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Dienstag, 13. Februar 2007

Das Mädchen aus der Orangensaftmaschine

 

Es stellt sich besonders im Falle der Entwicklung zur Schönheit eine Selbstgenügsamkeit des Weibes her, welche das Weib für die ihm sozial verkümmerte Freiheit der Objektwahl entschädigt. Solche Frauen lieben strenggenommen nur sich selbst mit ähnlicher Intensität, wie der Mann sie liebt. Ihr Bedürfnis geht auch nicht dahin zu lieben, sondern geliebt zu werden, und sie lassen sich den Mann gefallen, welcher diese Bedingungen erfüllt... Solche Frauen üben den größten Reiz auf Männer aus, nicht nur aus ästhetischen Gründen, weil sie gewöhnlich die schönsten sind, sondern auch infolge interessanter psychischer Konstellationen.

Sigmund Freud

Das Mädchen aus der Orangensaftmaschine ist müde. Es stemmt die Ellenbogen auf den Schreibtisch. Ihre Schuhe machen ein schabendes Geräusch. Draußen schwirrt ein Mauersegler vorbei. Der Chef ist außer Haus, die Kollegin ist zu einem Termin, das Büro ist frei. Let’s go surfin’. Das Mädchen aus der Orangensaftmaschine heißt wegen ihrer Haarfarbe so. Wegen dem stechend süßlichen Geruch ihrer Haut, ihres Parfüms. Allerdings weiß sie nichts davon. Eigentlich heißt sie nur Valerie, und sie kann sich nicht erinnern, jemals andere Namen bekommen zu haben. Sie arbeitet schon eine Weile in diesem Büro. Ihre Büronachbarin ist etwas älter. Sie heißt Brigitte und sieht aus wie eine, die vor zehn Jahren einmal gut ausgesehen hat. Eine Frau mit Milch- oder Damenbart. Sie neigt zur Schizophrenie, wie Valerie weiß, Valerie selbst neigt zur Zwangsneurose. Ihr fehlen die Hebel. Die Augenringe in ihrer Schönheit. Was sie kann: Reisen, aufrechnen. Sich ein Ungenügen in Ordnung quatschen. Im Leben stehen. Wenn sie schnell redet, greift sie sich an den Hals. Sie sitzt im 19. Stock. Der Bürokomplex besteht aus mehreren Räumen. In einem anderen Büro sitzt jemand mit einer Handtasche. Jemand diktiert im Hintergrund. Das Büro mit ihr ist leer, aber die Dämonen sind alle noch da. Valerie reibt sich die Augen, schaut in ihren Bildschirm und fragt sich, warum Ralfs Mails immer so flamboyant anfangen und dann abrupt abbrechen, mit Schlussformel kurz vor Tiefgang. Warum er sein Handy ausgeschaltet hat und was das überhaupt noch werden soll mit ihm.
Hierarchie der Nachrichtenüberträger: Anruf, SMS, Mail, Brief. Aber wer schreibt noch Briefe? Es wird mehr gesimst als angerufen. Und immer das Austarieren: Wie groß ist die Nähe, die Distanz? Es ist nicht mehr wie früher, wo es nur hieß: Ruft er an oder nicht? Und wenn er anruft, wann? Stunden später, drei Tage später, nach einer Woche? Heute heißt es: Ruft er an oder simst er? Oder schreibt er bloß eine Mail? Und was bedeutet es jeweils? Ist es besser, wenn er gesimst hat, ist es besser, wenn es eine Mail wurde? Valerie schaut seufzend auf das Portal ihres Mailanbieters. Es bietet ihr nichts.

