Online-Seminar: „Literatur- & Kulturkritik schreiben“

Leitung: Stefan Gmünder / Start: 23. September / Anmeldefrist: 1. September. / Frühbucherbonus bei Anmeldung bis 5. August / 25% Rabatt für VOLLTEXT-Abonnenten / Begrenzte Teilnehmerzahl!

Online seit: 16. Juni 2020
Stefan Gmünder © Matthias Cremer
Stefan Gmünder. Foto: Matthias Cremer

VOLLTEXT bietet ab 23. September 2020 ein sechsteiliges Online-Seminar mit begrenzter TeilnehmerInnenzahl zum Thema „Literatur- und Kulturkritik schreiben“ unter Leitung des Literaturkritikers und Bachmann-Preis-Jurors Stefan Gmünder an.

Das Webinar bietet einen Überblick über Geschichte, Wirkung und Perspektiven der Literaturkritik, der mit kurzen Texten, bzw. Videomaterial u.a. von Marcel Reich-Ranicki, Gerhard Polt und Richard Alewyn diskursiv ergänzt wird. Der Schwerpunkt des Kurses liegt indes auf der Arbeit am Text, beziehungsweise dem Verfassen einer Kritik. Jede Teilnehmerin, jeder Teilnehmer wird im Verlauf des Webinars eine Rezension zu Laura Lichtblaus Debütroman Schwarzpulver verfassen. In den Sitzungen werden die Beiträge im Detail besprochen und Vorschläge zu ihrer weiteren Entwicklung erarbeitet, wobei Handwerkliches wie Aufbau des Textes, Arbeit am Stil, etc. ebenso eine Rolle spielen wird wie die Ermutigung zu unkonventionellen Zugängen. Die Beiträge werden allerdings nicht für die Schublade geschrieben, alle Rezensionen, sprich literaturkritischen Positionen zu Lichtblaus Roman werden anschließend auf der Homepage von VOLLTEXT publiziert.

Inhalt und Umfang

* 6 Zoom-Konferenzen jeweils am Mittwoch ab 18:30 Uhr
* Theorie und Geschichte der Kritik
* Das Feuilleton im Realbetrieb
* Verfassen von Rezensionen zu Laura Lichtblaus Roman Schwarzpulver, die anschließend auf VOLLTEXT.net veröffentlicht werden.
* Besprechung der Arbeiten in der Gruppe
* 1:1 Feedback: Auf Wunsch steht Stefan Gmünder für Einzelgespräche mit den TeilnehmerInnen zur Verfügung.
* Perspektivwechsel: Zum Abschluss des Seminars werden eine Autorin und ein Verlagsmitarbeiter eingeladen, ihre Sicht auf die im Rahmen des Seminars entstandenen Rezensionen zu artikulieren.
* Schriftliche Seminar-Unterlagen

Termine (sechs Einheiten à 90 Minuten):
23. September, 18.30 Uhr: Organisatorisches, Orientierung, Einführung
30. September, 18.30 Uhr
07. Oktober, 18.30 Uhr
14. Oktober, 18.30 Uhr
21. Oktober, 18.30 Uhr
28. Oktober, 18.30 Uhr

Anmeldefrist: 1. September

Kosten: € 390,-
Frühbucher-Bonus bis 5. August: € 340,-
Rabatt für VOLLTEXT-Abonnenten: € 290,-

Technische Voraussetzung: Handelsüblicher PC.

Anmeldung / Rückfragen
redaktion@volltext.net,  Betreff: „Webinar“

Ablauf: Nach Überweisung der Kursgebühr erhalten Sie einen Link, über den Sie Zugang zum Webinar bekommen.

Maximale TeilnehmerInnenzahl: 12

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Stefan Gmünder, geboren 1965 in Bern, ist Literaturkritiker bei der österreichischen Tageszeitung Der Standard. 2015 bis 2019 war er in der Jury des Ingeborg-Bachmann-Preises, den die von ihm nominierten Kandidatinnen Tanja Maljartschuk (2018) und Birgit Birnbacher (2019) gewinnen konnten. Er ist u.a. Herausgeber des Bandes Die Republik Nizon. Eine Biographie in Gesprächen (Edition Selene) und verfasste zusammen mit dem Literaturwissenschaftler Klaus Zeyringer die Streitschrift Das wunde Leder. Wie Korruption und Kommerz den Fußball kaputt machen (Edition Suhrkamp). Das Online-Seminar basiert auf der von Gmünder an der Universität Graz angebotenen Lehrveranstaltung.

Fragebogen: Stefan Gmünder
Zum Stand der Literaturkritik heute

Delirium Alpinum
Stefan Gmünder über die Tiroler Partnergemeinde von Sodom und Gomorra.

Stefan Gmünder beim Bachmannpreis

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„Die Industrialisierung der Literatur ist wie die aller Künste nahezu vollkommen – Außenseiter haben es schwer. Was die deutsche Buchkritik anlangt, so ist sie auf einem Tiefstand angelangt, der kaum unterboten werden kann. Das Lobgehudel, das sich über die meisten der angekündigten Bücher ergießt, hat denn auch zur Folge gehabt, dass die Buchkritik kaum noch irgend eine Wirkung hervorruft: Das Publikum liest diese dürftig verhüllten Waschzettel überhaupt nicht mehr, und wenn es sie liest, so orientiert es sich nicht nach ihnen“ konstatierte Kurt Tucholsky unter dem Titel „Kritik als Berufsstörung“ in der Berliner Weltbühne. Sind die Zustände seither besser geworden?

Das Seminar wendet sich an alle, die sich in einer Zeit, in der Kritik im Internet, im Wirtshaus, auf der politischen Bühne oft zu kurz greift und zuweilen zu weit geht, konstruktiv mit einer Text- und Denkform auseinandersetzen möchten, die Jean-Luc Godard einst mit den Worten umrissen hat: „Kritik ist nicht die Beurteilung der Wirklichkeit. Kritik ist die Wirklichkeit der Beurteilung.“