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Lee taugt als Vorname für Männer wie für Frauen. Daher entzieht sich Lee Gustavo, die Ich-Erzählerfigur in Sandra Hughes’ Debütroman, den geschlechtlichen Zuschreibungen. Lee arbeitet als patente Haushaltshilfe und liebt Frauen. Aber was heißt das schon. Halsbrecherisch schwankt Lee zwischen keckem Mädchen und dummem Jungen – was nicht das Einzige ist, das in diesem Schelmenroman außer Kontrolle gerät. Sandra Hughes hat es sich in ihrem Debüt nicht leicht gemacht. Von einem verirrten Meteoriten erschlagen liegt Lee in der Klinik und irrlichtert durch die eigenen Erinnerungen. Diese folgen keiner bürgerlichen Lebensbeschreibung, sondern balancieren den sozialen Rändern entlang und fallen von einer Turbulenz in die nächste. Ein böses Komplott bringt Lee ins Gefängnis, aus dem entlassen die Rückkehr in ein anständiges Leben nur schwerlich gelingt. Die Lehre bei einem Tattoo-Meister und die Übernahme von dessen Laden lenkt ihr Leben in etwas ruhigere Bahnen, was Lee frei macht für den zufällig aufgefundenen Abschiedsbrief des Vaters, der seinem Leben vor Jahren ein trauriges Ende setzte. Die gesamte Familiengeschichte greift dadurch weit ins Brasilianische aus und erhält einige erschreckende, beschämende Facetten, die förmlich nach Rache schreien. Lee stellt sich der Herausforderung, auch wenn die Autorin zu dem Zweck die eine oder andere Hilfe herbeireden muss. |
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Freitag, 25. November 2011
Titelgeschichte: Die Geisterstadt
Daniel Kehlmann über Sherwood Andersons einflussreichen Klassiker Winesburg, Ohio
Sebalds Neger
Die Vereinnahmung von W.G. Sebald als Klassiker erfordert ein Ausblenden seiner widerborstigen Seite. Von Uwe Schütte
Tiere und Pflanzen, diese gewaltige Dichtung
Jean-Henri Fabres Erinnerungen eines Insektenforschers. Von Ulrike Draesner
Eigen, skurril, versponnen
Christoph Schröder über Jan Peter Bremers Roman Der amerikanische Investor
„Du elender Hauseingang!“
Klaus Kastberger über Xaver Bayers Wenn die Kinder Steine ins Wasser werfen
„Rache ist ein schlechter Berater“
Christoph Hein spricht mit Katrin Hillgruber über seinen neuen Roman Weiskerns Nachlass.
Dichter unter Hochdruck
Daniela Strigl über Leben und Werk des Lyrikers Walter Buchebner
Neulich
Andreas Maier dümpelt im Moorsee.
Grandioses Cartoon-Gespann
Nicolas Mahler illustriert Thomas Bernhards Alte Meister. Von Thomas von Steinaecker
Lyrik-Logbuch Michael Brauns Eintragungen zu Gedichten der Gegenwart
Lyrischer Moment
Silke Scheuermann als Pandabär in Hongkong
Siebzehn Stufen
Zum Verhältnis von Alltag und Literatur. Von Georg Klein
Wie Literatur funktioniert
Gerrit Bartels über James Woods Die Kunst des Erzählens
Das Fahrrad weiß mehr
Nicht mehr lieferbar! – Eine Serie von Clemens J. Setz über vergriffene Werke bedeutender Autoren. Teil 2: Denton Welch.
„Es ist viel Arbeit, normal zu bleiben“
Die Literatur im Zeitalter von Wordpress und Twitter. Eine Umfrage
Die Bewohner von Château Talbot Von Arno Geiger
Unsere Popmoderne Die Wechselstunden. Von Marc Degens
Sehr gepflegt, aber Perser!
Pavel Kohout entfaltet in seinem neuen Roman Der Fremde und die Schöne Frau ein Panorama alltäglicher Xenophobie. Von Ulrich Faure
Geld und Erlösung
Über Hermann Brochs ökonomische Fantasie. Von Bernhard Fetz
Was kostet ein Broch?
Rezeption und Autografenhandel. Von Michael Hansel
Platzanweisung
Christina Böhms Siegertext beim 19. open mike
Herr Jesus springt
Der Siegertext des FM 4-Literaturwettbewerbs Wortlaut. Von Isabella Straub
Im Schatten der Mauer des Lebens
Mirko Bonné zu seiner Neuübersetzung von Sherwood Andersons Winesburg, Ohio