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Im Tierpark Dählhölzli erwarten Tierpark- Direktor Schildger und Termiten- Spezialist Leuthold mit Spannung den unmittelbar bevorstehenden Hochzeitsflug der Termiten. / Vor Leo’s Brotegge bedroht ein Unbekannter eine 16-jährige Frau mit einer Schere und schneidet ihr einen Büschel Haare ab. / Ich habe noch nie einer Frau Haare abgeschnitten. / Wie viel Unheil allein durch mein Nichtstun verhindert wird. / Auf der Berner Allmend nehmen 250 Angehörige der städtischen Feuerwehr- und Rettungsdienste an der traditionellen Hauptmusterung teil. Der Anlass beginnt mit einem Konzert der Feuerwehrmusik Metallharmonie. / Mit einem Sozialbeitrag vom Bundesamt für Kultur kaufe ich mir im Tierheim Oberburg einen jungen Hund, den ich Baur und Bindschädler taufe. Den Rest des Sozialbeitrages nutze ich als Anzahlung für ein Wasserbett, das den größten Teil meines Zimmers im Waffenweg einnimmt. / Liege auf dem Wasserbett und schaue den ziehenden Herbstwolken nach und nehme die Welt hin. Erzähle Baur und Bindschädler von früher. Als ich ein Sperma war und zum Ei schwamm. / Bin ich das Resultat einer unterlassenen Abtreibung? / Die Firma Guber aus Alpnach erhält den Zuschlag für die Lieferung von 272.000 Pflastersteinen für die Sanierung der Gassen in der Unteren Altstadt. / Meine moralische und seelische Entwicklung setzt am 6. August 1972 ein, und endet im Sommer 1997 in New York mit dem Entschluss, als Künstler zu sterben. Seither habe ich nur wenig hinzulernen müssen. / Ungezieferhalsband, Kauknochen, Zeckenpuder. / Wie der Landwirtschaftliche Informationsdienst in einem Communiqué mitteilt, wird es heuer am Berner Zibelemärit keinen Zwiebel-Engpass geben. / Ich wurde im Emmental geboren, deswegen sage ich „iiu“ anstatt „ja“ und „seiche“ anstatt „pissen“. Ich habe eine hässliche Impfnarbe am linken Oberarm. Ich bohre, auch wenn ich allein bin, nur mit dem Taschentuch in der Nase. Ich kann ein bisschen zaubern, Frauen magisch binden, damit sie mich nicht verlassen, oder Verleger behexen, damit sie mir mehr Honorar geben. / Der Gemeinderat bedauert, dass in Berner Kinos der Kinoverwaltung Kitag Blinden verwehrt wird, ihren Blindenführerhund mitzunehmen. / Ich war der Stolz meines Vaters, der Liebling meiner Mutter, später, als ich mir ein eigenes Urteil zutraute, war ich der größte Bewunderer meiner selbst. / Aktivistinnen und Aktivisten der Gesellschaft Schweiz- Palästina und der Mahnwache für einen gerechten Frieden in Palästina protestieren gegen den Zyklus „Junge Filme aus Israel“. Wenn in der Cinématte mit Hilfe der Israelischen Botschaft „Krimikomödien und andere Lustbarkeiten“ gezeigt würden, derweil „eine israelische Armee außer Rand und Band gerät“, sei dies Zynismus, heißt es in einem von vierundzwanzig Personen unterzeichneten offenen Brief. / Mit acht erfand ich vier neue Buchstaben des Alphabets, die sich nicht durchsetzten. Mit siebzehn war ich ständig müde. Mit einundzwanzig klemmte ich mir im Kibbuz den Finger im elektrischen Zaun ein. An der Universität verbrachte ich die meiste Zeit damit, den Schein zu wahren. / Mit meinem neuen Freund Baur und Bindschädler unternehme ich den ersten großen Spaziergang. Nicht zufällig ein Rundgang in Olten. / Siebzig Frauen und Männer aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung diskutieren im Tramdepot den Unterschied zwischen Bern und Zürich. Was hat Zürich, was Bern nicht hat? Warum ist Zürich wirtschaftlich erfolgreicher als Bern? Ist Bern lediglich Züri West oder mehr? Die Antworten: Die Berner seien nicht risikofreudig, nicht dynamisch, sie gäben sich schnell zufrieden, könn ten sich nicht gut verkaufen, seien zu bescheiden. In Bern würden Kräfte mangelhaft gebündelt. / Meine letzten Jahre werde ich verbittert in Zürich zubringen, wo ich tagelang aus dem Fenster starre und ab und zu ein wütendes „Disorder!