konn­te auf eine illus­tre Kri­ti­ker­run­de tref­fen, die eben dabei war, über einen der vor­ge­leg­ten Tex­te zu räso­nie­ren. Womög­lich war es der denk­wür­di­ge Moment, da einer der Juro­ren ein viel­be­ach­te­tes Dik­tum ver­lau­ten ließ – sinn­ge­mäß: „Mise­ra­ble Lesung und … (kur­ze Pau­se) … aber viel­leicht war eben dies das Gute dar­an.“ Zwi­schen „und“ und „aber“ gab es im Publi­kum eine sofor­ti­ge rau­nen­de Abwehr­re­ak­ti­on gegen das schar­fe Ver­dikt, das vom Votan­ten denn auch im glei­chen Atem­zug beden­ken­los in sein Gegen­teil ver­kehrt wur­de: Das Gute an dem Text­vor­trag wäre also des­sen Mise­ra­bi­li­tät gewe­sen. Was Wun­der, dass in der Fol­ge tat­säch­lich der Kan­di­dat mit der mise­ra­bels­ten Lesung den Inge­borg Bach­mann-Preis ent­ge­gen­neh­men durf­te.

Das Gute an der pein­li­chen Epi­so­de, so könn­te man nun hin­zu­fü­gen, besteht dar­in, dass sie die Mise­ra­bi­li­tät heu­ti­ger Lite­ra­tur­be­trach­tung exem­pla­risch erkenn­bar wer­den lässt – sie ten­diert (im Posi­ti­ven wie im Nega­ti­ven) zu unbe­grün­de­ten Pau­schal­ur­tei­len, es fehlt ihr an objek­ti­ven Kri­te­ri­en und Prio­ri­tä­ten, und wo sie auf Skep­sis oder Wider­spruch stößt, über­nimmt sie beden­ken­los den vor­herr­schen­den Publi­kums­ge­schmack. Der heu­te im Kul­tur­be­trieb wie in der Unter­hal­tungs­in­dus­trie vor­ran­gi­gen Lai­en­herr­schaft wird in Kla­gen­furt wie anders­wo Genü­ge getan (um nicht zu sagen: Reve­renz erwie­sen) durch die Ver­ga­be eines soge­nann­ten Publi­kums­prei­ses, der aus­schließ­lich vom Kri­te­ri­um des mehr­heit­li­chen Gefal­lens bestimmt ist. Eine Dis­kus­si­on (oder auch bloß ein Mei­nungs­aus­tausch) über die zu beur­tei­len­den Tex­te fin­det nicht statt. Ent­schei­dend ist ein­zig die Anzahl der spon­tan abge­ge­be­nen Stim­men bezie­hungs­wei­se die Mehr­heit der gereck­ten Dau­men, die als „Likes“ hoch­ge­rech­net wer­den.

Größt­mög­li­cher gemein­sa­mer Nen­ner

Natur­ge­mäß beru­hen auch die Jury­ent­schei­de auf dem Mehr­heits­prin­zip, mit dem Unter­schied aller­dings, dass in die­sem Fall eine kon­tro­ver­se Debat­te statt­fin­det, die dann aber not­wen­di­ger­wei­se durch einen Kon­sens bezie­hungs­wei­se durch die Beschrän­kung auf den größt­mög­li­chen gemein­sa­men Nen­ner befrie­det wird. Wie weit­ge­hend auch Jury­de­bat­ten, von denen man doch zumin­dest eine gewis­se Pro­fes­sio­na­li­tät erwar­ten möch­te, durch mehr­heits­fä­hi­ge Prä­mis­sen und Per­spek­ti­ven geprägt sind, ist in Kla­gen­furt seit Jah­ren zu beob­ach­ten und lässt sich nicht zuletzt durch die schrift­lich vor­lie­gen­den Urteils­be­grün­dun­gen der Jury bele­gen, zu deren Pflich­ten es gehört, jeden der preis­ge­krön­ten Tex­te ein­zeln zu wür­di­gen. Dass die­se Begrün­dun­gen kaum je über Mei­nungs­äu­ße­run­gen und die Kund­ga­be von sub­jek­ti­vem Gefal­len hin­aus­ge­hen, macht auf deso­la­te Wei­se deut­lich, in wel­chem Aus­maß die pro­fes­sio­nel­le Kri­tik, die in Kla­gen­furt stets durch nam­haf­te Juro­ren ver­tre­ten ist, mit der Lai­en­herr­schaft des Publi­kums pak­tiert. Und sie pak­tiert, mehr oder min­der offen­kun­dig, noch auf manch ande­re Wei­se. Die Juro­ren pak­tie­ren mit- und gegen­ein­an­der, sie pak­tie­ren mit Ver­la­gen und Lek­to­ren, sie pak­tie­ren auch mit den Autoren, die sie zum Wett­be­werb ein­la­den und die sie allein schon des­halb belo­bi­gen und gegen kri­ti­sche Ein­wen­dun­gen ver­tei­di­gen müs­sen: Jeder will doch sei­nen eige­nen Kan­di­da­ten im Spiel hal­ten und als Gewin­ner durch­set­zen. Von objek­ti­ver Begut­ach­tung kann also kei­ne Rede sein.

Figu­ren mit Unter­hal­tungs­wert

Doch Objek­ti­vi­tät ist unter der bestim­men­den Repres­si­on des „lai­en­herr­schaft­li­chen“ Publi­kums auch gar nicht gefragt. Gefragt sind nicht sach­be­zo­ge­ne Argu­men­te und Ana­ly­sen, son­dern rhe­to­ri­sche Figu­ren mit Unter­hal­tungs­wert, Iro­nie ohne tie­fe­re Bedeu­tung – das Publi­kum will sei­nen Spaß haben, will lachen oder seuf­zen dür­fen. Dass der ein­zi­ge (in die­sem Jahr neu hin­zu­ge­kom­me­ne) Kla­gen­fur­ter Juror, der sich hin und wie­der mit einer form­ana­ly­ti­schen Anmer­kung zu Wort mel­de­te und sich um argu­men­ta­ti­ve Strin­genz bemüh­te, mehr Unmut denn Zuspruch pro­vo­zier­te, ist kei­nes­wegs über­ra­schend. Eben­so wenig war man über­rascht, schon wäh­rend der heu­ri­gen Lite­ra­tur­ta­ge in einem über­re­gio­na­len Qua­li­täts­feuil­le­ton zu lesen, die Jury möge doch „mehr Zoff“ bie­ten als pro­sa­ische Text­ex­ege­se. Wer sol­ches for­dert, der steht, durch­aus zeit­ge­recht, im Sold der Lai­en­herr­schaft, und als Mehr­heits­ver­tre­ter kann er sich damit ins Recht set­zen, auch wenn er – soweit es über­haupt noch um das Inter­es­se künst­le­ri­scher Lite­ra­tur und nament­lich um das Erbe Inge­borg Bach­manns geht – unrecht hat.

