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Verfasst für das Landgericht München. Was ist die Arbeit eines Schriftstellers? Inspiriert und beseelt von der Wirklichkeit, in der er lebt und die er erlebt, erschafft er die Fiktion, die wir Erzählung, Roman, Novelle oder Gedicht nennen. Im Gegensatz zu einem Reporter versucht er nicht, die Wirklichkeit so wahrheitsgetreu wie möglich nachzuzeichnen – und schon gar nicht hat der Schriftsteller die politische oder polemische Absicht eines Kolumnisten oder Leitartiklers, die Realität und einzelne reale Personen zu kritisieren, bloßzustellen oder moralisch zu bewerten. Der Schriftsteller erzählt Geschichten vom Leben – nicht gegen das Leben –, und darum ist Literatur immer nur eins: die Hymne auf die große menschliche Tragikkomödie und nicht ein Kommentar zu ihr. Allein der Schlüsselroman als einzige literarische Gattung bedient sich teilweise der Methoden des Meinungsjournalismus; die Intention eines Schlüsselromans ist die Satire auf reale Personen oder Zustände oder ihre Schmähung. |
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Freitag, 25. November 2011
Titelgeschichte: Die Geisterstadt
Daniel Kehlmann über Sherwood Andersons einflussreichen Klassiker Winesburg, Ohio
Sebalds Neger
Die Vereinnahmung von W.G. Sebald als Klassiker erfordert ein Ausblenden seiner widerborstigen Seite. Von Uwe Schütte
Tiere und Pflanzen, diese gewaltige Dichtung
Jean-Henri Fabres Erinnerungen eines Insektenforschers. Von Ulrike Draesner
Eigen, skurril, versponnen
Christoph Schröder über Jan Peter Bremers Roman Der amerikanische Investor
„Du elender Hauseingang!“
Klaus Kastberger über Xaver Bayers Wenn die Kinder Steine ins Wasser werfen
„Rache ist ein schlechter Berater“
Christoph Hein spricht mit Katrin Hillgruber über seinen neuen Roman Weiskerns Nachlass.
Dichter unter Hochdruck
Daniela Strigl über Leben und Werk des Lyrikers Walter Buchebner
Neulich
Andreas Maier dümpelt im Moorsee.
Grandioses Cartoon-Gespann
Nicolas Mahler illustriert Thomas Bernhards Alte Meister. Von Thomas von Steinaecker
Lyrik-Logbuch Michael Brauns Eintragungen zu Gedichten der Gegenwart
Lyrischer Moment
Silke Scheuermann als Pandabär in Hongkong
Siebzehn Stufen
Zum Verhältnis von Alltag und Literatur. Von Georg Klein
Wie Literatur funktioniert
Gerrit Bartels über James Woods Die Kunst des Erzählens
Das Fahrrad weiß mehr
Nicht mehr lieferbar! – Eine Serie von Clemens J. Setz über vergriffene Werke bedeutender Autoren. Teil 2: Denton Welch.
„Es ist viel Arbeit, normal zu bleiben“
Die Literatur im Zeitalter von Wordpress und Twitter. Eine Umfrage
Die Bewohner von Château Talbot Von Arno Geiger
Unsere Popmoderne Die Wechselstunden. Von Marc Degens
Sehr gepflegt, aber Perser!
Pavel Kohout entfaltet in seinem neuen Roman Der Fremde und die Schöne Frau ein Panorama alltäglicher Xenophobie. Von Ulrich Faure
Geld und Erlösung
Über Hermann Brochs ökonomische Fantasie. Von Bernhard Fetz
Was kostet ein Broch?
Rezeption und Autografenhandel. Von Michael Hansel
Platzanweisung
Christina Böhms Siegertext beim 19. open mike
Herr Jesus springt
Der Siegertext des FM 4-Literaturwettbewerbs Wortlaut. Von Isabella Straub
Im Schatten der Mauer des Lebens
Mirko Bonné zu seiner Neuübersetzung von Sherwood Andersons Winesburg, Ohio