„Pynchon gehört für mich zu den Spaß-Autoren“

Andre­as Puff-Tro­jan im Gespräch mit Dirk van Guns­te­ren, der Tho­mas Pyn­chons eben erschie­ne­nen Roman Blee­ding Edge ins Deut­sche über­setzt hat.

Mit dem Roman Blee­ding Edge ist der ame­ri­ka­ni­sche Kult-Autor Tho­mas Pyn­chon bei­na­he in der Gegen­wart ange­kom­men: Inter­net-Boom, Immo­bi­li­en-Spe­ku­la­tio­nen, dubio­se Machen­schaf­ten von Geheim­diens­ten, Ver­schwö­rungs­theo­rien rund um 9/11. Doch Pyn­chon ist klug genug, um nicht als Lite­ra­tur­kas­san­dra auf­zu­tre­ten. Er legt sich nicht fest, beschreibt aber doch den Ist-Zustand mit kri­mi­na­lis­ti­schem Scharf­sinn: Wer an fes­ten Wer­ten wie Fami­lie, Reli­gi­on und Inte­gri­tät fest­hält, der muss sich ganz schön abstram­peln, damit nicht die ande­re, dunk­le Sei­te obsiegt.

Die Roman­hel­din Maxi­ne Tar­now, ihre Fami­lie und Freun­de, blei­ben wach­sam. Wie der Autor selbst, der im Roman nicht ver­schweigt, dass er mit den USA von heu­te gar nicht ein­ver­stan­den ist. Und trotz­dem: Sie alle lie­ben New York, die­se „geheim­nis­vol­le Ver­däch­ti­ge“. Sie blei­ben, behaup­ten sich, auch in der Spra­che, die Witz und Esprit hat. All das hat Dirk van Guns­te­ren groß­ar­tig ins Deut­sche gebracht.

VOLLTEXT Sie sind ja als Über­set­zer zum Pyn­chon-Ken­ner avan­ciert. Wie vie­le Pro­sa­ar­bei­ten Pyn­chons haben Sie schon über­setzt?

DIRK VAN GUNSTEREN Der ers­te Pyn­chon-Roman war Vine­land von 1993, dann ging’s 2008 wei­ter mit Gegen den Tag, den ich zusam­men mit Niko­laus Stingl über­setzt habe. Man kann also sagen, es traf mich nicht unvor­be­rei­tet.

VOLLTEXT Die Roma­ne von Tho­mas Pyn­chon sind ja inhalt­lich wie sprach­lich hoch­kom­ple­xe Gebil­de. Wie geht man da als Über­set­zer ans Werk? Muss man immer ganz neu begin­nen oder gibt es da Stil­mit­tel, Erzähl­ver­fah­ren, ja, sprach­li­che Mus­ter des Autors, denen er in den ver­schie­de­nen Tex­ten treu bleibt und die man daher beim Über­set­zen auch eher repe­ti­tiv wie­der­ge­ben kann?

VAN GUNSTEREN Jeder Autor hat sei­ne sti­lis­ti­schen Eigen­hei­ten, die man als Leser – und erst recht als Über­set­zer! – mehr oder weni­ger deut­lich als sol­che wahr­nimmt. In Pyn­chons Fall ist das wohl eher deut­lich: lan­ge, mäan­dern­de Sät­ze mit jeder Men­ge Infor­ma­ti­on, eine Vor­lie­be für nach­ge­stell­te Prä­po­si­tio­nen, der Ersatz von „… sag­te er“, „… sag­te sie“ durch Ver­laufs­for­men wie „Now lis­ten“, „grab­bing his arm …“, „He’ll know“, „taking a guess“ und ähn­li­ches. Das muss man als Über­set­zer in irgend­ei­ner Wei­se nach­voll­zie­hen oder es wenigs­tens ver­su­chen. Bei man­chen Ele­men­ten ist von vorn­her­ein klar, dass sie auf der Stre­cke blei­ben wer­den, bei­spiels­wei­se wenn Pyn­chon mit der erwähn­ten Regel bricht und „he sez“ schreibt. Die sprach­li­chen Mit­tel, die einen Autor cha­rak­te­ri­sie­ren, sind vor­ge­ge­ben, und der berühm­te „Ton“, das ist die Sum­me der zahl­lo­sen Mikroent­schei­dun­gen – „erneut“ oder „aber­mals“, „ant­wor­ten“ oder „ent­geg­nen“, um nur ein paar sehr bana­le Bei­spie­le zu nen­nen. All das ergibt sich nach mei­ner Erfah­rung eigent­lich von allein. Im Grun­de ist es, als wür­de man sei­nen Lieb­lings­song im Radio hören und mit­sum­men.