Recht oder Unrecht? Kri­ti­sche Auto­ri­tä­ten, die dar­über rich­ten woll­ten und rich­ten könn­ten, sind längst obso­let gewor­den. Den einst­mals domi­nan­ten Groß­kri­ti­ker hat ein Groß­auf­ge­bot klei­ner Rezen­sen­ten und Rezen­sen­tin­nen abge­löst, die sich punk­tu­ell über sai­so­na­le Tex­te aus­las­sen, aber nicht mehr bereit oder in der Lage sind, die Arbeit und Ent­wick­lung eines Autors län­ger­fris­tig zu beob­ach­ten und ihre Erkennt­nis­se in den kri­ti­schen Dis­kurs ein­zu­brin­gen. Die Bespre­chungs­auf­trä­ge schei­nen eher durch außer­li­te­ra­ri­sche Prio­ri­tä­ten oder durch redak­tio­nel­le Zufalls­ent­schei­dun­gen bestimmt zu sein denn durch die künst­le­ri­sche Qua­li­tät der Vor­la­gen. Die deutsch­spra­chi­ge Gegen­warts­li­te­ra­tur, die jähr­lich rund 15.000 Titel pro­du­ziert, ist im Lite­ra­tur­be­trieb durch ein paar weni­ge hoch­ge­lob­te Erfolgs­au­toren ver­tre­ten, deren Bücher jeweils gleich bei Erschei­nen weit­hin bespro­chen wer­den, und sie wird ver­voll­stän­digt durch Aber­tau­sen­de von Schrift­stel­lern und Schrift­stel­le­rin­nen, die ent­we­der unbe­ach­tet blei­ben oder aus zufäl­li­gem Grund irgend­wo eine Rezen­si­on bekom­men; ein­mal und nie wie­der.

Doch zurück nach Kla­gen­furt. Dass die dort prak­ti­zier­te Instant­kri­tik zu einer Viel­zahl von unbe­dach­ten Voten, rhe­to­ri­schen Blü­ten und – zum Scha­den wie zum Nut­zen man­cher Kan­di­da­ten – auch zu Fehl­ur­tei­len Anlass gibt, ist wohl unver­meid­lich. Ver­meid­lich soll­ten der­ar­ti­ge Schwä­chen aber doch, so möch­te man erwar­ten, bei den schrift­li­chen Jury­be­grün­dun­gen sein. Zu jedem der aus­ge­lob­ten Kla­gen­fur­ter Prei­se wird von einem der Juro­ren eine kur­ze Lau­da­tio for­mu­liert und bei der öffent­li­chen Abschluss­ver­an­stal­tung per­sön­lich vor­ge­tra­gen. Da dies sicher­lich im Kon­sens mit der Gesamt­ju­ry geschieht, darf man anneh­men, dass auch in den Ein­zel­be­grün­dun­gen ein gemein­schaft­li­ches Lite­ra­tur­ver­ständ­nis zum Tra­gen kommt, das über Kla­gen­furt hin­aus als aktu­ell und bei­spiel­haft gel­ten kann.
Die Preis­re­den der ver­gan­ge­nen drei, vier Jah­re las­sen erken­nen, dass sach­li­che Begrün­dun­gen, die auch die for­ma­le Gestalt der Tex­te berück­sich­ti­gen, tun­lichst ver­mie­den wer­den zu Guns­ten emo­tio­na­ler Bewer­tun­gen, die aus­schließ­lich das jeweils Erzähl­te (Stoff, The­ma­tik, Per­so­nal, Pro­blem­si­tua­tio­nen usw.) zum Gegen­stand haben, die Kunst des Erzäh­lens aber völ­lig igno­rie­ren, so als han­del­te es sich bei den Vor­la­gen um geschicht­li­che oder zeit­ge­schicht­li­che Zustands- oder Befind­lich­keits­be­rich­te. Wenn gleich­wohl in einer der jüngs­ten Preis­re­den der „Erzähl­duk­tus“ einer erfolg­rei­chen Autorin mit viel Lob bedacht wird, weil er mit „einer beson­de­ren Leich­tig­keit“ die „lite­ra­ri­sche“ Begeg­nung mit dem „Leben“ bewerk­stel­li­ge, dann ist damit über den Erzähl­duk­tus eigent­lich gar nichts gesagt, es sei denn eben – dass er beson­ders leicht­fü­ßig sein und sich an das rea­le Leben anschlie­ßen sol­le. In solch bana­lem Lite­ra­tur­ver­ständ­nis kann die zustän­di­ge Juro­rin ihrer bevor­zug­ten Kan­di­da­tin vol­ler Begeis­te­rung zugu­te­hal­ten, ihre Erzäh­lung zei­ge „unge­schützt Herz“ und ver­mö­ge „Men­schen aus Rüh­rung“ zum Wei­nen zu brin­gen. Wo bleibt da – bei so viel Rüh­rung und Begeis­te­rung! – der kri­ti­sche Sach­ver­stand? Zu beur­tei­len war ja doch ein lite­ra­ri­scher Text und nicht die Offen­her­zig­keit der Ver­fas­se­rin oder die Ange­rührt­heit des Publi­kums. Ande­rer­seits: Die dank­ba­ren Stu­dio­gäs­te applau­die­ren – man ver­steht nun wohl noch etwas bes­ser, was man ohne­hin schon ver­stan­den hat.

Kla­gen­fur­ter Poe­tik

Aus den Kla­gen­fur­ter Jury­vo­ten und Preis­re­den lie­ße sich leicht so etwas wie eine Kla­gen­fur­ter Poe­tik syn­the­ti­sie­ren. Es ergä­be sich dar­aus ein „rea­lis­ti­scher“ Lite­ra­tur­be­griff, der grund­sätz­lich an der Wirk­lich­keit ori­en­tiert bleibt und als des­sen stän­di­ger Bezugs­punkt das „Leben“ zu gel­ten hat, sei’s das Leben auf der his­to­ri­schen Ach­se (Epochen‑, Fami­li­en­ge­schich­ten), sei’s das per­sön­li­che Erle­ben der Autoren (Kindheits‑, Krankheits‑, Kriegs‑, Sucht‑, Liebes‑, Rei­se­ge­schich­ten). Die Wett­be­werbs­teil­neh­mer rei­chen denn auch mehr­heit­lich irgend­wel­che – mal eige­ne, mal frem­de – „Lebens­ge­schich­ten“ ein, und dem­entspre­chend wer­den sie auch in eigens pro­du­zier­ten Film­por­traits vor­ge­stellt, die ihre pri­va­te Lebens­welt ver­ge­gen­wär­ti­gen. Von daher erklärt sich, mit Blick auf die Juro­ren­run­de, der Vor­rang von außer­li­te­ra­ri­schen Kri­te­ri­en wie Authen­ti­zi­tät, Ein­füh­lung, Nach­voll­zieh­bar­keit, aber auch die Ver­nach­läs­si­gung künst­le­ri­scher Qua­li­tä­ten (Text­kom­po­si­ti­on, Per­so­nal­stil) bei der Qua­li­fi­zie­rung der vor­ge­leg­ten Tex­te.
Dass ein lite­ra­ri­scher Held „die Trau­rig­kei­ten tran­szen­diert und den­noch mit­ten im Leben steht“, ist wohl das Höchs­te, was die Kla­gen­fur­ter Juro­ren einem Wett­be­werbs­bei­trag zugu­te­hal­ten kön­nen – im Text wie im Leben! Mit der Paren­the­se Text/Leben oder Werk/Welt soll lite­ra­ri­sches Gelin­gen beglau­bigt wer­den, und dies nicht nur bei den Tagen der deutsch­spra­chi­gen Lite­ra­tur in Kärn­ten, son­dern gene­rell im deutsch­spra­chi­gen Feuil­le­ton. „Ich behaup­te“, so lässt sich ein mei­nungs­bil­den­der Kri­ti­ker über eine nam­haf­te Autorin ver­neh­men, „dass ihre Schreib- und Lebens­wei­se auch ein Wider­hall jener tie­fen Trau­er ist, die dem Jahr­hun­dert ent­spricht.“ Der Kri­ti­ker begnügt sich also, statt sich um eine objek­ti­ve Ein­schät­zung zu bemü­hen, damit, Text und Leben gleich­zu­set­zen und gleich auch noch zu „behaup­ten“, das frag­li­che Werk ste­he für die Befind­lich­keit eines Jahr­hun­derts: Schön gesagt, aber nicht zu bele­gen, und zu wider­le­gen auch nicht – ein auto­ri­ta­tiv vor­ge­tra­ge­nes Dik­tum ohne jede lite­ra­ri­sche bezie­hungs­wei­se lite­ra­tur­kri­ti­sche Rele­vanz. In Wirk­lich­keit sind der­ar­ti­ge Ver­laut­ba­run­gen nichts ande­res als popu­lis­ti­sche Flos­keln, die das Täu­schungs­ge­schäft einer vor­geb­lich „rea­lis­ti­schen“ Welt­dar­stel­lung und damit auch den vor­herr­schen­den Publi­kums­ge­schmack recht­fer­ti­gen sol­len.