Linda war fünf Jahre mit Sven zusammen, er wohnt in Düsseldorf, sie in Berlin. Seit zwei Tagen ist Schluss, sie haben überlegt, es mal damit zu probieren, sich zu trennen, so geht das nicht weiter, das kann nicht alles sein, sie kriegen das nicht mehr auf die Reihe. Das mit dem Abstand. Wochenendbeziehung. Andere Männer, andere Frauen. Von denen sie nichts wussten. Auf einer Milchtüte, unter dem Wort VERMISST, sein Foto. Matter Hintergrund, ausdrucksloses Gesicht. Linda sitzt in ihrer Einraumwohnung auf dem Kanapee ihrer verstorbenen Großmutter und schaut nachdenklich auf das Telefon, das sie neulich auf dem Flohmarkt gekauft hat. Gerade ist wieder so ein hilfloses Telefonat vorübergegangen, immerhin wird es seltener. Sie vergräbt das Gesicht in die Hände, weint vor sich hin. Schämt sich. Morgens wacht sie auf und sieht sich mit Vergangenheiten konfrontiert. Eine Angst, ein leeres Laken, eine Schleife, die nicht enden will. Dann wühlt sie lange im Kleiderschrank herum, um nach bunter Kleidung zu suchen, und entscheidet sich für einen dunkelblauen Überzieher und eine dunkelblaue Jacke. Hebt das Haar über den Kragen. Sie isst nichts, sie quält sich zum Job, schaut in das weiße Gewaber ihres Bildschirms, versucht, sich auf die Arbeit zu konzentrieren. Dieser Zustand ist neu, dieser Zustand ist nicht haltbar. Bis zum Anschlag müde, richtet sie sich an den Komplimenten ihres Chefs auf, an dem, was ihr Nadja in den Pausen erzählt. Dann setzt sie sich vor das Kaffeehaus auf der Esplanade, wie jeden Tag, und trägt eine Sonnenbrille zur Schau. Und sie unterhalten sich über Gewichtsprobleme, die sie selbst nicht haben, kramen nach Taschentüchern, Nagelfeilen, Kontoauszügen, machen Bemerkungen über Stoffschuhe und Bewerbungsschreiben, über Protestnoten und Modenschauen.
Nadja hängen brünette Strähnen ins Gesicht. Sie trägt ein leichtes Sommerkleid in Beige. Sie hat lange, eckig geschnittene Fingernägel, eine Tätowierung auf dem Rücken und einen kleinen, silbernen Stecker im Ohr. Ihre Beine sind frisch rasiert. Sie atmet laut aus und berichtet von einem Artikel, den sie gelesen hat, angeblich sind Modenschauen nichts weiter als Pornofilme mit Klamotten, und Linda kann dann kurz lächeln und interessiert sein, während Nadja weiter von der Wichtigkeit des leeren Blicks berichtet, ein Blick, der niemals dem jeweiligen konkreten Objekt, sondern nur dem unsichtbaren Betrachter gilt. Diesen Gesichtsausdruck, diesen Blick sieht man mittlerweile schon in ganz alltäglichen Situationen, sagt sie. Im Park, im Supermarkt, in der Straßenbahn, auf der Straße, im Büro.
Linda hat nicht so einen Blick. Sie galt lange als Sonnenschein. Tochter aus gutem Hause, mit den nötigen Noten, dem konformen Benehmen. Ein Bündel guter Laune. Der erste Schatten legte sich auf ihr Glückskindleben, als ihr Vater bei einer Dienstreise in einen Fluss stieg und als Wasserleiche wieder angespült wurde. Da war sie 23, ihr Studium lag in den letzten Zügen. Seitdem mischt sich öfter einmal eine Ernsthaftigkeit in ihre Wahrnehmung, nur ihr kindliches Zwinkern hat sie noch nicht abgestellt.
Von Schumann weiß sie nichts. Sie hat keine Ahnung, dass das Gesicht am Tisch gegenüber auf diesen Namen hört. Sie weiß nicht einmal von diesem Gesicht, obwohl sie schon mehrmals da hinein geschaut hat. Eben erst. Sie setzt die Sonnenbrille ab, zeigt ihre müden blauen Augen.
Drei Spatzen hüpfen über eine ausgetrocknete Regenrinne.
Linda schaut leer über den Platz. Schweifende Blicke.
Schumanns Mobiltelefon pfeift eine Sonate von Debussy. Jazz für die Männer, Klassik für die Frauen. Für Menschen ohne Geschlecht, z.B. für seine Mutter, gibt es Rockmusik. All Along the Watchtower.
„Ja, hallo?“
Seine Stimme klingt einsam und anrührend, denkt Linda. Debussy hat sie aufmerksam gemacht. Debussy spricht Frauen an. Mit wem er wohl redet, fragt sie sich. Nadja fragt sich nichts, vielleicht denkt sie an einen Termin im Waschsalon, vielleicht denkt sie an Absagen in Briefkästen. Daran, dass sie gestern Abend überstürzt das Haus verlassen hat, um ins Kino zu gehen und Männer anzusprechen. Das macht sie von Zeit zu Zeit. Gestern wurde nichts daraus. Kaum ein Mann anwesend, die Sehnsucht verpufft, dann schaute sie sich einen Spielfilm mit Nicole Kidman an und unterließ es, ihr Leben mit einem Film zu vergleichen. Einem Film, der nichts mit ihrem Leben zu tun hatte. Sie ließ ihr Popkorn stehen, ging heim, nahm eine Schlaftablette und blieb traumlos. Jetzt verzieht sie das Gesicht und bemüht sich, Lindas Klagen zuzuhören. Eine Zigarette taucht aus ihrer Hand auf und hängt ihr im nächsten Moment aus dem Mund. Sie hat kein Feuer, sie muss den Mann am Nebentisch fragen, der aber telefoniert. Zwischen zwei Worten reicht Schumann ihr ein sponsorenloses Streichholzbriefchen und lächelt, bis er sich wieder seinem Telefon widmet und einen Termin bestätigt, sagt, dass er zurückruft, wenn er herausgefunden hat, was wo läuft. Dann klappt er das Telefon zusammen, ordert die Rechnung und macht sich zum Aufbruch bereit. Auch ein Kinogänger, denkt Linda.

