Die Rückkehr der Geldvernichter

Nach 23 Jahren künstlerischer Enthaltsamkeit legen The Justified Ancients of Mu Mu so etwas wie einen Roman vor. Von Uwe Schütte

Online seit: 12.10.2017

Ein solches Buch wäre kaum vorstellbar in der deutschsprachigen Literatur. Zum einen, weil es in der hiesigen Pop-Musik-Szene nie Künstler gab vom Format von Bill Drummond und Jimmy Cauty. Zum anderen, weil das Klischee von der britischen Exzentrik, wie so viele Stereotypen, eben doch stichhaltig ist – selbst wenn die brachiale Neoliberalisierung der britischen Gesellschaft heutzutage nur noch geringe Restbestände kultureller Opposition zulässt. 2023: A Trilogy by the Justified Ancients of Mu Mu lautet der Titel des (mutmaßlich) von Drummond geschriebenen Romans, der sich zwar vergleichsweise leicht übersetzen ließe, dadurch aber wohl erst recht unverständlich würde.

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Der in einer dystopischen Zukunft spielende Plot ist teils eine bissige Persiflage auf die englischsprachige Popkultur- und internationale Kunstszene (Azealia Banks, Tracey Emin, Banksy oder Lord Saatchi geraten u.a. ins Visier), teils eine politische Satire (Angela Merkel bleibt Bundeskanzlerin bis Apple, Google und Facebook alle Staaten inklusive Deutschland aufkaufen), aber ebenso eine satirisch treffende Kulturkritik an der Digitalisierung der Gesellschaft sowie nicht zuletzt ein bemerkenswert selbstironischer Schlüsselroman über die verqueren Aktionen von Drummond/Cauty. Und noch einiges mehr.

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Dieser Text ist nur in der Ausgabe 3/2017 verfügbar.

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