Dass kei­nes­wegs nur Jury und Kri­tik, son­dern auch ein Groß­teil der zeit­ge­nös­si­schen Lite­ra­ten – in Kla­gen­furt wie auch sonst im deut­schen Sprach­be­reich – die­ses Täu­schungs­ge­schäft mit­tra­gen oder gar aktiv betrei­ben, ist offen­kun­dig. Lite­ra­tur und Kri­tik sind heu­te in einen Pakt ver­strickt, der wohl die Trend­bil­dung för­dert, nicht aber der Qua­li­täts­si­che­rung dient und schon gar nicht der Durch­set­zung ris­kan­ter, zumin­dest poten­zi­ell inno­va­ti­ver Schreib­wei­sen. Um in Kla­gen­furt aus­ge­zeich­net zu wer­den, muss ein Wett­be­werbs­bei­trag – gemäß den dort meist­ge­nann­ten Kri­te­ri­en – „her­vor­ra­gend“, „anrüh­rend“, „span­nend“, gern auch „klas­sisch“ und am liebs­ten „wun­der­bar“ sein, und wenn er’s denn ist, erklärt sich der zustän­di­ge Juror (wört­lich:) für „glück­lich und zufrie­den“ mit dem Hin­weis dar­auf, dass ihm der prä­mier­te Text „sehr gut gefal­len“ habe. Wo das Gefal­len zum Kri­te­ri­um wird, wer­den sach­li­che Argu­men­ta­ti­on und Beur­tei­lung hin­fäl­lig, und wo Lite­ra­tur­kri­tik zur Geschmacks­de­bat­te ver­flacht, tri­um­phiert natur­ge­mäß uner­gie­bi­ger, viel­leicht unter­halt­sa­mer, ins­ge­samt aber unbe­darf­ter „Zoff“ in der Kri­ti­ker­run­de, mit­hin eben jene Art von Geplau­der, die dem Stu­dio- wie dem TV-Publi­kum weit eher ent­spricht als die phra­sen­freie, dafür aber begriffs­star­ke Debat­te am Leit­fa­den der zu bespre­chen­den Text­vor­la­gen.

Vom per­sön­li­chen Gefal­len dik­tiert

Der ver­schwie­ge­ne Pakt zwi­schen Kri­tik und Publi­kum ist belegt durch die Zuschau­er- oder Wäh­ler­kom­men­ta­re, die wäh­rend des Kla­gen­fur­ter Wett­be­werbs von pri­va­ter Sei­te abge­ge­ben wer­den. Die­se spon­ta­nen Bekun­dun­gen grün­den – in frap­pie­ren­der Über­ein­stim­mung mit den Voten der Jury­mit­glie­der – durch­weg auf einem Lite­ra­tur­ver­ständ­nis, das aus­schließ­lich von per­sön­li­chem Gefal­len oder Miss­fal­len dik­tiert ist; das prin­zi­pi­ell nach „rea­lis­ti­scher“ Dar­stel­lung und deren Glaub­wür­dig­keit oder Nach­voll­zieh­bar­keit ver­langt; das Lite­ra­tur mit­hin nicht als Her­vor­brin­gung künst­le­ri­schen Ver­mö­gens, son­dern als unmit­tel­ba­res Pro­dukt „leben­di­ger“ Erfah­rung begreift. Im Inter­net sind belie­big vie­le Bei­spie­le der­ar­ti­ger Leser­stim­men abzu­ru­fen; bloß ein paar weni­ge sei­en hier (mit Bezug auf die Gewin­ne­rin des dies­jäh­ri­gen Publi­kums­prei­ses) ange­führt: „Bis­sig, aus dem Leben.“ – „Ein­zig­ar­ti­ger Text, bewe­gend.“ – „Hab mich selbst wie­der­ge­fun­den.“ – „Sehr berüh­ren­der Text, Wor­te ohne Zen­sur aus dem Leben gegrif­fen.“ – „… spricht uns Frau­en aus der See­le.“ – „Eine ehr­li­che­re Beschrei­bung der Din­ge gibt es nicht.“ Usw.