VOLLTEXT Pyn­chons Roma­ne sind äußerst kom­plex. Da kann man sich kaum vor­stel­len, dass das Über­set­zen ohne Rück­fra­gen an den Autor funk­tio­niert. Haben Sie Kon­takt mit Tho­mas Pyn­chon?

VAN GUNSTEREN Ja, ich hat­te bei allen Über­set­zun­gen Kon­takt mit Pyn­chon, das heißt, ich habe ihm per E‑Mail Fra­gen zum Text gestellt, die er sehr prompt, freund­lich und erschöp­fend beant­wor­tet hat.

VOLLTEXT Sie haben ihn aber nie per­sön­lich ken­nen­ge­lernt. Fin­den Sie das scha­de?

VAN GUNSTEREN Ja und nein. Sei­ne Bücher haben mein Leben berei­chert, jedes ist für mich ein eige­ner Kos­mos. Was Pyn­chon geschrie­ben hat, steht für sich, und um das zu genie­ßen, muss ich ihn nicht per­sön­lich ken­nen­ler­nen. Ande­rer­seits stel­le ich ihn mir als gebil­de­ten, wit­zi­gen, geist­rei­chen älte­ren Herrn mit guten Umgangs­for­men und einem gro­ßen Reper­toire schö­ner Geschich­ten vor. Und so jemand ist immer eine Berei­che­rung des Lebens. Ver­mut­lich wür­den wir über alles Mög­li­che reden, nur nicht über Bücher.

VOLLTEXT Pyn­chon, der abwe­sen­de Autor, der – fast! – gesichts­lo­se, geschichts­lo­se Autor. Da ent­ste­hen zwangs­wei­se eini­ge Mythen. Wie hat man sich Ihrer Mei­nung nach Tho­mas Pyn­chon vor­zu­stel­len?

VAN GUNSTEREN Sicher als jeman­den, der nicht in die Inter­view-Müh­le gera­ten will. Die angeb­li­che Unsicht­bar­keit ist kei­ne Mys­ti­fi­ka­ti­on, son­dern eine erfolg­rei­che Stra­te­gie mit dem Ziel, als berühm­ter Roman­au­tor ein unbe­hel­lig­tes Leben zu füh­ren.

VOLLTEXT Es gibt die Web­site pynchonwiki.com. Kann man damit als Über­set­zer etwas anfan­gen?

VAN GUNSTEREN Pyn­chon­wi­ki ist stel­len­wei­se sehr hilf­reich. Es steht zwar nichts drin, das man nicht auch anders­wo im Inter­net fin­den könn­te, aber sie ist inso­fern segens­reich, als sie die Recher­che­we­ge oft­mals ver­kürzt. Wer tie­fer in den Pyn­chon-Kos­mos ein­stei­gen will, wird dort nütz­li­che Infor­ma­tio­nen fin­den, aller­dings auch Lis­ten mit zitier­ten Fil­men sowie Erör­te­run­gen, wel­che Rück­schlüs­se auf die Per­son des Autors die­se Aus­wahl wohl zulässt.

VOLLTEXT Wie hat sich die Über­set­zungs­ar­beit am Roman Blee­ding Edge kon­kret gestal­tet? Was war neu, irgend­wie anders als bei den ande­ren Roma­nen?

VAN GUNSTEREN Pyn­chon zu über­set­zen ist nicht spek­ta­ku­lä­rer als irgend­wen anders zu über­set­zen: Man fängt an und kniet sich rein, und irgend­wann ist man fer­tig und freut sich. Dazwi­schen lie­gen meist viel Arbeit und – wenn alles gut geht – eine Men­ge Spaß. Pyn­chon gehört für mich zu den Spaß-Autoren.

