|
||||
|
Verbrecherjagd im Schneckentempo und James Bond als blasser Beamter – Jürgen Benvenuti sichtet die neuen Thriller und findet wenig Überzeugendes. Pokerprofis gegenüber haben Autoren den Vorteil, dass sie sich die Karten, mit denen sie spielen, selbst zugeteilt haben. Wer einen Serienmörder mit krebsheilendem Blut, eine fanatische Ärztin und einen von Selbstzweifeln geplagten FBI-Agenten in Händen hält, sollte auf Angriff setzen, nicht auf zurückhaltendes Taktieren. Leider tut das Kenneth Oppel in DAS WERK DES TEUFELS nicht. Religiöse Motive treiben den Serienmörder David Haines an. Krankheiten sind Strafen Gottes, und die Ärzte, die diese Krankheiten heilen, handeln Gottes Willen zuwider und müssen getötet werden. Nach seiner Flucht aus der Todeszelle wird Haines vom FBI und von der Krebsforscherin Dr. Donaldson, die ihr eigenes Süppchen kocht, gejagt, in einem Tempo, das ziemlich gemächlich ist. Passieren tut wenig, und das Bisschen, das sich ereignet, wird von einem getragenen, manchmal ins Schwülstige abgleitenden Stil zugekleistert. Spannung sieht anders aus. |
||||
Freitag, 25. November 2011
Titelgeschichte: Die Geisterstadt
Daniel Kehlmann über Sherwood Andersons einflussreichen Klassiker Winesburg, Ohio
Sebalds Neger
Die Vereinnahmung von W.G. Sebald als Klassiker erfordert ein Ausblenden seiner widerborstigen Seite. Von Uwe Schütte
Tiere und Pflanzen, diese gewaltige Dichtung
Jean-Henri Fabres Erinnerungen eines Insektenforschers. Von Ulrike Draesner
Eigen, skurril, versponnen
Christoph Schröder über Jan Peter Bremers Roman Der amerikanische Investor
„Du elender Hauseingang!“
Klaus Kastberger über Xaver Bayers Wenn die Kinder Steine ins Wasser werfen
„Rache ist ein schlechter Berater“
Christoph Hein spricht mit Katrin Hillgruber über seinen neuen Roman Weiskerns Nachlass.
Dichter unter Hochdruck
Daniela Strigl über Leben und Werk des Lyrikers Walter Buchebner
Neulich
Andreas Maier dümpelt im Moorsee.
Grandioses Cartoon-Gespann
Nicolas Mahler illustriert Thomas Bernhards Alte Meister. Von Thomas von Steinaecker
Lyrik-Logbuch Michael Brauns Eintragungen zu Gedichten der Gegenwart
Lyrischer Moment
Silke Scheuermann als Pandabär in Hongkong
Siebzehn Stufen
Zum Verhältnis von Alltag und Literatur. Von Georg Klein
Wie Literatur funktioniert
Gerrit Bartels über James Woods Die Kunst des Erzählens
Das Fahrrad weiß mehr
Nicht mehr lieferbar! – Eine Serie von Clemens J. Setz über vergriffene Werke bedeutender Autoren. Teil 2: Denton Welch.
„Es ist viel Arbeit, normal zu bleiben“
Die Literatur im Zeitalter von Wordpress und Twitter. Eine Umfrage
Die Bewohner von Château Talbot Von Arno Geiger
Unsere Popmoderne Die Wechselstunden. Von Marc Degens
Sehr gepflegt, aber Perser!
Pavel Kohout entfaltet in seinem neuen Roman Der Fremde und die Schöne Frau ein Panorama alltäglicher Xenophobie. Von Ulrich Faure
Geld und Erlösung
Über Hermann Brochs ökonomische Fantasie. Von Bernhard Fetz
Was kostet ein Broch?
Rezeption und Autografenhandel. Von Michael Hansel
Platzanweisung
Christina Böhms Siegertext beim 19. open mike
Herr Jesus springt
Der Siegertext des FM 4-Literaturwettbewerbs Wortlaut. Von Isabella Straub
Im Schatten der Mauer des Lebens
Mirko Bonné zu seiner Neuübersetzung von Sherwood Andersons Winesburg, Ohio