Wohl­ver­stan­den: Nichts ist gegen solch sub­jek­ti­ve Mei­nungs­äu­ße­run­gen ein­zu­wen­den, man­ches aber gegen Lite­ra­tur­ex­per­ten (und gene­rell gegen eine popu­lis­tisch enga­gier­te Lite­ra­tur­kri­tik), die sich in eben­so unre­flek­tier­ter Art wie lite­ra­ri­sche Lai­en über Tex­te ver­brei­ten, ohne sie als Kunst­pro­duk­te über­haupt noch wahr­zu­neh­men. Oder doch nicht? Sind es nicht womög­lich die Autoren selbst, die den Kunst­an­spruch auf­ge­ben zu Guns­ten vor­der­grün­dig rea­lis­ti­scher Dar­bie­tung rea­ler Ereig­nis­se, Befind­lich­kei­ten, Erfah­run­gen; denen es also nicht so sehr um künst­le­ri­sche Qua­li­tät als viel­mehr um fak­to­gra­fi­sche Authen­ti­zi­tät geht; und die sich tat­säch­lich, dies­seits der Lite­ra­tur als Kunst, auf Lebens- und Erfah­rungs­be­rich­te beschrän­ken? Meist jeden­falls bleibt das spe­zi­fisch künst­le­ri­sche Ver­mö­gen von Lite­ra­tur unge­nutzt, näm­lich die Kon­struk­ti­on mög­li­cher Wel­ten, die als sol­che im Erzähl­text einen eige­nen Rea­li­täts­sta­tus gewin­nen und somit etwas Rea­les ent­ste­hen las­sen, das als rein künst­le­ri­sches Fak­tum Bestand hat und gleich­zei­tig der rea­len Welt ange­hört. Doch wel­che künst­le­ri­schen Ambi­tio­nen ver­bin­den heu­ti­ge Autoren mit ihren Ehe- und Tren­nungs­ge­schich­ten, mit fami­liä­ren Alz­hei­mer- oder Krebs­ge­schich­ten, mit trau­ma­ti­schen Miss­brauchs- oder Migra­ti­ons­er­fah­run­gen – mit rea­len Stof­fen und Pro­ble­men näm­lich, die kei­ner­lei Stil­kunst erfor­dern und die eben­so gut, viel­leicht sogar bes­ser, in Form von Repor­ta­gen, Inter­views oder doku­men­ta­ri­schen Berich­ten dar­zu­bie­ten wären?
Die schlich­te Tat­sa­che, dass in Kla­gen­furt ver­mehrt Tex­te zur Dis­kus­si­on gestellt wer­den, an denen – wie im Fall der Preis­trä­ge­rin­nen von 2013 und 2014 – zuge­ge­be­ner­ma­ßen Lek­to­ren oder Redak­teu­re „mit­ge­schrie­ben“ haben, macht deut­lich, dass sich die Autoren pri­mär als Stoff- oder The­men­lie­fe­ran­ten ver­ste­hen und kaum noch dar­an inter­es­siert sind, einen Per­so­nal­stil zu ent­wi­ckeln, der ihre künst­le­ri­sche Hand­schrift erken­nen lie­ße und das Werk nicht bloß inhalt­lich, son­dern auch in for­ma­ler Hin­sicht als „ori­gi­nell“ oder „inno­va­tiv“ aus­wei­sen könn­te. Von daher wohl auch das Inter­es­se man­cher Jung­schrift­stel­ler an Schreib­schu­len und Lite­ra­tur­in­sti­tu­ten, wo über­ein­stim­mend gelehrt wird, wie „man“ zu erzäh­len hat, um bei Ver­la­gen, bei der Kri­tik, beim Publi­kum „anzu­kom­men“. Nicht ein indi­vi­du­el­les Sprach­de­sign wird hier ein­ge­übt, viel­mehr der jeweils vor­herr­schen­de Stil­trend, und das führt unwei­ger­lich dazu, dass sich ein mehr­heits­taug­li­cher Aller­welts­stil her­aus­bil­det, der von der Buch­kri­tik wie vom brei­te­ren Publi­kum glei­cher­ma­ßen geschätzt wird. Wer sich sol­cher Durch­schnitt­lich­keit mit eigen­sin­ni­gem Stil­wil­len wider­setzt, der wird es weder zum Bache­lor noch gar zum Mas­ter in krea­ti­vem Schrei­ben brin­gen – unab­wend­bar gerät er statt­des­sen in die Gesell­schaft jener ein­zel­gän­ge­ri­schen Autoren, die es der Kri­tik angeb­lich „schwer“ und dem Publi­kum „nicht leicht“ machen, womit sie sich selbst aus dem Betrieb aus­schlie­ßen.

Auch dann, wenn sich vor der Kla­gen­fur­ter Jury ein Kan­di­dat, eine Kan­di­da­tin mit expe­ri­men­tel­lem Impe­tus und vor­ran­gig künst­le­ri­schen Inter­es­sen prä­sen­tiert, wird die jewei­li­ge Text­vor­la­ge in aller Regel nach ihrer Aus­sa­ge befragt und nicht auf ihre for­ma­len Qua­li­tä­ten hin geprüft, auch wenn die­se für den Text kon­sti­tu­ie­rend sind und die inhalt­li­che Sei­te sekun­där bleibt. Oder man reagiert, weil das lite­ra­tur­kri­ti­sche Instru­men­ta­ri­um zur Begut­ach­tung sol­cher Bei­trä­ge ohne­hin fehlt, mit Belie­big­kei­ten etwa die­ser Art: „Aus den Träu­me­rei­en der Kind­heit, dem Para­dies duf­ten­der Holun­der­bü­sche und frü­hero­ti­scher Phan­tas­ma­go­rien ist einer ver­trie­ben, dem auch die Erkennt­nis nicht schwer wer­den wird: Schrei­bend wird er ver­su­chen, das Kom­ple­xe, das His­to­ri­sche, das Poli­ti­sche und nicht zuletzt das Sinn­li­che der Welt zu ver­ste­hen. In der einen Hand hat er noch die Eis­tü­te, in der ande­ren schon…“ – was? Eigent­lich egal, Haupt­sa­che, „das Sinn­li­che der Welt“ wird, wie auch immer, ein­ge­fan­gen und in der Rea­lis­mus­fal­le fest­ge­hal­ten. Wo der plat­te Rea­lis­mus nicht zum Zug kommt, nennt man ihn in der Jury­run­de vor­zugs­wei­se „magisch“ oder „phan­tas­tisch“ – rea­lis­tisch sol­len die Kla­gen­fur­ter Bei­trä­ge alle­mal sein.

Dies bestä­tigt neu­er­dings auch eine Unter­su­chung der Neu­ger­ma­nis­tin Karin Röh­richt (vgl. dazu die Rezen­si­on von Gun­ther Nickel in VOLLTEXT 2/2014), die anhand der in Kla­gen­furt prä­mier­ten Tex­te zum Schluss kommt, dass sich die rea­lis­ti­sche Schreib­hal­tung und damit die Fokus­sie­rung auf außer­li­te­ra­ri­sche Inter­es­sen über die Jah­re hin per­ma­nent gefes­tigt und inzwi­schen kla­re Domi­nanz erreicht habe. Inhalt­li­ches geht vor, der künst­le­ri­sche Anspruch schwin­det – mit der Fol­ge, dass sich „eine sehr kon­ven­tio­nel­le Erzähl­wei­se“ durch­ge­setzt habe, die sti­lis­ti­sche und kom­po­si­to­ri­sche Inno­va­tio­nen erschwe­re. Die Lite­ra­tur, die in Kla­gen­furt (wie auch ander­wei­tig im Lite­ra­tur­be­trieb) bevor­zugt wird, sei pri­mär rekon­struk­tiv, da sie sich weit­ge­hend auf „Remime­ti­sie­rung und Refik­tio­na­li­sie­rung“ rea­ler Bege­ben­hei­ten beschrän­ke. Der gar nicht so neue Rea­lis­mus arbei­tet sich dem­nach bel­le­tris­tisch an der äuße­ren Wirk­lich­keit ab und erhebt zugleich den Anspruch, „authen­tisch“ oder gar „doku­men­ta­risch“ zu sein. So gut wie alle deutsch­spra­chi­gen Erfolgs­au­toren – vor­ab jene, die sich den jähr­lich ver­ge­be­nen Deut­schen Buch­preis ver­dient haben – genü­gen die­sem eher beschei­de­nen Anspruch, und sie müs­sen es auch, da sie nicht als Künst­ler, son­dern als Trend­set­ter aus­ge­zeich­net wer­den, als kon­sens­fä­hi­ge Bel­le­tris­ten, die ver­le­ge­ri­schen, buch­händ­le­ri­schen, kura­to­ri­schen und gesell­schaft­li­chen Inter­es­sen glei­cher­ma­ßen ent­spre­chen kön­nen. Was nicht bedeu­ten muss, dass sie tri­via­le Tex­te pro­du­zie­ren – sie pro­du­zie­ren eine Art von Lite­ra­tur, die für ein brei­tes Lese­pu­bli­kum zumut­bar und ver­ständ­lich ist, die sich in Schu­len und Lite­ra­tur­häu­sern wie auch in den Kul­tur­sen­dun­gen des staat­li­chen Fern­se­hens prä­sen­tie­ren lässt.