VOLLTEXT Schon bei Erschei­nen der eng­li­schen Aus­ga­be von Blee­ding Edge hat die deut­sche Lite­ra­tur­kri­tik den Roman zwar gelobt, aber in Maßen. Dabei ist die­ser Roman Pyn­chons hoch poli­tisch: 9/11, die Inter­net-Bla­se, Geheim­dienst­ak­ti­vi­tä­ten etc. Hat da die Kri­tik hier­zu­lan­de etwas nicht wahr­neh­men wol­len – so nach der Devi­se: die USA ist doch bes­ser als Pyn­chon sie uns zeigt?

VAN GUNSTEREN Was „die Kri­tik“ aus­blen­det – tja, wer weiß das schon? Ich habe nicht den Ein­druck, dass die Rezep­ti­on von Blee­ding Edge hier­zu­lan­de poli­tisch oder welt­an­schau­lich moti­viert ist. Eini­ge Rezen­sen­ten waren viel­leicht ein wenig ent­täuscht, weil sie sich von Pyn­chon einen neu­en Mei­len­stein der Lite­ra­tur erhofft hat­ten, ein Buch, so wuch­tig und zer­trüm­mernd wie Die Enden der Para­bel. Die­se Hoff­nung kann Blee­ding Edge tat­säch­lich nicht erfül­len, dafür ist es aber eines sei­ner zugäng­lichs­ten Bücher, weil er sei­ne Bot­schaft in einen zügi­gen Qua­si-Kri­mi-Plot ver­packt hat. Ich fin­de das reiz­voll, aber man­cher hält das viel­leicht für banal.

VOLLTEXT Tho­mas Pyn­chon lebt seit rund fünf­und­zwan­zig Jah­ren in Man­hat­tan. Sein neu­er Roman ist auch eine etwas weh­mü­ti­ge Zeit­rei­se zu Orten, Loka­len und öffent­li­chen Plät­zen von „Big Apple“, die es heu­te nicht mehr gibt. Nicht nur geld­gei­le Inter­net-Yup­pies beherr­schen das Par­kett, son­dern auch mäch­ti­ge Immo­bi­li­en-Haie, die, so Pyn­chon, Bür­ger­meis­ter Giu­lia­ni unge­hin­dert gewäh­ren lässt. New York ist Mam­mon-City. Ent­puppt sich Pyn­chon hier als pes­si­mis­ti­scher Melan­cho­li­ker?

VAN GUNSTEREN New York ist seit etwa 150 Jah­ren „Mam­mon-City“, die „Haupt­stadt des Impe­ri­ums“ – den­ken Sie an Man­hat­tan Trans­fer von John Dos Pas­sos. Inso­fern ist Pyn­chons Sicht der Din­ge nicht unbe­dingt bahn­bre­chend ori­gi­nell. Neu ist bei ihm eigent­lich nur die unge­zü­gel­te Wut und Ver­ach­tung, die er über sei­ne Hass­ob­jek­te – etwa Giu­lia­ni – aus­schüt­tet. Viel­leicht gehört er zu den sel­te­nen Men­schen, die mit zuneh­men­dem Alter nicht abge­klär­ter, son­dern zor­ni­ger wer­den. Ich wür­de übri­gens auch nicht sagen, dass Pyn­chon sich als pes­si­mis­ti­scher Melan­cho­li­ker „ent­puppt“ – das war er ja immer schon. Ange­sichts des all­ge­mei­nen Zustands der Welt ist man geneigt, ihm recht zu geben.

VOLLTEXT Wes­we­gen hat man bei der Über­set­zung den Ori­gi­nal­ti­tel Blee­ding Edge belas­sen? Leser bei uns fan­gen erst ein­mal damit wenig an.

VAN GUNSTEREN „Blee­ding Edge“ evo­ziert ja eine Asso­zia­ti­on: die blut­ver­schmier­te Klin­ge, die soeben eine Wun­de geschla­gen hat, gewis­ser­ma­ßen die Kan­te, die den Ort mar­kiert, an dem der Schmerz beginnt. Dar­über hin­aus ist es aber auch die Stei­ge­rung des exis­tie­ren­den Begriffs „Cut­ting Edge“, mit dem man eine Tech­no­lo­gie bezeich­net, die so fort­ge­schrit­ten ist, dass sie Schwie­rig­kei­ten qua­si durch­schnei­det wie Alex­an­der den Gor­di­schen Kno­ten. In wel­che deut­schen Wor­te hät­te man das gie­ßen sol­len?