Die Sonne steht hoch über den Feldern der Provinz. Zwei Sekunden Stille, eine Pause zwischen zwei Stücken, während der die Geräusche von draußen kommen. Irgendwo pfeift ein Schiedsrichter oder ein Verkehrspolizist, irgendwo rattert ein Kleinflugzeug über die Felder. Dann fängt das nächste Stück an, eine ziselierte, wuchtige Fläche, dann ein bauchiger Bass. Ralf dreht die Lautstärke runter, ihm ist flau im Magen. Er hat nicht viel Gutes erlebt in letzter Zeit, eine Konfusion, Stress in Kübeln, eine Irritierung mit Valerie, das Nachwirken seiner verlorenen Ehe. Er weiß, dass er sich auf Valerie verlassen kann, allerdings weiß er nicht, ob er sie liebt, so, wie er seine Exfrau Marie geliebt hat. Ein grandioser Reinfall, eine kaputte Ehe schon mit 36, überlegt er, schlürft an einer Fruchtbowle ohne Alkohol und streckt die Beine aus auf der quietschigen Plastikliege im 25m2-Garten seiner Mutter. Stina schläft unten auf der Matratze in seinem alten Zimmer, das jetzt nur noch das Gästezimmer ist, und sabbert aufs Spannbetttuch. An der Wand das Plakat eines niederländischen Radiomoderators. Die Möbel sind die ehemaligen Wohnzimmermöbel, vor zwanzig Jahren Vorzeigeobjekte, jetzt Sperrmüll, der noch benutzt wird. Ralf weiß nicht, was das mit Stina soll, wie das ist mit Valerie, ob und was er ihr erzählen soll, die Scheidung von Marie ist noch nicht durch, der letzte Termin fehlt noch. Stina wohnt nicht in Berlin, Stina hat in Hamburg studiert, Stina will Schauspielerin werden. Stina kennt Leute in Berlin und ist öfter da, bei Nadja und Linda, Ralf macht sich Sorgen. Ist Liebe wichtiger als Arbeit? Was will ich eigentlich?

Ein herber Wind von der Seite. Lukas‘ Haare weisen in alle Richtungen. Fahrig steht er vor dem Blumenladen und mustert die ausgestellten Glockenblumen. Billig sind sie nicht, aber ich wohne gerne in einer Stadt, in der Blumen teuer sind, denkt er und vergräbt die Hände in die Hosentaschen. Er hat einen neuen Auftrag, er soll einen Artikel über Floristen schreiben. Das müssen einsame Menschen sein, immer enttäuscht, weil kaum jemand Blumen kauft. Und immer den Duft in der Nase, die feuchten Hände von den Wassern, die Schnittwunden, die Mienen der Kunden, die pflichtbewusst oder aus schlechtem Gewissen oder aus einem Romantikdefizit heraus immer die falschen Blumen kaufen, Rosen, Narzissen, Margeriten. In seinem Rücken läuft Nadja vorbei, sie kommt von einer Verabredung. Sie beeilt sich. Im Hintergrund schimmern die kräftigen Häuser dieser properen Gegend, sanierte Altbauten, Eigentumswohnungen in Geschossbauweise, davor Parkverbotszonen, regelmäßig geleerte Müllkörbe. Es ist immer noch warm, überlegt Lukas auf dem Weg zum Pressehaus, Menschen sitzen auf den Stufen vor Amtsgebäuden oder auf Parkbänken, vor kleinen Kaffeehäusern und Bistros. Es ist fünf Uhr am Nachmittag.