“ auf den Paradeplatz rufe. / „Zwei Parkverbottafeln und Wind, das Altersheim, die Waldbucht und wieder Wind.“ Lege Gerhard Meiers Prosaskizze in die Brieftasche, weil sie mich daran erinnern soll, worauf ein Meister achtet. / Die letzte Wespe ist von einem angebissenen Import-Apfel ganz besessen. / Annähernd dreihundert Menschen drängen in die Buchhandlung Jäggi, um Pierre Brice zu erleben, der seine Autobiografie „Winnetou und ich. Mein wahres Leben“ präsentiert. „So lange, wie eine Mutter ihr Baby im Bauch trägt“, habe er an dem Buch geschrieben. / Die Äthiopierin Emou Moges, die im Asylzentrum auf dem Jaunpass in den Hungerstreik getreten ist, wird ins Berner Inselspital verlegt. / In der Eingangshalle der Universität werben Studentenverbindungen um Erstsemestrige mit Champagner und Lachscanapés. |
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Freitag, 25. November 2011
Titelgeschichte: Die Geisterstadt
Daniel Kehlmann über Sherwood Andersons einflussreichen Klassiker Winesburg, Ohio
Sebalds Neger
Die Vereinnahmung von W.G. Sebald als Klassiker erfordert ein Ausblenden seiner widerborstigen Seite. Von Uwe Schütte
Tiere und Pflanzen, diese gewaltige Dichtung
Jean-Henri Fabres Erinnerungen eines Insektenforschers. Von Ulrike Draesner
Eigen, skurril, versponnen
Christoph Schröder über Jan Peter Bremers Roman Der amerikanische Investor
„Du elender Hauseingang!“
Klaus Kastberger über Xaver Bayers Wenn die Kinder Steine ins Wasser werfen
„Rache ist ein schlechter Berater“
Christoph Hein spricht mit Katrin Hillgruber über seinen neuen Roman Weiskerns Nachlass.
Dichter unter Hochdruck
Daniela Strigl über Leben und Werk des Lyrikers Walter Buchebner
Neulich
Andreas Maier dümpelt im Moorsee.
Grandioses Cartoon-Gespann
Nicolas Mahler illustriert Thomas Bernhards Alte Meister. Von Thomas von Steinaecker
Lyrik-Logbuch Michael Brauns Eintragungen zu Gedichten der Gegenwart
Lyrischer Moment
Silke Scheuermann als Pandabär in Hongkong
Siebzehn Stufen
Zum Verhältnis von Alltag und Literatur. Von Georg Klein
Wie Literatur funktioniert
Gerrit Bartels über James Woods Die Kunst des Erzählens
Das Fahrrad weiß mehr
Nicht mehr lieferbar! – Eine Serie von Clemens J. Setz über vergriffene Werke bedeutender Autoren. Teil 2: Denton Welch.
„Es ist viel Arbeit, normal zu bleiben“
Die Literatur im Zeitalter von Wordpress und Twitter. Eine Umfrage
Die Bewohner von Château Talbot Von Arno Geiger
Unsere Popmoderne Die Wechselstunden. Von Marc Degens
Sehr gepflegt, aber Perser!
Pavel Kohout entfaltet in seinem neuen Roman Der Fremde und die Schöne Frau ein Panorama alltäglicher Xenophobie. Von Ulrich Faure
Geld und Erlösung
Über Hermann Brochs ökonomische Fantasie. Von Bernhard Fetz
Was kostet ein Broch?
Rezeption und Autografenhandel. Von Michael Hansel
Platzanweisung
Christina Böhms Siegertext beim 19. open mike
Herr Jesus springt
Der Siegertext des FM 4-Literaturwettbewerbs Wortlaut. Von Isabella Straub
Im Schatten der Mauer des Lebens
Mirko Bonné zu seiner Neuübersetzung von Sherwood Andersons Winesburg, Ohio