VOLLTEXT Im Zen­trum der Geschich­te steht dies­mal eine Frau: Maxi­ne Tar­now. Sie hat eine klei­ne Betrugs­er­mitt­lungs­agen­tur und trägt eine Beret­ta in ihrer Hand­ta­sche. Und sie ist eine lie­be­vol­le Mut­ter. Hat Sie das ver­blüfft, dass Pyn­chon eine taf­fe Frau als Roman­hel­din gewählt hat?

VAN GUNSTEREN Ich ver­ra­te Ihnen jetzt ein Geheim­nis: Maxi­ne Tar­now ist gar kei­ne ech­te Frau. Zum einen exis­tiert sie nur auf dem Papier, zum ande­ren ist sie eine Män­ner­fan­ta­sie. Oder ken­nen Sie eine Frau wie Maxi­ne? Aber zur Fra­ge: Nein, ver­blüfft hat es mich nicht, denn gestan­de­ne, paten­te, ner­ven­star­ke, intel­li­gen­te Frau­en sind bei Pyn­chon nicht gera­de sel­ten.

VOLLTEXT Im Roman kommt etwas zum Tra­gen, das man – ich glau­be, Oscar Wil­de war es –  „wise-crack­ing“ nennt. Also der Sprach­witz und die Sprach­kraft wer­den als eine Art Waf­fe im Dia­log ver­wen­det. In Blee­ding Edge gibt es eine gan­ze Men­ge davon. Das ist sicher­lich enorm schwie­rig zu über­set­zen. Haben Sie viel­leicht ein Bei­spiel parat?

VAN GUNSTEREN Pyn­chon ist der unge­krön­te König der Wort­spie­le – was nicht hei­ßen soll, dass sie alle­samt unglaub­lich gelun­gen und erhel­lend sind, man­che sind auch ein­fach bloß albern. Aber jedes Wort­spiel, ob gelun­gen oder nicht, stellt den Über­set­zer natür­lich vor beson­de­re Anfor­de­run­gen – man will es eben nach Mög­lich­keit ret­ten. Das ist viel­leicht nicht immer ganz adäquat gelun­gen. Etwa wenn ein Finanz­be­am­ter über einen Steu­er­hin­ter­zie­her sagt: „His ass is grass and the Finan­ce lawn mower’s about to make its pass“. Und in der Über­set­zung steht: „Sein Arsch liegt jetzt tief im Dreck, und unser Besen kehrt ihn weg.“ Das meis­te jedoch ist, glau­be ich, ganz gut wie­der­ge­ge­ben. An dem Namen des Strip­clubs Joie de Beav­re habe ich sehr lan­ge her­um­ge­kno­belt. Das Kniff­li­ge dabei ist die Kom­bi­na­ti­on aus einem Reim auf Joie de viv­re und der Kon­no­ta­ti­on des Wor­tes „bea­ver“, das im Slang auch das weib­li­che Geschlechts­or­gan bezeich­net – mit ande­ren Wor­ten: unge­zü­gel­te, unschul­di­ge Lebens­lust, von der Lei­ne gelas­sen in einem schmie­ri­gen Strip­club. In der deut­schen Fas­sung ist aus dem hier­zu­lan­de wirk­lich sehr unschul­di­gen Biber ein spa­ni­scher Señor mit Som­bre­ro und schma­lem Ober­lip­pen­bärt­chen gewor­den, und das Eta­blis­se­ment heißt jetzt La Sira­ña den Sevil­la. Und die zahl­reich ein­ge­streu­ten stu­pid songs waren sowie­so ein Genuss …

VOLLTEXT Eine Per­son im Roman, ein hoch­pro­fes­sio­nel­ler Rie­cher, der mit sei­nem Riech­or­gan sämt­li­che Düf­te iden­ti­fi­zie­ren kann, reist tat­säch­lich nach Mün­chen. Denn er will eines bewei­sen: Adolf Hit­ler und John F. Ken­ne­dy benutz­ten das­sel­be Par­fum – 4711! Ist das ein Gag von Pyn­chon oder stammt er aus Ihrer Feder?