Neu­es lite­ra­ri­sches Ter­rain

Dage­gen wäre nichts zu sagen, hät­te die­se mehr­heits­fä­hi­ge bel­le­tris­ti­sche Pro­duk­ti­on mitt­ler­wei­le nicht jene Lite­ra­tur und jene Autoren weit­ge­hend ver­drängt, deren künst­le­ri­sche Anlie­gen stär­ker aus­ge­prägt sind als das Bedürf­nis, mit wirk­lich­keits­na­hen, inter­es­san­ten, unter­hal­ten­den oder gar span­nen­den Erzähl­stof­fen eine mög­lichst brei­te Leser­schaft zu gewin­nen und dabei (und damit) auch die pro­fes­sio­nel­le Kri­tik zu beein­dru­cken. Zwar sind expe­ri­men­tel­le Schreib­wei­sen und ist avant­gar­dis­ti­sche Pro­gram­ma­tik längst obso­let gewor­den, doch wei­ter­hin gibt es Schrift­stel­ler, die nicht pri­mär für sich selbst oder für den Kul­tur­be­trieb, son­dern im Inter­es­se der Kunst neu­es lite­ra­ri­sches Ter­rain zu erschlie­ßen suchen. Waren sol­che Schrift­stel­ler in den 1960er‑, 1970er-Jah­ren noch voll in die Welt der Lite­ra­tur inte­griert und haben sie mit viel­be­ach­te­ten inno­va­ti­ven Pro­jek­ten vor­an­ge­bracht, so wer­den sie heu­te vom Betrieb igno­riert und sind bes­ten­falls via Inter­net oder mar­gi­na­le Klein­ver­la­ge erreich­bar. Ein­zig Frie­de­ri­ke May­rö­cker, die uner­müd­lich expe­ri­men­tie­ren­de Sprach­künst­le­rin, hat sich – als Ali­bi­au­to­rin – beim Feuil­le­ton und bei Preis­ju­rys hal­ten kön­nen: Von ihr wird jede Neu­erschei­nung jeweils sofort und stets posi­tiv bespro­chen, der­weil nach­rü­cken­de Autoren mit ver­gleich­ba­rem Pro­fil mehr­heit­lich über­gan­gen wer­den und damit auf engs­te Leser­krei­se ver­wie­sen blei­ben. Die Neu­ver­öf­fent­li­chung von einst­mals viel­be­ach­te­ten Wer­ken der deutsch­spra­chi­gen lite­ra­ri­schen Avant­gar­de (dar­un­ter Kon­rad Bay­ers Kopf des Vitus Bering, 1965, und Oswald Wie­ners Ver­bes­se­rung von Mit­tel­eu­ro­pa, 1969) wie auch die Ver­ga­be des dies­jäh­ri­gen Büch­ner-Prei­ses an Jür­gen Becker, der sich in den 1960er-Jah­ren als expe­ri­men­tel­ler Dich­ter einen Namen gemacht hat, sind als Ali­bi­übun­gen zu ver­ste­hen und sol­len wohl einen lite­ra­ri­schen Kon­tra­punkt set­zen zum der­zeit gras­sie­ren­den „doku­fik­tio­na­len“ Rea­lis­mus. Wem aber sind noch Autoren vom For­mat einer Marie Lui­se Kaschnitz, einer Ilse Aichin­ger, eines Hans Erich Nossack oder Gün­ter Eich gegen­wär­tig? Selbst Inge­borg Bach­mann, die nach wie vor als Patro­nin der Kla­gen­fur­ter Tage fun­giert, scheint für die Wett­be­werbs­teil­neh­mer – wie übri­gens auch für die Juro­ren – ihre Vor­bild­lich­keit ver­lo­ren zu haben.

Lyrik mit Defi­zi­ten

Die Prä­mis­sen wie auch die Kri­te­ri­en, unter denen das all­jähr­lich Wett­le­sen aus­ge­tra­gen wird, kön­nen als reprä­sen­ta­tiv gel­ten für die Befind­lich­keit der deutsch­spra­chi­gen Gegen­warts­li­te­ra­tur ins­ge­samt und für die Lite­ra­tur­kri­tik im beson­dern. Aus­ge­nom­men bleibt in Kla­gen­furt frei­lich die Poe­sie, die hier offen­bar schon gar nicht mehr zur „Lite­ra­tur“ gezählt wird, die aber – wie ein Blick auf Lyrik­fes­ti­vals und Lyrik­preis­ver­ga­ben unschwer erken­nen lässt – mit ver­gleich­ba­ren Defi­zi­ten belas­tet ist wie die Erzähl­li­te­ra­tur. Auch bei Lyrik­au­torin­nen und Lyrik­kri­ti­kern hat das „Leben“ gegen­über der „Kunst“ deut­li­chen Vor­rang gewon­nen, und nicht anders als Roma­ne oder Kurz­ge­schich­ten wer­den auch Gedich­te pri­mär auf ihre Aus­sa­ge hin gele­sen und auch von ihrem Inhalt her beur­teilt. Sprach­kunst als Wort­ar­beit wird kaum noch prak­ti­ziert und fin­det beim Feuil­le­ton kei­ne adäqua­te Beach­tung mehr. Statt­des­sen sind in zeit­ge­nös­si­scher Lyrik „Bil­der“, „Gefüh­le“, „Sehn­süch­te“, „Fan­ta­sie“ u. ä. m. gefragt, lau­ter Din­ge, denen nichts spe­zi­fisch Poe­ti­sches anhaf­tet, die auch in Pro­sa umge­setzt wer­den kön­nen und die letzt­lich mit dich­te­ri­scher Form­kunst nichts zu schaf­fen haben, obwohl sie weit­hin mit dem her­kömm­li­chen Lyrik­ver­ständ­nis zusam­men­ge­dacht wer­den.