Ralf und Stina machen einen Spaziergang durch den Vorort. Kleiner Wind, schwingende Tannen, laute Vögel, Radfahrer in albernen Trikots. Stina schwingt die Arme und erzählt von einer Dialogprobe, die sie kürzlich in einem Theater in Hamburg hatte: Eine Probebühne in einem der oberen Stockwerke, ein staubiger, kleiner Saal, von dem niemand etwas ahnt, der das Gebäude nicht kennt. Eine der drei Jurorinnen bekam mitten in einer Szene einen derartigen Hustenanfall, dass das Vorsprechen abgebrochen werden musste. Sie konnte sich nicht beruhigen. Erschrocken stand sie auf und ruderte panisch mit den Armen, während sie trocken abhustete; sie lief wirr herum und stützte sich auf die Knie, umringt von den anderen, dem Chor der Hilflosen. Jemand reichte ein Glas Wasser, aber sie bekam keinen Schluck hinunter, musste weiter husten, in immer neuen Stößen, sie zitterte und lief krebsrot an. Endlich kam ein Arzt und kümmerte sich. Sie wurde aus dem Raum gebracht. Es war, als ob sie zuviel heißen Wasserdampf eingeatmet hätte, oder als ob ihre Lunge sich gegen die schlechte Schauspielerei wehren wollte, sagt Stina. Eine Weile herrschte Ratlosigkeit, Fragezeichen auf allen Köpfen, bevor alle Kandidaten kurzerhand nach Hause geschickt wurden. Ohne Wiederholungstermin. „Aufgrund gesundheitlicher Probleme ist eine Ansage über die Dauer der Wartezeit nicht möglich“, hieß es nur. Stina rechnet sich jetzt Chancen aus.

Linda kommt um die Ecke, aufrechter Gang, über den Kirchplatz, von dem Tauben aufsteigen, sie ist eine Stunde früher gegangen und passiert die Parkbank, auf der sie sonst noch sitzt am Feierabend bei schönem Wetter, heute möchte sie lieber nicht, heute möchte sie nach Hause und sich in eine Schachtel räumen, in ein Regal stellen, in ein Bett legen und nichts sonst, sie lässt sich Essen kommen und sinniert über die Menschen, die zu dieser Zeit durch die Stadt flanieren oder vor den Bars und Cafés sitzen, die Volleyball spielen im Park oder im Freibad schwimmen. Sie fragt sich, was Sven macht, ob er nach der Arbeit nach Hause geht, ob er sich noch mit Freunden trifft in der Altstadt, dann stellt sie diese Gedanken ab und versucht, wieder in Richtung der Abschlussarbeit zu denken, dem Leben die Stirn zu bieten. Betäubt schaut sie in den Fernseher, stochert im Plastikessen, sieht schlechten Schauspielern bei der Imitation von Leben zu und schläft irgendwann ein. Erschöpft und billig.

Valerie hat Mühe, sich die Augen zu überschminken, Valerie mag ein wenig Trost, Valerie lässt sich von einem unentdeckten Stern leiten, Valerie ist alles egal. Ralf meldet sich nicht. Valerie ahnt nichts, sie sitzt mit Schumann im Kino. Dunkelheit und Stille. Es ist Abend, es ist der zweite Abend in Folge, überlegt Schumann, überlegt Valerie, die sich Sorgen macht, sich ausgeschlossen, sich abgeschossen fühlt, die Batterie ist fast leer, ihr Selbstbewusstsein funzelt nur noch müde vor sich hin.
Schumann hat das Denken eingestellt, mit einem Seitenblick fängt er einen Lichtstrahl ab, der auf Valeries Beine fällt, sie trägt einen dunkelblauen Faltenrock und Stiefeletten. Bei so einer Aussicht schaltet sich das Hirn automatisch aus, denkt er für sich, da werden alle Bedenken, Zweifel und Ratschläge auf später verschoben. Er sitzt neben der Freundin seines Freundes und ist nervös. Das Drama kann beginnen. Ein Mann mit Turban greift zu einer Flöte, vor ihm ein Flechtkorb mit einer Schlange, ein amerikanisches Ehepaar schlendert vorbei und lässt eine Münze fallen. Ganz langsam verwandeln sich die Dinge: Die Dialoge verschwimmen; die Flötenmusik verdreht sich, zieht Spiralen, wird raumhafter; die Leinwand geht auseinander und zieht sich an den Enden wieder zusammen. Valerie zupft an ihren Strumpfhosen, schaut kurz hinüber, Ohr in Großaufnahme. Sie muss an Ralf denken. Ein verheirateter Mann. Vielleicht bin ich keine Frau für einen Schallplattenunterhalter. Unsere Rhythmen sind zu verschieden. Valerie fühlt eine Beklemmung, ein Schaben an der Wand ihrer Seele, sie blickt scheu herüber, aber Schumann sieht nichts. Er starrt auf die Leinwand. Eine mattgrüne Limousine fährt durch den Basar, eine Hand wischt Schweißperlen weg. Späte Tränen während einer ergreifenden Liebesszene, danach eine Revue von Konfusionen. Ein letzter Blick nach draußen.
Vor den Kinos lässt ein Taxi den Motor laufen. Der Fahrer lehnt gegen die Taxirufsäule und gähnt, ein leerer Linienbus wackelt vorbei, eine Frau beschimpft ihren Begleiter. Aus der Gegenrichtung kommt ein dunkles Auto mit lauter Musik gefahren, die Scheiben getönt, das Nummernschild unsichtbar, eine angefahrene Taube taumelt mit blutigen Flügeln der Bordsteinkante entgegen und fällt in schöner Regelmäßigkeit auf die Seite. Ein Pärchen spaziert hinter einem leinenlosen Hund her, dem ein grüner Tennisball davon rollt. Die Taube wird ein zweites Mal erfasst, diesmal tödlich, die schimpfende Frau setzt sich wütend ins Taxi, ihr Begleiter bleibt unschlüssig auf der anderen Straßenseite stehen. Oben im Kino, Saal 4, dritte Reihe Mitte, legt sich Valeries Hand langsam auf Schumanns Oberschenkel.