VAN GUNSTEREN Nein, auch die­ser – tief­sin­ni­ge? – Witz stammt selbst­ver­ständ­lich von Pyn­chon. Wie käme ich dazu, ihm was unter­zu­ju­beln.

VOLLTEXT Was waren die Haupt­hür­den, die Sie beim Über­set­zen von Blee­ding Edge neh­men muss­ten?

VAN GUNSTEREN Ver­schlun­ge­ne Syn­tax, Gedan­ken­sprün­ge, Wort­spie­le, IT-Ter­mi­no­lo­gie, der stän­di­ge Wech­sel zwi­schen Clo­se-up und Tota­le, zwi­schen extre­mer Knapp­heit und lyri­schem Schwei­fen … Aber wer spricht von Hür­den? Jeder Tag war ein Aben­teu­er!

VOLLTEXT March, eine enge Freun­din von Maxi­ne Tar­now, ist eine ech­te Ver­fech­te­rin von Ver­schwö­rungs­theo­rien. Gera­de bei den Ereig­nis­sen von 9/11 kommt das im Roman zum Tra­gen. Doch der Erzäh­ler – und damit ein Stück weit auch der Autor – hält sich zurück, will, so scheint es, sich nicht zu weit vor­wa­gen. Hat sich da Pyn­chon gesagt: Halt, da ist die Gren­ze der Fan­ta­sie, kei­nen Schritt wei­ter!?

VAN GUNSTEREN Ich glau­be nicht, dass Pyn­chon so etwas sagen oder den­ken wür­de. War­um sonst ist er denn Autor? Aber das ist Spe­ku­la­ti­on. War­um hat er dies und das geschrie­ben? Kei­ne Ahnung. Oder viel­mehr: Für mein Ver­ständ­nis des Buches ist das irrele­vant. Die Bedro­hung ist bei Pyn­chon so all­ge­mein, dass 9/11 im Grun­de nur eine Kata­stro­phe von vie­len ist. Es gibt Leu­te, die Macht haben und noch mehr davon wol­len, und ihre Gegen­spie­ler, Pyn­chons „Hel­den“, sind stets irgend­wel­che unan­ge­pass­ten Men­schen von anar­chi­schem Wesen, die sich nicht ins Ras­ter fügen wol­len. Das ist der eigent­li­che Kon­flikt, und dar­um ist die Fra­ge, wer für 9/11 ver­ant­wort­lich war – al-Qai­da oder die CIA –  letzt­lich unbe­deu­tend, denn in die­sem Koor­di­na­ten­sys­tem ste­hen bei­de auf der dunk­len Sei­te der Macht. Auf jeden Fall ist es wesent­lich reiz­vol­ler, die Din­ge in der Schwe­be zu belas­sen, als den Leser mit der Keu­le einer fix und fer­ti­gen Theo­rie zu erschla­gen.

 

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Dirk van Guns­te­ren, gebo­ren 1953 in Düs­sel­dorf, lebt als Über­set­zer für eng­li­sche und nie­der­län­di­sche Lite­ra­tur in Mün­chen. Er über­trug u. a. Wer­ke von Phil­ip Roth, T. C. Boyle und Jona­than Safran Foer ins Deut­sche.

Andre­as Puff-Tro­jan, gebo­ren 1960, ist Pri­vat­do­zent für Lite­ra­tur­wis­sen­schaft und Lite­ra­tur­kri­ti­ker in Mün­chen.

Tho­mas Pyn­chon: Blee­ding Edge.
Roman. Aus dem Eng­li­schen von Dirk van Guns­te­ren.
Rowohlt,  Rein­bek 2014.
605 Sei­ten, € 29,95 (D) / € 30,80 (A).

Quel­le: VOLLTEXT 4/2014 (3. Dezem­ber 2014)
Online seit: 3. Febru­ar 2016

Online seit: 3. Febru­ar 2016

Zuletzt geän­dert: 4. Feb. 2016