Nicht anders als in Kla­gen­furt for­dert auch in Meran, wo alle zwei Jah­re einer der renom­mier­ten Prei­se für deutsch­spra­chi­ge Lyrik ver­ge­ben wird, die Wirk­lich­keit ihren Vor­rang vor der Kunst: Das „Poe­ti­sche“ an einer Land­schaft oder einer Lie­bes­be­geg­nung, fest­ge­hal­ten in lyri­scher Rede, tran­szen­diert die Poe­sie. Die­se ver­mag doch aber ihrer­seits – durch Klang, Rhyth­mus, Meta­pho­rik – etwas zu schaf­fen oder wenigs­tens zu evo­zie­ren, das die außer­li­te­ra­ri­sche Wirk­lich­keit über­bie­tet, um im Gedicht und als Gedicht eine eige­ne Wirk­lich­keit her­zu­stel­len, die der Welt, in der wir leben, zuge­hört, ohne bloß deren Abklatsch oder noch so „prä­zi­ses Echo“ zu sein. Doch die Mera­ner Lyrik­prei­se wer­den kon­se­quent an Autoren ver­ge­ben, denen es gelingt, zum Bei­spiel „eine Indus­trie­land­schaft, eine Zeit auf berüh­ren­de Wei­se im Gedicht zu bewah­ren“ oder – wie im Fall des jüngs­ten Lau­rea­ten – „bei aller Fabu­lier­kunst poli­ti­sche und his­to­ri­sche Schre­cken zu strei­fen und Haken schla­gend mit küh­nen Vol­ten zwi­schen bit­te­rer Komik und Melan­cho­lie zu chan­gie­ren“. Sic. In sol­chem, eben doch wie­der rea­lis­ti­schem Ver­ständ­nis dich­te­ri­scher Rede wird ein ande­rer Preis­trä­ger die­ses Jahr­gangs wört­lich wie folgt gewür­digt: „Für medi­ter­ran beleuch­te­te Ele­gi­en, in denen Kind­heits­er­in­ne­run­gen und Sehn­suchts­land­schaf­ten auf sub­ti­le Wei­se inein­an­der gescho­ben wer­den, für eine Poe­sie, in der die Refle­xi­on auf die Rei­se geschickt und Stan­ni­ol­pa­pier, Tau­ben und Film­do­sen zu unver­mu­te­ten Bil­dern einer grö­ße­ren Welt wer­den.“

Dem Haupt­ge­win­ner von 2012 wur­de von der Mera­ner Jury zugu­te gehal­ten, er füh­re „die Sta­tio­nen einer Bio­gra­fie in schil­lern­den Bil­dern“ bald salopp, bald hoch­tö­nend vor, sodass sie schließ­lich „ein gan­zes Dich­ter­le­ben umfas­sen“ und dar­über hin­aus sogar „einen Para­dies­gar­ten fin­den“. Mag ja sein; doch was haben der­ar­ti­ge Belo­bi­gun­gen spe­zi­fisch mit Dich­tung zu tun? Braucht es das Gedicht als Spie­gel­bild des Lebens und als Weg­wei­ser ins Para­dies? Oder wären dafür eine Erzäh­lung, ein Dia­log, ein auto­bio­gra­fi­scher oder phi­lo­so­phi­scher Essay nicht viel­leicht bes­ser geeig­net? Aber nein. In Meran wer­den Dich­ter und Dich­te­rin­nen prä­miert, die „indi­vi­du­el­le Kind­heits­er­fah­run­gen und die Geschich­te der Hei­mat zu lyri­schen Minia­tu­ren ver­dich­ten“ oder „deren Gedich­te über­zeu­gen durch ihre poe­ti­sche (sic) Viel­schich­tig­keit in der Ver­knüp­fung von Natur­bil­dern mit poli­ti­scher Geschich­te und Kind­heits­er­in­ne­run­gen“ u. a. m. In sel­bi­gem Ver­ständ­nis wur­de in Meran der 2008 „spon­tan gestif­te­te Preis der Jury“ gera­de­zu pro­gram­ma­tisch mit fol­gen­der Lau­da­tio ver­ge­ben: „Den Preis erhält eine Autorin, deren im All­tag ver­wur­zel­te  (sic) Gedich­te von der ers­ten Zei­le an einen poe­ti­schen (sic) Raum eröff­nen, in dem die Lie­be, die Poe­sie (sic), die Schlümp­fe (sic) und jede Men­ge (sic) traum­haf­ter Sequen­zen zuein­an­der fin­den.“ Die­se Wür­di­gung mag bei all ihrer Unbe­darft­heit von der Preis­trä­ge­rin als Lob ver­stan­den wor­den sein, in Bezug auf die Sache der Dich­tung kommt sie über Bana­li­tä­ten und Pleo­nas­men nicht hin­aus, kann aber als durch­aus typisch gel­ten für die Art und Wei­se, wie gegen­wär­tig von angeb­lich sach­ver­stän­di­gen Kri­ti­kern über Lyrik gere­det und geschrie­ben wird. Die­se Art und Wei­se unter­schei­det sich nicht mehr wesent­lich von unre­flek­tier­tem Geplau­der, wie man es von lite­ra­tur­be­flis­se­nen Lai­en kennt und das im freund­schaft­li­chen Gespräch auch sei­ne Rich­tig­keit hat. Dass sich jedoch die pro­fes­sio­nel­le Kri­tik selbst im Qua­li­täts­feuil­le­ton der lite­ra­ri­schen Lai­en­herr­schaft sicht­lich unter­wirft oder jeden­falls sich ihr anpasst, ist ein mit belie­big vie­len Bele­gen zu doku­men­tie­ren­des Fak­tum. Was sich im deutsch­spra­chi­gen Lite­ra­tur­be­trieb neu­er­dings her­aus­ge­bil­det hat, ist „eine von der Lai­en­per­spek­ti­ve her gedach­te Kul­tur der Sub­jek­ti­vi­tät“, die jeden Kul­tur­teil­neh­mer, der „ich“ sagt und damit „wir“ meint, als Autor wie auch als Auto­ri­tät akzep­tiert.*

Kum­pel­haf­tig­keit und Phra­sen­dre­sche­rei

Die heu­ti­ge rezen­sen­ti­sche Rhe­to­rik bevor­zugt zwei gänz­lich ver­schie­de­ne Regis­ter – einer­seits das der kum­pel­haf­ten, begriffs­stut­zi­gen Anre­de, ande­rer­seits das der pseu­do­in­tel­lek­tu­el­len Phra­sen­dre­sche­rei. Bei­des, Kum­pel­haf­tig­keit wie Phra­sen­dre­sche­rei, kommt ohne jede Argu­men­ta­ti­on aus, beschränkt sich auf pein­li­che Inhalts­an­ga­ben und pau­scha­le Beur­tei­lun­gen. Auf einer der pro­mi­nen­tes­ten Lite­ra­tur­sei­ten der deutsch­spra­chi­gen Pres­se war unlängst das fol­gen­de Bespre­chungs­fa­zit zu lesen: „Es ist die­ses iri­sie­ren­de, in den Erin­ne­run­gen an die Leben­den und die Toten, in der gan­zen berau­schen­den Erzäh­lung der mensch­li­chen Tra­gö­die pul­sie­ren­de Licht, wel­ches das brei­te Pan­aro­ma von NNs gesam­tem Werk erfüllt und sei­nem neu­en Roman die Aura gro­ßer Kunst ver­leiht.“ Das heißt so gut wie nichts und lie­ße sich glei­cher­ma­ßen über manch ein ande­res zeit­ge­nös­si­sches Erzähl­werk sagen. Die „berau­schen­de“ Bespre­chung gleicht sich der „berau­schen­den“ Bespre­chungs­vor­la­ge an, sie ver­fließt gewis­ser­ma­ßen mit dem Werk und gibt damit jeg­li­che kri­ti­sche Distanz auf.

