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Geheimnisvolle Orte, rätselhafte Figuren, Fetische, Obsessionen und Ticks prägen die Texte des Georg Klein. So wie Georg Klein in seinen Romanen und Erzählungen mit Mythen spielt, mit über- und vorzeitlichen Gegebenheiten, die sich ihren Weg in die Gegenwart (und in die Sprache) gebahnt haben, so umgibt auch den 1953 geborenen Georg Klein selbst ein Mythos. Oder ist er es selbst, der um sich herum die Aura der Rätselhaftigkeit befördert? Das wäre ein Streitpunkt, ein erster. Jahrelang, nein Jahrzehnte lang, so heißt es, habe er geschrieben, für die Schublade geschrieben, weil niemand seine Texte, die des randständigen und genialischen Einzelgängers, habe drucken wollen. Bis endlich das Manuskript seines Romans Libidissi bei Alexander Fest gelandet sei und dieser Kleins Talent und literarisches Potenzial entdeckt habe. So lautet die Geschichte; immer wieder wird sie so erzählt; wer sie letztendlich lanciert hat und wie viel Wahrheit in ihr steckt, mag dahinstehen. Tatsache ist: Georg Klein ist ein höchst erfolgreicher Autor. Und er polarisiert im Literaturbetrieb. Kaum einen dürfte es geben, der nicht eine Meinung hat zu Kleins Texten – die Leser teilen sich in Fans und scharfe Kritiker; dazwischen, so scheint es, gibt es wenig. Zu all dem passt auch das Auftreten des Autors in der Öffentlichkeit – dieser stets freundlich, aber dünn lächelnde Mann, der leise spricht und sich auf Lesungen auch von scheinbar noch so irritierenden Fragen nicht aus der Bahn werfen lässt – verbirgt sich dahinter etwas Bedrohliches? Lauern Abgründe? |
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Freitag, 25. November 2011
Titelgeschichte: Die Geisterstadt
Daniel Kehlmann über Sherwood Andersons einflussreichen Klassiker Winesburg, Ohio
Sebalds Neger
Die Vereinnahmung von W.G. Sebald als Klassiker erfordert ein Ausblenden seiner widerborstigen Seite. Von Uwe Schütte
Tiere und Pflanzen, diese gewaltige Dichtung
Jean-Henri Fabres Erinnerungen eines Insektenforschers. Von Ulrike Draesner
Eigen, skurril, versponnen
Christoph Schröder über Jan Peter Bremers Roman Der amerikanische Investor
„Du elender Hauseingang!“
Klaus Kastberger über Xaver Bayers Wenn die Kinder Steine ins Wasser werfen
„Rache ist ein schlechter Berater“
Christoph Hein spricht mit Katrin Hillgruber über seinen neuen Roman Weiskerns Nachlass.
Dichter unter Hochdruck
Daniela Strigl über Leben und Werk des Lyrikers Walter Buchebner
Neulich
Andreas Maier dümpelt im Moorsee.
Grandioses Cartoon-Gespann
Nicolas Mahler illustriert Thomas Bernhards Alte Meister. Von Thomas von Steinaecker
Lyrik-Logbuch Michael Brauns Eintragungen zu Gedichten der Gegenwart
Lyrischer Moment
Silke Scheuermann als Pandabär in Hongkong
Siebzehn Stufen
Zum Verhältnis von Alltag und Literatur. Von Georg Klein
Wie Literatur funktioniert
Gerrit Bartels über James Woods Die Kunst des Erzählens
Das Fahrrad weiß mehr
Nicht mehr lieferbar! – Eine Serie von Clemens J. Setz über vergriffene Werke bedeutender Autoren. Teil 2: Denton Welch.
„Es ist viel Arbeit, normal zu bleiben“
Die Literatur im Zeitalter von Wordpress und Twitter. Eine Umfrage
Die Bewohner von Château Talbot Von Arno Geiger
Unsere Popmoderne Die Wechselstunden. Von Marc Degens
Sehr gepflegt, aber Perser!
Pavel Kohout entfaltet in seinem neuen Roman Der Fremde und die Schöne Frau ein Panorama alltäglicher Xenophobie. Von Ulrich Faure
Geld und Erlösung
Über Hermann Brochs ökonomische Fantasie. Von Bernhard Fetz
Was kostet ein Broch?
Rezeption und Autografenhandel. Von Michael Hansel
Platzanweisung
Christina Böhms Siegertext beim 19. open mike
Herr Jesus springt
Der Siegertext des FM 4-Literaturwettbewerbs Wortlaut. Von Isabella Straub
Im Schatten der Mauer des Lebens
Mirko Bonné zu seiner Neuübersetzung von Sherwood Andersons Winesburg, Ohio