© Tisch7 Verlagsgesellschaft Köln mbH, März 2007

Aus:
René Hamann
Schaum für immer
Tisch7, Köln 2007
160 Seiten, € 18,50 (D) / € 19,10 (A) / sFR 25,30

 


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    Freitag, 25. November 2011 

    Cover Volltext 4/2011

    Titelgeschichte: Die Geisterstadt
    Daniel Kehlmann über Sherwood Andersons einflussreichen Klassiker Winesburg, Ohio

    Sebalds Neger
    Die Vereinnahmung von W.G. Sebald als Klassiker erfordert ein Ausblenden seiner widerborstigen Seite. Von Uwe Schütte

    Tiere und Pflanzen, diese gewaltige Dichtung
    Jean-Henri Fabres Erinnerungen eines Insektenforschers. Von Ulrike Draesner

    Eigen, skurril, versponnen
    Christoph Schröder über Jan Peter Bremers Roman Der amerikanische Investor

    „Du elender Hauseingang!“
    Klaus Kastberger über Xaver Bayers Wenn die Kinder Steine ins Wasser werfen

    „Rache ist ein schlechter Berater“
    Christoph Hein spricht mit Katrin Hillgruber über seinen neuen Roman Weiskerns Nachlass.

    Dichter unter Hochdruck
    Daniela Strigl über Leben und Werk des Lyrikers Walter Buchebner

    Neulich
    Andreas Maier dümpelt im Moorsee.

    Grandioses Cartoon-Gespann
    Nicolas Mahler illustriert Thomas Bernhards Alte Meister. Von Thomas von Steinaecker

    Lyrik-Logbuch Michael Brauns Eintragungen zu Gedichten der Gegenwart

    Lyrischer Moment
    Silke Scheuermann als Pandabär in Hongkong

    Siebzehn Stufen
    Zum Verhältnis von Alltag und Literatur. Von Georg Klein

    Wie Literatur funktioniert
    Gerrit Bartels über James Woods Die Kunst des Erzählens

    Das Fahrrad weiß mehr
    Nicht mehr lieferbar! – Eine Serie von Clemens J. Setz über vergriffene Werke bedeutender Autoren. Teil 2: Denton Welch.

    „Es ist viel Arbeit, normal zu bleiben“
    Die Literatur im Zeitalter von Wordpress und Twitter. Eine Umfrage

    Die Bewohner von Château Talbot Von Arno Geiger

    Unsere Popmoderne Die Wechselstunden. Von Marc Degens

    Sehr gepflegt, aber Perser!
    Pavel Kohout entfaltet in seinem neuen Roman Der Fremde und die Schöne Frau ein Panorama alltäglicher Xenophobie. Von Ulrich Faure

    Geld und Erlösung
    Über Hermann Brochs ökonomische Fantasie. Von Bernhard Fetz

    Was kostet ein Broch?
    Rezeption und Autografenhandel. Von Michael Hansel

    Platzanweisung
    Christina Böhms Siegertext beim 19. open mike

    Herr Jesus springt
    Der Siegertext des FM 4-Literaturwettbewerbs Wortlaut. Von Isabella Straub

    Im Schatten der Mauer des Lebens
    Mirko Bonné zu seiner Neuübersetzung von Sherwood Andersons Winesburg, Ohio