Stim­mung und Hin­ga­be

Ein Glei­ches ist dort der Fall, wo Bücher von ihren Rezen­sen­ten wie lite­ra­ri­sches Fast­food ange­prie­sen (gele­gent­lich auch – wenn sie nicht „fast“ genug sind – ver­ris­sen) wer­den. Da kann man dann etwa in einem Lite­ra­tur­ma­ga­zin über einen weit­hin gerühm­ten Groß­schrift­stel­ler das fol­gen­de rezen­sen­ti­sche Bekennt­nis lesen: „Ich per­sön­lich habe eine gan­ze Men­ge von NNs Roma­nen gele­sen und in vie­le and­re rein­ge­le­sen, mich in ihnen umge­se­hen. XY ist eines mei­ner Lieb­lings­bü­cher von ihm, aber ich habe wohl kaum mehr als die Hälf­te davon wirk­lich gele­sen. Du liest NN nicht auf der Suche nach Struk­tur und alt­ba­cke­nem Geschich­ten­er­zäh­len; du liest NN wegen sei­ner Sät­ze, wegen der Stim­mung, wegen dem Erleb­nis. Du gibst dich ihm hin, aus dem sel­ben Grund, der ande­re dazu bewegt, Stür­men nach­zu­ja­gen.“ Dass sie Stim­mung erzeu­ge und Hin­ga­be ermög­li­che – das ist die vor­ran­gi­ge Erwar­tung, mit der sich heu­ti­ge Lite­ra­tur von Publi­kums- wie von Kri­ti­ker­sei­te kon­fron­tiert sieht, und die sai­so­na­le Erfolgs­bel­le­tris­tik kommt die­ser Erwar­tung auch mehr­heit­lich nach.

Die Mac­do­nal­di­sie­rung des gesam­ten Kul­tur­be­triebs wird sich nicht auf­hal­ten las­sen und ist schon gar nicht rück­gän­gig zu machen. Man sehe sich die Pro­gramm­an­ge­bo­te groß­städ­ti­scher oder inter­na­tio­na­ler Lite­ra­tur­fes­ti­vals an – mit ihren Lek­tü­re­staf­fet­ten und ‑mara­thons, ihren Schreib- und Vor­trags­wett­be­wer­ben, ihren Lesun­gen im öffent­li­chen Raum und in der Stra­ßen­bahn, ihren Publi­kums­be­fra­gun­gen und ‑ratings – um zu erken­nen, dass begeis­ter­te oder auch bloß geschäfts­tüch­ti­ge Dilet­tan­ten die Sze­ne weit­ge­hend domi­nie­ren. Alles ist auf Affir­ma­ti­on ange­legt, auf Unter­hal­tung, Spaß, Leich­tig­keit, Ver­ständ­lich­keit, Stim­mig­keit, kurz – auf human touch, und dies selbst dann, wenn Pro­vo­ka­ti­on, Schock, Skan­dal ange­sagt sind. Da ist alles gut genug, solang es nur gefällt und kei­ne intel­lek­tu­el­le Anstren­gung erfor­dert; da lässt sich ohne jeden Sach­ver­stand – das Geschmacks­ur­teil genügt – alles mit dem Däum­chen nach oben „liken“, aber auch durch Buh­ru­fe oder Shit­s­torms dis­kre­di­tie­ren. Genaue­res Hin­hö­ren, Hin­se­hen, Gegen­le­sen scheint nicht gefragt zu sein. Die Tuch­füh­lung mit den Autoren und deren jewei­li­ge Per­for­man­ces wecken deut­lich mehr Inter­es­se als der indi­vi­du­el­le Akt des Lesens, der im Unter­schied zur öffent­li­chen Lesung die Mög­lich­keit des Ein­hal­tens und Nach­den­kens, des Rück­kom­mens und des Anno­tie­rens bie­tet – die Mög­lich­keit, „über die Bücher zu gehen“, die tat­säch­lich nur dann in vol­lem Maß gege­ben ist, wenn der Leser, die Lese­rin das Buch als Objekt unter der Hand und vor Augen hat. Der inten­si­ven, gewiss auch anstren­gen­den, aber selbst­be­stimm­ten Lek­tü­re zieht man in pas­si­ver Erwar­tungs­hal­tung die momen­ta­ne Inten­si­tät des Events vor. Dies kri­ti­sie­ren oder gar ändern zu wol­len, erüb­rigt sich – es ist nun ein­mal so, dass Kurz­zei­ter­re­gung auch im Umgang mit Lite­ra­tur jede Art von Nach­denk­lich­keit domi­niert und dass infol­ge­des­sen der unmit­tel­ba­re Effekt die Fra­ge nach Qua­li­tät und Rele­vanz weit­ge­hend aus­blen­det.

Das Rating eines Künst­lers, eines Schrift­stel­lers, eines Musi­kers bemisst sich vor­ran­gig nach quan­ti­ta­ti­ven Kri­te­ri­en, wird bestimmt anhand der Anzahl von Publi­ka­tio­nen, Aus­stel­lun­gen, Auf­trit­ten, Prei­sen, Sti­pen­di­en, die er in sei­nem CV oder auf sei­ner Web­site anfüh­ren kann. Gut ist, was gut ankommt, und was gut ankommt, ist das, was man leicht „rein­zie­hen“, leicht ver­ste­hen, leicht mit andern tei­len kann. Akzep­tanz wird gewon­nen und gesi­chert durch das Gewohn­te, durch das als „Trend“ Akzep­tier­te, aber auch durch das Skan­da­lö­se, das – als Insze­nie­rung geplant und als sol­che durch­schau­bar – bestehen­den Erwar­tun­gen eben­falls „leicht“ zu ent­spre­chen ver­mag. „Leich­tig­keit“ – wir essen und rau­chen, wir klei­den uns noch so gern light – ist in kul­tu­rel­len Din­gen zu einem „Must“ gewor­den. Nur bit­te kei­ne Kom­ple­xi­tät, kei­ne Ver­stö­rung, über­haupt nichts, was die Rezep­ti­on erschwe­ren könn­te – auch die Tra­gö­die, der Wahn­sinn, die Nie­der­tracht, die gro­ße Lei­den­schaft sol­len in der Kunst bekömm­lich sein, und wo sie’s nicht sind, wer­den sie bekömm­lich gemacht, damit das gro­ße Rau­schen kei­ne Dis­so­nan­zen bekommt. Bei­spiel­haft dafür ist die stau­nens­wert rasche und posi­ti­ve Rezep­ti­on, die neu­er­dings den tau­send­sei­ti­gen, durch­wegs schwarz­ma­le­ri­schen Groß­ro­ma­nen von Wal­lace, Lit­tell, Voll­mann oder Nádas zuteil­ge­wor­den ist – Wer­ke, für deren Lek­tü­re man vie­le Wochen inves­tie­ren müss­te und deren Ver­ständ­nis höchs­te kri­ti­sche Anstren­gung erfor­dert. Kei­ner der vor­ei­li­gen Rezen­sen­ten kann die­se Bücher gele­sen haben, aber jeder hat sie gese­hen, hat wohl die Ver­lags­wer­bung zur Kennt­nis genom­men, dann den Text viel­leicht dia­go­nal durch­ge­nom­men (mehr ist in so kur­zer Zeit ganz ein­fach nicht zu leis­ten), und von die­sen ers­ten Ein­drü­cken dürf­ten die weit­ge­hend über­ein­stim­men­den State­ments her­ge­lei­tet wor­den sein, die den unge­wöhn­lich sper­ri­gen, in man­cher Hin­sicht pro­vo­kan­ten Wer­ken zwar in kei­ner Wei­se gerecht wer­den, sie aber vor­der­grün­dig in der lite­ra­ri­schen Land­schaft ver­or­ten, will hei­ßen – sie domes­ti­zie­ren und eben dadurch für den all­ge­mei­nen Geschmack ver­ein­nah­men. Es erstaunt denn auch nicht, dass sich die meis­ten die­ser Bespre­chun­gen wie not­dürf­tig erwei­ter­te Klap­pen­tex­te aus­neh­men.

Mal rau­nend, mal bur­schi­kos

Und noch­mals zur Lyrik und Lyrik­kri­tik. Auch in die­ser Domä­ne hat sich die Lai­en­herr­schaft eta­bliert, auch hier – im Gedicht wie in der Gedicht­be­spre­chung – tri­um­phiert mal die rau­nen­de, mal die bur­schi­ko­se Rede. „Soge­nann­te ‚Im-Nu-Gedich­te‘, ein­fach und klar“, schreibt ein auf­stre­ben­der Jung-lyri­ker nach eige­nem Bekun­den für sich selbst und sei­ne Gene­ra­ti­on: „Viel­leicht habe ich mich sogar in die­sen Gedich­ten wahr­haf­tig unter­ge­bracht und habe es nicht gewusst … oder ist es die ‚Vor­be­rei­tung auf den Tod‘, dass ich sie nun schnell an die Nach­fah­ren los wer­den will oder ist es ein ande­res oder …, wer weiß das schon bei Gedich­ten?“ Ja, wer weiß das schon? Nein, man möch­te und müss­te das gar nicht wis­sen! Doch da stellt sich dann gleich ein auf­stre­ben­der Jung­kri­ti­ker ein und gibt uns zu ver­ste­hen, dass auch das Gegen­teil – hoher Ton statt All­tags­par­lan­do – eine über­zeu­gen­de poe­ti­sche Opti­on sein kann: „NN will uns direkt in den Rausch der Poe­sie ver­stri­cken, unmit­tel­bar haben wir es mit einer Rede zu tun, die man unschwer als poe­ti­sche Rede erkennt.“ Sol­cher Trash wird kei­nes­wegs nur via pri­va­te Blogs ver­brei­tet, son­dern gehört zum gän­gi­gen Ange­bot füh­ren­der Inter­net­platt­for­men für  … ja, eben spe­zi­ell für Lyrik und Lyrik­kri­tik.

Lite­ra­tur als Kunst

Die gän­gi­ge, durch Ratings beglau­big­te Bel­le­tris­tik mag sein und blei­ben, was sie nun mal gewor­den ist, näm­lich ein Teil der Unter­hal­tungs­li­te­ra­tur und des Info­tain­ments. Doch wei­ter­hin gibt es auch jene min­der­heit­li­che, nur noch am Rand wahr­ge­nom­me­ne Lite­ra­tur, die sich pri­mär als Kunst zu behaup­ten ver­sucht und die an sprach­li­chen For­ma­li­en und Expe­ri­men­ten mehr inter­es­siert ist als an modi­schen The­men und sai­so­na­lem Erfolg. Nur eine klei­ne Mino­ri­tät ver­langt wei­ter­hin nach sol­cher Lite­ra­tur und wird sie auch außer­halb der Publi­kums­ver­la­ge und des Groß­buch­han­dels aus­fin­dig machen, der­weil die über­wie­gen­de Mehr­heit – der Leser­schaft wie auch der Kri­tik – klag­los dar­auf ver­zich­ten kann. Um die For­de­run­gen, die von der Lai­en­herr­schaft an die Lite­ra­tur gestellt wer­den, zu erfül­len, braucht es das Buch und die tra­di­tio­nel­le Kul­tur­tech­nik des Lesens nicht mehr. Elek­tro­ni­sche Medi­en sind für Tex­te mit sai­so­na­ler Halb­wert­zeit, die man bes­ten­falls über­fliegt und sicher­lich kein zwei­tes Mal lesen wird, bes­ser geeig­net, nicht zuletzt des­halb, weil sie in der All­tags­welt kei­nen Raum ein­neh­men und pro­blem­los zu löschen sind. Man könn­te also die trend­be­stimm­te Bel­le­tris­tik voll­um­fäng­lich den elek­tro­ni­schen Medi­en zuschla­gen und das Buch exklu­siv der Kunst­li­te­ra­tur vor­be­hal­ten.

Wer auch künf­tig­hin Bücher kau­fen woll­te, könn­te sich dann eini­ger­ma­ßen dar­auf ver­las­sen, dass er (zu einem wohl deut­lich höhe­ren Preis) auch deut­lich mehr Qua­li­tät gebo­ten bekä­me und dar­über hin­aus nach­hal­ti­ge Tex­te, die wider­stän­dig, viel­leicht schwer ver­ständ­lich sind, die aber auch eine zwei­te, eine drit­te Lek­tü­re loh­nend machen kön­nen. Das wür­de frei­lich das Ende sowohl des tra­di­tio­nel­len Ver­lags­we­sens wie des Buch­han­dels bedeu­ten. Doch nur so wird sich, ande­rer­seits, die Lite­ra­tur als Kunst hal­ten kön­nen – nicht auf Bes­ten- oder Best­sel­ler­lis­ten, nicht auf Fes­ti­vals und Wett­be­werbs­ver­an­stal­tun­gen, ein­zig im Elfen­bein­turm kann sie, end­lich wie­der eli­tär und selbst­wer­tig gewor­den, über­dau­ern.

*) Sie­he dazu die exzel­len­te kri­ti­sche Bestands­auf­nah­me in dem Sam­mel­werk Lai­en­herr­schaft: Exkur­se zum Ver­hält­nis von Küns­ten und Medi­en, her­aus­ge­ge­ben von Rue­di Wid­mer, mit Bei­trä­gen von prak­ti­zie­ren­den Kul­tur­ver­mitt­lern, Medi­en­theo­re­ti­kern und Kunst­päd­ago­gen, erschie­nen beim Ver­lag Dia­pha­nes, Zürich/Berlin 2014.

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Felix Phil­ipp Ingold arbei­tet als Schrift­stel­ler und Publi­zist im Waadt­län­der Jura; zuletzt sind vom erschie­nen: Nee die Ideen (Gedich­te) sowie Leben und Werk, bei­des beim Ver­lag Matthes & Seitz, Ber­lin 2014.

Online seit: 20. Okto­ber 2014

Zuletzt geän­dert: 2. Okt. 2015